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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1912. 
Die Minima der mittleren Temperaturabweichungen liegen in den Tiefen 
bis zu 40 m wie diejenigen der Schwankungen desselben Elements im Wasser 
über der Großen Fischerbank, sind aber an der Oberfläche bei D. N. 6 größer 
als bei D. N. 3, während die Schwankungen dort kleiner waren als hier. Auch 
für alle Tiefen der Stationen D. N. 1 und D. N. 2 ist das Verhältnis umgekehrt; 
die Schwankungen in der Deutschen Bucht sind größer, die mittleren Abweichungen 
aber kleiner als auf der Doggerbank. Noch auffallender tritt dies im Verhältnis 
der beiden Stationen D. N. 11 und D, N. 12 zutage. In allen Tiefen von D. N. 12 
sind die mittleren Abweichungen im Verhältnis zu denen der Station D. N. 11 
und zu den Schwankungen an beiden Stationen viel zu groß. Im allgemeinen 
weicht also das Wasser von D. N. 12 noch stärker von seinem Mittelwerte ab als 
das von D. N. 11 und stärker auch als das Wasser der anderen Stationen der 
Küstengebiete. 
Sonst stimmt im allgemeinen das Bild der unperiodischen Schwankungen 
mit dem der mittleren Abweichungen überein (vgl. Fig, 4b), und nur einige 
wesentliche Unterschiede sind noch hervorzuheben. Wir sehen z. B., daß die 
Schwankung in 50 m von‘D. N, 3 gleich der von 40 m, die mittlere Abweichung 
aber größer ist, daß auch im Bodenwasser von D. N. 4 die letztere verhältnis- 
mäßig groß ist, wenigstens im Vergleiche zu derjenigen der gleichen Tiefe von 
D.N.6, wo die höhere Schwankung liegt. Bemerkenswert ist ferner, daß in 50 m 
von D. N, 8 die mittlere Abweichung trotz der größeren unperiodischen Schwan- 
<ung geringer ist als von D. N. 9, und daß in 75 m vön D. N, 9. die Abweichung 
nur um 0.02° höher ist als von D. N. 10, trotzdem die Schwankung um fast 1.0° 
höher ist, 
Da auch in allen diesen Fällen ebenso wie im Mai und August die Ver- 
bindung einer größeren Amplitude mit einer geringeren mittleren Abweichung 
nur dann auftritt, wenn unperiodische Erscheinungen seltener und schärfer sind, 
so vermögen wir für das Verhältnis zwischen unperiodischer Schwankung und 
mittlerer Abweichung folgende allgemein gültige Gesetzmäßigkeit zu erkennen: 
Ist eine größere Amplitude mit einer geringeren mittleren Ab- 
weichung verbunden, so sind nennenswerte Abweichungen vom Mittel 
seltener, aber erheblicher. Umgekehrt deuten geringere Amplituden, 
verbunden mit größeren mittleren Abweichungen, das öftere, wenn- 
zleich weniger starke Eintreten unperiodischer Erscheinungen an. 
(Schluß folet. 
Tiefseelotungen 
S. M. Vermessungsschiffe im Atlantischen und Stillen Ozean. 
(Amtlich.) 
S. M. Vermessungsschiff »Planet« hat seit 1906 nicht wenige Tiefseelotungen 
in allen drei Ozeanen, besonders in dem westlichen Stillen Ozean, ausgeführt, die 
jeweils in Verbindung mit den rein wissenschaftlichen, ozeanographischen Beob- 
achtungen nach deren Aufarbeitung auf der Deutschen Seewarte in dieser Zeit- 
schrift veröffentlicht sind. Seit dem Frühjahr 1911 ist auch S. M. Vermessungs- 
schiff »Möwe« in gleicher Richtung tätig, zunächst während einer ziemlich ein- 
gehenden Meeresuntersuchungen an der nordwest- und südwestafrikanischen Küste 
gewidmeten Reise von April bis Oktober 1911, und weitere Beiträge dürfen von 
diesem Fahrzeuge demnächst aus südost- und ostafrikanischen Gewässern er- 
wartet werden. 
Da es sich nun herausgestellt hat, daß die Veröffentlichung der Gesamt- 
ergebnisse in nicht wenigen Fällen nur ziemlich spät nach Beendigung der Reise 
selbst bewerkstelligt werden kann — man denke z. B. an den Umstand, daß die 
Wasserproben erst aus dem Ausland eingegangen und dann analysiert sein 
müssen —, So wird seitens der Seewarte beabsichtigt, in Zukunft die Ergebnisse 
der Lotungen, und zwar nur die Tiefenzahlen als solche, im allgemeinen sofort
	        
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