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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1912,
Die durch den Wind verursachte Sanddrift an der Südküste der Nordsee
ist demnach, abgesehen von lokalen Abnormitäten, einzig und allein abhängig
von der Richtung und Stärke des Windes. Uber die Windhäufigkeit und
stärke gibt nachstehende, dem Segelhandbuch ') entnommene Tabelle Aufschluß:
Häufigkeit der Winde,
Station
Küste von
Emden bis Hamburg. f
Stationen, 1
170 Jahrgänge,
Borkum
Hamburg
Jahreszeit
—— A — — In ——
N | NO 1 SS N
Winter .
Frühling, .
Sommer . .
Herbst .
4| 8 MM | 2 | 27 | 15 | 8
io! 14 1 33 9 7 17 1
99 21,8 8 23 | 18 | 18
5 8 | 12 1 38 1 12 1 26 1 15 19
28 | 39 | 46 | 42 | 39 | 93 | 63 | 50
Windstärke (Beaufortskala).
| 29 | 31 | 33 | 25 | 26 | 34 | 3.2 | 3.2
251 261 30, 271 29 3838 | 35 | 32
ı 54 | 5.71] 63 | 52 | 55; 72 | 6.7 | 64
Da die Südküste der Nordsee etwa die Richtung von Westsüdwest nach
Ostnordost hat, kommen für den Küstenstrom nach Westen die N- und NO-Winde
in Betracht, für den nach Osten die W- und NW-Winde, Letztere sind nun ersteren
nach Tabelle I um 46 Einheiten überlegen, nach Tabelle II um 2, ein Ergebnis, das
zweifelsfrei dartut, daß während des weitaus größten Teiles des Jahres
eine Sedimentverfrachtung aus dem Meere an die Südküste heran und
an derselben entlang in östlicher Richtung stattfinden muß, Besonders
möge noch hervorgehoben werden, daß die so gefürchteten und unsern Küsten-
gebieten so überaus verhängnisvoll gewordenen Sturmfluten durch die den west-
lichen Quadranten entstammenden Stürme hervorgerufen wurden, —
Neben den Gezeitenströmen verdanken die eigenartigen, haken-
förmigen Anhängsel an den Enden verschiedener Gestadeinseln ihre
Entstehung dem Küstenstrom. Denken wir uns einmal eine unserer Ost-
friesischen Inseln ohne diese Verlängerungen, z. B. Wangeroog. Die aus Nord-
A1ig,
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westen kommenden Wellen werden (s. Fig.2), wie die Skizzen, bei denen der Übersicht-
lichkeit halber die Einzelvorgänge (z.B. das Herumschwenken der Wellen in paralleler
Richtung zum Strande) nicht eingezeichnet sind, andeuten, an der NW-Ecke, wo
der Anprall ein senkrechter ist, geteilt; der eine Teil eilt unter schiefem Winkel
an der Westküste entlang, der andere an der Nordküste. Dabei werden die
Sandteile, die wir mit 1, 2, 3 bezeichnen wollen, am Strande entlang und über
das Ende der Insel hinaus verfrachtet. Da am südwestlichen Ende relative
Ruhe herrscht, lassen sich die Körnchen hier im Stromschatten nieder, wodurch
diese Ecke nach und nach eine nasenförmige Spitze erhält, Derselbe Vorgang
spielt sich am Ostende ab, jedoch mit dem Unterschiede, daß, während die W-
und NW-Seite ständig starken Angriffen ausgesetzt ist, der östliche Teil einer
Anlandung neuer Massen sich zu erfreuen hat. Der Vorsprung im Südwesten
) Segelhandbuch 1903, I, 8, S.21 u. 25.