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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Port. Phillip mit den Häfen Melbourne und Geelong. 
der Lonsdale-Huk gelangt ist. Jetzt hole man so dicht als möglich um das 
Lonsdale-Riff herum, meide jedoch die Lonsdale-Klippe, indem man darauf achtet, 
daß die Bake auf der Swan-Insel nicht durch Shortland Bluff verdeckt wird, 
In keinem Fall darf die Swan-Huk von Shortland Bluff verdeckt werden, ehe 
man nicht klar vom Lonsdale-Riff ist und die rote Bake auf der Nepean-Klippe 
südlich frei von der Nepean-Huk peilt, denn erst dann ist man klar von den 
Riffen und Klippen in der Einfahrt. 
Einkreuzen. Die günstigste Zeit zum Einkreuzen ist bei ungefährem Stau- 
wasser, die Stromkabbelung ist dann gering, wodurch man das Schiff mehr 
in Gewalt hat. Steht man nach Westen hinüber, so muß man die Bake auf der 
Swan-Insel solange frei halten von Shortland Bluff, bis der alte Leuchtturm auf 
der Lonsdale-Huk gut nördlich frei peilt vom neuen Leuchtturm. Schiffe mit 
geringem Tiefgang können noch etwas weiter unter Land stehen, indem sie die 
Swan-Huk etwas frei halten von Shortland Bluff; der Flutstrom ist jedoch hierbei 
mit in Rechnung zu ziehen, Hat man Lonsdale-Riff und die gleichnamige 
Klippe passiert, so bringe man den niedrigen Leuchtturm auf Shortland Bluff 
in östlichere Peilung, als rw. 59° (mw. NO01!/0), um die Vietoria-Untiefe und den 
unreinen Grund zwischen der Lonsdale-Huk und Shortland Bluff zu meiden, 
Die Lonsdale-Bucht ist zu meiden, Steht man nach Osten, so laufe man nicht 
weiter, als bis der Obelisk auf Shortland Bluff in rw. 39° (mw. NNO?/,O)-Peilung 
die Ostseite des hohen Leuchtturmes berührt, um die Stromkabbelung in der 
Nähe der Nepean-Huk zu meiden. 
Bei Nacht sollten Segelschiffe die Einsteuerung nur mit günstiger, 
frischer Brise unternehmen, Man bringe die beiden Leuchtfeuer auf Shortland 
Bluff, sobald man sie ausmachen kann, in rw. 42° (mw. NOzN)-Peilung in Linie 
und verfahre wie schon weiter oben beschrieben, Sollte der Wind schralen und 
Schiffe dadurch gezwungen werden zu wenden, wenn sie sich in der Nähe vom 
Lonsdale-Riff oder der Corsair-Klippe befinden, so meiden weniger tief gehende 
Schiffe diese gefährlichen Stellen, solange sie in Sicht des roten Feuers vom 
niedrigen Leuchtturm auf Shortland Bluff bleiben. Sie müssen aber wenden 
und nach der Mitte des Fahrwassers hinüberstehen, ehe sie in den weißen Sektor 
des Feuers gelangen. 
Vorsicht. Wenn Schiffe außerhalb der Einfahrtshuken das Kentern des 
Stromes abwarten wollen, so ist es besser für sie, wenn sie sich mehr in der 
Nähe der Lonsdale-Huk aufhalten, da hier die Stromverhältnisse günstiger sind 
als auf der anderen Seite. In schlechtem Wetter haben hier kleinere Schiffe 
auch weniger unter der gefährlichen Stromkabbelung zu leiden; auch finden sie 
hier schlichteres Wasser. Der Schiffsort ist durch beständiges Loten zu kon- 
trollieren. Das Einlaufen ohne Lotsen bei Nacht oder gegen starken Ebbstrom 
hat schon manche Strandung verursacht. Der Ebbstrom setzt nämlich teilweise 
quer zur Einfahrt mit großer Stärke, häufig bis zu 7 Sm Geschwindigkeit in der 
Stunde, und verursacht hohe, wild durcheinander laufende See, die bei südlichen 
oder westlichen Stürmen häufig über die ganze Einfahrt brandet. Man darf 
nicht immer damit rechnen, daß, wenn außerhalb der Einfahrtshuken frischer 
günstiger Wind weht, man den Strom damit totsegeln kann, denn es kommt 
häufig vor, daß, gerade wenn das Schiff sich zwischen den Einfahrtshuken und 
in der Stromkabbelung befindet, der Wind abflaut und man so die Gewalt über 
das. Schiff verliert, Oft kommt es auch vor, daß Schiffe bei starker Brise quer 
in den Strom zu liegen kommen, der hier eine Reihe unregelmäßiger Wirbel 
erzeugt, 
Kapt. C. Dewert schreibt: »Beim Einlaufen halte man Queensecliff (Shortland 
Bluff) hohen und niedrigen Leuchtturm in Linie und steuere so zwischen den 
beiden Einfahrtshuken ein, Ist man gut innerhalb derselben, so nehme man 
seinen Kurs durch. den Süd-Kanal, Bei Ebbe läuft starker Strom, der starke 
Kabbelung verursacht, innerhalb der Einfahrtshuken. Schiffe gehorchen oft für 
kurze Zeit dem Ruder. nicht. Man achte peinlich auf das Steuern und ge- 
brauche, falls nötig, beim Doppelschraubenschiff die Schrauben zum Steuern, 
Mit dem Flutstrom einkommend steuern die Schiffe gut, ebenso bei Ebbstrom 
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