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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1912. 
Der Flutstrom kommt vom Süden und Osten. Er nimmt an Stärke zu, 
wie er sich der Einfahrt zu Port Phillip nähert. In dieser setzt er sowohl im 
Fahrwasser als auch über die Riffe mit großer Stärke; weiterhin breitet er sich 
aus und setzt auf Shortland Bluff und die King-Huk an der Nordseite der Nepean- 
Halbinsel zu. Tritt er in die verschiedenen Durchfahrten ein, die innerhalb der 
Einfahrt zwischen dem ausgebreiteten Feld von Untiefen hindurchführen, so 
nimmt er an Stärke ab, Auf die Swan-Huk, nordöstlich von Shortland Bluff, 
und durch die westliche Durchfahrt setzt er in schräger Richtung, wobei sich 
ein Arm abzweigt und in nördlicher Richtung durch die Coles-Durchfahrt und 
auf Indented Head zu setzt. Nördlich vom Leuchtturm an der Nordeinfahrt zur 
westlichen Durchfahrt setzt er in nordwestlicher Richtung über die Prince George- 
Bank, von wo aus er dann teils nach Geelong abbiegt, teils in nördlicher Richtung 
auf die Cook-Huk, die etwa 6 Sm südwestlich von Williamstown liegt, und die 
Hobson-Bucht zu setzt. Im südlichen Fahrwasser hat der Strom ONO-Richtung; 
er setzt dann über die Middle-Bank, durch die Pinnace-Durchfahrt und hierauf 
an der Küste an der Ostseite von Port Phillip entlang nach der Hobson-Bucht. 
Der Ebbstrom setzt von der Hobson-Bucht aus zunächst einige Seemeilen 
weit in südöstlicher Richtung; weiterhin setzt er in südlicher Richtung auf die 
Prince George-Bank zu, Durch die verschiedenen Durchfahrten setzt er in schräger 
Richtung. Der aus der Symonds-Durchfahrt kommende Strom trifft den aus der 
westlichen Durchfahrt südlich von der Royal George-Untiefe, von wo aus sie 
dann vereint in die Bucht zwischen Shortland Bluff und der Lonsdale-Huk hin- 
einsetzen, um dann mit großer Schnelligkeit zwischen den Einfahrtshuken naclı 
ädraußen zu streben. Der Hauptstrom setzt quer zur Einfahrt auf die Nepean- 
Huk zu und in südlicher Richtung weiter längs der Küste und auf diese zu 
zwischen der Nepean-Huk und Kap Schanck. 
Die Geschwindigkeit des Stromes beträgt zwischen den Einfahrtshuken 
5 bis 7 Sm, in der westlichen und südlichen Durchfahrt 2 bis 3 Sm und nördlich 
von diesen etwa 1'/, Sm in der Stunde. Im Winter verursacht das Oberwasser 
des Yarra-Flusses in der Hobson-Bucht immer ausiaufenden Oberflächenstrom, 
der häufig mit 2 Sm Geschwindigkeit an beiden Seiten der Bucht entlang läuft. 
In der Geelong-Bucht ist der Strom schwach, im nördlichen, nach dem Innen- 
hafen führenden Fahrwasser setzt er aber mit 2!/, Sm Geschwindigkeit über die 
Barre: im Innenhafen wird er dann wieder schwächer. 
Stromkabbelung. Etwa !/, Sm außerhalb der Einfahrtshuken von Port 
Phillip liegt eine Felsenbank mit 9 bis 16 m (5 bis 9 Fad.) Wassertiefe. Außerhalb 
dieser Bank nimmt die Wassertiefe auf 22 bis 27 m (12 bis 15 Fad.), innerhalb 
der Einfahrtshuken auf 27 bis 82 m (15 bis 45 Fad.) zu. Dieser große Tiefen- 
unterschied verursacht in Verbindung mit den zeitweise mit 5 bis 7 Sm Ge- 
schwindigkeit setzenden Gezeitenströmen starke Stromkabbelung, die während 
oder unmittelbar nach südwestlichen Stürmen so heftig brandet, daß sie kleinen 
Schiffen gefährlich werden kann, 
Gezeitensignale. Auf der Lonsdale-Huk wird jede Vierteltide der Ge- 
zeitenströme durch Signale oder Lichter angezeigt. 
Es bedeutet: 
blaue Flagge halbstocks erstes Viertel des Flutstromes 
« « vorgeheißt zweites « « 
rote « halbstocks drittes « « 
vorgeheißt viertes - & 
Dieselben Flaggen werden zur Kennzeichnung des Ebbstromes gezeigt 
mit dem Unterschiede, daß unter der Flagge ein Ball befestigt ist. Bei Nacht 
wird unter dem Hauptfeuer von Point Lonsdale bei Flutstrom ein grünes Fest- 
feuer, bei Ebbstrom werden zwei grüne Festfeuer gezeigt. (Siehe auch bei »Vor- 
sicht« unter Ansteuerung.) 
Gezeitenpegel. Auf dem Flusse Yarra sind an folgenden Stellen Ge- 
zeitenpegel aufgestellt.
	        
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