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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

254 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1912. 
die Hörweite der Knallraketen, die als Nebelsignale auf Kap Otway und Gelli- 
brand Point gegeben werden, ist zu bemerken, daß dieselbe nur unter günstigen 
Witterungsverhältnissen 5 bis 6 Sm beträgt. Es kann daher vorkommen, daß 
der Knall nur 2 Sm weit zu hören ist; Schiffe sollten deshalb damit rechnen, 
wenn sie den Knall hören, daß sie nur 1 bis 1'/, Sm von der betreffenden Stelle 
entfernt sind. 
Signalstellen. Auf Kap Nelson, Kap Otway, Lonsdale Point, Queenscliff, 
Kap Schanck und Wilson Promontory sind Lloyds Signalstationen, die teils 
direkte telegraphische, teils telephonische Verbindung haben mit anderen Plätzen, 
die an das australische Telegraphennetz angeschlossen sind. Schiffe können mit 
Hilfe des internationalen Signalbuches mit ihnen verkehren. Für nach Melbourne 
bestimmte Schiffe ist es empfehlenswert, wenn sie in angemessenen Abstand 
von der Signalstation auf Kap Otway passieren, derselben den Schiffsnamen 
und sonstige wichtige Angelegenheiten zur Weiterbeförderung mitzuteilen. Eine 
Signalstation befindet sich auch auf der Eagle Nest-Huk; dieselbe hat telepho- 
nische Verbindung mit Lorne, das an das Telegraphennetz angeschlossen ist, 
Die Signalstationen auf Kap Nelson, Kap Otway, Eagle Nest-Huk, Lonsdale-Huk, 
Kap Schanck und Wilson Promontory sind auch mit Morselaternen ausgerüstet, 
Lotsenwesen. Der Lotsendienst wird durch einen Dampfer und einen 
Schuner versehen. Der Dampfer kreuzt beständig außerhalb der Einfahrt im 
Bereich des Lotsenfahrwassers, Er verläßt seine Station nur auf kurze Zeit, um 
Proviant und Kohlen zu ergänzen; in solchem Falle tritt dann der Schuner an 
seine Stelle, Kann der Dampfer aus irgend einem Grunde nach 48 Stunden nicht 
nach der Station zurückkehren, so übernimmt seinen Dienst ein anderer dazu ge- 
eigneter Dampfer. (Nach Kapt. W. Hellmich sind zwei Lotsendampfer vor- 
handen, von denen der eine bei Queenschiff klar liegt, während der andere 
außerhalb der Einfahrt von Port Phillip kreuzt.) Die Lotsenfahrzeuge sind grau 
gemalt, führen am Tage eine weiß und rot horizontal gestreifte Flagge im Großtopp. 
Bei Nacht führt der Dampfer im Vortopp ein weißes Licht, 2.4 m (8’) darunter 
ein rotes Licht, an den Seiten die üblichen farbigen Lichter eines Schiffes in 
Fahrt. Außerdem zeigt er wenigstens alle 15 Minuten ein Flackerfeuer. Der 
Lotsenschuner führt dieselben Lichter ‚mit Ausnahme des roten, Liegen die 
Lotsenfahrzeuge vor Anker, sind aber im Dienst, so führen sie dieselben Lichter 
mit Ausnahme der farbigen Seitenlichter, Das Gebiet, in dem die Lotsenfahr- 
zeuge kreuzen, erstreckt sich von der Mitte der Einfahrt nach Port Phillip bis 
zu einem Punkte, der 15 Sm in SWzS-Richtung davon liegt. Von hier aus geht 
die westliche Grenze in NWzN-Richtung nach der Küste bei der Zealey-Huk, 
während die Südgrenze sich in O!/,N-Richtung nach Kap Schanck zu erstreckt, 
bis Arthurs Seat NO1/,N peilt, von wo aus dann die Ostgrenze sich nach der 
Küste zu hinzieht. Die Lotsen kommen Schiffen ziemlich weit entgegen, nament- 
lich wenn schon von Kap Otway oder Kap Schanck aus signalisiert worden ist. 
Kapt. F. Carstens erhielt auf einer Reise 16 Sm außerhalb der Einfahrt einen 
Lotsen. Wenn der Lotsenschuner die Lotsen absetzt, sollen Schiffe, wenn sie in 
die Nähe des Schuners kommen, stoppen oder beidrehen und dabei so manö- 
vrieren, daß der Schuner in Lee des Schiffes kommt. Kann der Lotse wegen 
zu hohen Seegangs außerhalb der Einfahrt nicht abgesetzt werden, so setzt der 
Lotsendampfer bei Nacht am hinteren Mast ein Licht und dampft voraus, bis 
innerhalb Shortland Bluff. Treffen Schiffe außerhalb der Einfahrt keinen Lotsen, 
so kommt derselbe mit einem Walfischboot längsseit, sobald das Schiff innerhalb 
der Lonsdale-Huk ist. Beim Auslaufen verläßt der Lotse mitunter das Schiff 
erst 7 Sm außerhalb der Einfahrt. Nach Geelong bestimmte Schiffe tun gut, 
um Zeit zu sparen, den Hafenmeister von Geelong telegraphisch zu benachrich- 
tigen, wenn sie bei der Einfahrt sind, damit sie rechtzeitig bei der Henry-Huk 
einen Hafenlotsen erhalten; der Tiefgang des Schiffes ist mit anzugeben. 
Lotsensignale, Nach Port Phillip bestimmte Schiffe müssen, wenn sie sich 
im Lotsenfahrwasser befinden, am Tage die übliche Lotsenflagge, bei Nacht alle 
15 Minuten ein Blaufeuer oder in kurzen Zwischenräumen ein weißes Licht über 
der Reling eine Minute lang zeigen. Bei Nebel oder unsichtigem Wetter gibt
	        
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