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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1912.
An der Ostseite von Port Phillip steigt die Küste nördlich von Arthurs
Seat zwischen der Martha-Huk und dem beinahe 2 Sm nordnordöstlich davon
gelegenen gleichnamigen Küstenabhang zu einem Höhenrücken an, der an seinem
südwestlichen Ende in dem Berge Martha 161 m Höhe erreicht. Snapper-Huk
ist 15 m hoch und springt !/, Sm von der angrenzenden Küste hervor. Zwischen
ihr und der Stadt Frankston, etwa 6 Sm nordöstlich davon, erheben sich im
Hinterlande mehrere Hügel, von denen der 161 m hohe Berg Eliza der auf-
lälligste ist. Weiterhin ist die Küste bis zur Ricket-Huk einförmig und niedrig;
ein schmaler Streifen bewaldeten Landes trennt sie von dem landeinwärts gele-
genen Garrum-Sumpfe. In dem weiteren Verlauf nimmt dann die Küste bis
zur Picnic-Huk einen mehr felsigen Charakter an. Red Cliff, 1'/, Sm südlich
von ihr gelegen, ist ein auffälliger hochroter Küstenabhang und der einzige in
der Umgebung, der ohne Vegetation ist. Nähert man sich der Hobson-Bucht,
so bildet der Häuserkomplex der Port Melbourne-Zuckerfabrik die auffälligsten
Landmarken. Die sehr hohen, aus rotem Ziegelstein errichteten Häuser stehen
eben westlich von den Lagoon-Ladebrücken und überragen die in der Nähe
liegenden Gebäude beträchtlich, Auch das Regierungsgebäude, das auf einer
Anhöhe steht, ist eine gute Landmarke; es ist aus grauem Stein erbaut und hat
einen hohen viereckigen Turm, der mit einer Galerie versehen ist, Eine unver-
kennbare Landmarke bildet ferner der Gasometer der Gaswerke westlich von
der Pickles-Straße, Weniger auffällig ist dagegen der weiße viereckige schloß-
artige Zeitballturm auf der Gellibrand-Huk an der Westseite der Einfahrt zur
Hobson-Bucht.
Ansteuerung. Vom Westen kommende Schiffe machen gewöhnlich das
Land bei Kap Otway, das leicht an dem weißen runden Leuchtturm zu erkennen
ist, Man sei jedoch vorsichtig, nicht zu dicht an das Kap heranzulaufen, da
sich eine Felsenuntiefe in südsüdöstlicher Richtung 3, Sm weit nach See hinaus
erstreckt. Auch läßt starke Kabbelung, die sich fast 2 Sm weit vom Lande in
mw. SzW- bis SSO-Richtung ausdehnt, eine allzu dichte Annäherung an das Kap
nicht ratsam erscheinen, da man nicht weiß, solange diese Gegend nicht genau
vermessen ist, ob diese Kabbelung nicht durch eine unbekannte gefährliche Un-
tiefe verursacht wird. Schiffe tun daher gut, das Kap in wenigstens 3 bis 4 Sm
Abstand zu umfahren, Peilt der Leuchtturm auf dem Kap rw. 357° (mw. NzW)
5 Sm entfernt, so führt ungefähr rw. 53° (mw. NO)-Kurs nach der Einfahrt von
Port Phillip, wobei man 3!/, Sm außerhalb des Henty-Riffs passiert, das nicht
ganz 10 Sm nordöstlich vom Leuchtturm auf Kap Otway etwa 2 Sm von der
Küste entfernt liegt. Von den übrigen gefährlichen Stellen bleibt man frei,
wenn man in wenigstens 2 Sm Abstand von der Küste entlang fährt. Passiert
man Kap Otway bei frischen südlichen Winden früh am Abend, so ist beim Ab-
laufen der Entfernung zu berücksichtigen, daß nach anhaltenden stürmischen
südlichen Winden oft starker Nordoststrom längs der Küste setzt. Das Feuer auf
der Eagle Nest-Huk bietet hierbei guten Anhalt, um den Schiffsort feststellen
zu können. Nach Passieren dieser Huk wird man am Tage bei klarem Wetter
Arthurs Seat schon eher sichten, als das in derselben Richtung liegende niedrige
Land. Sowie man weiter nordostwärts kommt, sieht man nach Osten hin das
Land bei Kap Schanck, das zuerst das Aussehen einer langen niedrigen nach
Südosten sich erstreckenden Insel hat. Nähert man sich der Einfahrt, so kommt
an B-B. die Barwon-Huk, früher Flinders-Huk genannt, in Sicht, die eine sehr
gute Landmarke für die Ansteuerung der Einfahrt bietet. Bei unsichtigem Wetter
ist jedoch große Vorsicht geboten, diese Huk nicht mit den Huken an der Ein-
fahrt von Port Phillip zu verwechseln, welcher Irrtum schon mehrfach Stran-
dung von Schiffen veranlaßt hat.
Steuert man bei Nacht Kap Otway an, so muß man, um die Untiefen in der
Nähe der Küste zu vermeiden, sofort nach See zu abhalten, wenn man das rote
Warnungsfeuer auf diesem Kap in Sicht bekommt. Bei Nebel oder unsichtigem
Wetter, wenn man sich nicht auf das Insichtkommen dieses roten Feuers ver-
lassen darf, halte man guten Abstand vom Lande in der Umgebung des Kaps.
Sichtet man dann beim Nordostwärtssteuern das rote Festfeuer auf der Eagle