248 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1912,
Henry-Huk nach Norden erstreckt, 2'/, Sm breit. Die Wassertiefe ist auch hier
ziemlich regelmäßig. Sie nimmt von der 5,5 m (3 Fad.)-Grenze an der Kante
der Bank an der Ostseite des Hafens bis hinüber nach seiner Westseite all-
mählich zu und beträgt dort noch in !/, Sm Abstand von der Küste 9.1 m und
10 m (5 und 51/, Fad.). In der Corio-Bucht, der Südwestecke des Hafens, findet
man in 2 Kblg Abstand vom Lande vor der Stadt Geelong 7.3 m (4 Fad.) Wasser-
tiefe. Der Grund im Hafen besteht aus Schlick. Der Hafen ist der geräumigste
und sicherste von Port Phillip. Schiffe bis zu 7,3 m (24’)-Tiefgang können durch
den Hopetoun-Kanal nach ihm gelangen.
An dem Nordende verengt sich die Bucht Port Phillip und bildet unter
dem Namen »Hobson-Bucht« den Hafen von Melbourne. Zum Bereiche dieser
Bucht oder des Hafens wird die ganze Wasserfläche mit allen Häfen, Anker-
zründen, Flüssen usw. gerechnet, die innerhalb oder nördlich von der Linie
liegt, die die Nordwestecke der Fitzroy-Straße in St. Kilda mit der Nordseite
der Little Nelson-Straße in Williamstown verbindet. An der Nordseite der Bucht
liegt Port Melbourne, früher Sandridge genannt; an der Südwestseite liegt der
Hafen von Williamstown; in die Nordwestecke der Bucht mündet der Yarra-
Fluß, an dem die Stadt Melbourne liegt. Die westliche Hälfte der Bucht hat die
orößere Wassertiefe; diese schwankt hier zwischen 5.5 und 8.5 m (18’ und 28’)
bei Niedrigwasser, Die Östliche Hälfte ist zum großen Teil mit Bänken ausge-
füllt, auf denen nur 3.7 bis 4.6 m (12’ bis 15) Wasser bei Niedrigwasser steht;
die 3.7 m (2 Fad.)-Linie läuft in 2 bis 7 Kblg Abstand vom Lande entlang. Nach
angestellten Untersuchungen hat sich herausgestellt, daß die Hobson-Bucht
monatlich 2.5 cm (1”) aufschlickt, und zwar sind die Ablagerungen nördlich
orößer als südlich vom Hafen von Williamstown. Nach den verschiedenen
Ladebrücken in Williamstown und Port Melbourne, sowie nach der Mündung
des Flusses Yarra sind künstliche Fahrrinnen von 7.9 m (26) bis 9.1 m (830)
Tiefe und 122 m bis 183 m Breite hergestellt worden, um es Schiffen zu ermög-
lichen, die Hafenanlagen zu benutzen, Es können Schiffe bis zu 7.6 m (25)
Tiefgang die Stadt Melbourne erreichen. Noch tiefer gehende können an die
Brücken in Port Melbourne und die größeren Brücken in Williamstown holen,
da dieselben 8,5 m bis 9.1 m (28’ bis 30’) Wasser längsseit haben.
Landmarken. Für vom Westen kommende Schiffe kommt zunächst Kap
Otway an der Nordseite der westlichen Einfahrt zur Bass-Straße als Landmarke
in Betracht, da die meisten Schiffe darnach trachten, hier Land zu machen.
Das Kap ist ein steiler, zerklüfteter Abhang von dunkelbrauner Farbe und 76 m
Höhe; mehrere Stellen groben Sandsteines sind auf ihm sichtbar, von denen das
Land zu bewaldeten, mit Gras bestandenen, bis zu 107 m hohen Hügeln ansteigt.
Das Kap ist bei klarem Wetter schon aus 24 bis 30 Sm Entfernung davon aus-
zumachen. Ein gutes Erkennungszeichen bildet auch der 18.9 m hohe weiße
vunde steinerne Leuchtturm, der auf dem Südwestende des Kaps steht. Nörd-
lich von ihm, etwa 9 Sm davon entfernt, liegt ein bemerkenswerter spitzer Gipfel
von 503 m Höhe. Die Küste verläuft vom Kap aus bis zu der 2 Sm davon ent-
fernten, niedrigen Sandhuk Franklin in östlicher Richtung und biegt dann nach
Nordosten um. Hohe dunkle Küstenabhänge, hinter denen sich dicht bewaldete
Hügel erheben, die 25 Sm nordnordöstlich vom Kap Otway 701 m Höhe er-
veichen, erstrecken sich von der eben genannten Huk bis 5 Sm südlich von der
Addis-Huk. Als die bemerkenswertesten Landspitzen auf dieser Strecke sind
Kap Patton und Eagle Nest-Huk zu nennen. Das erstere liegt 17 Sm nordöst-
lich von der Franklin-Huk, ist von dunkler Farbe, steil und bewaldet, die letztere,
noch weitere 18 Sm nach Nordosten gelegene, zeigt rotbraunes Aussehen und
ähnelt drei dicht beieinander liegenden, durch dunkle Schluchten voneinander
zetrennten Küstenabhängen. Auf dem Südende dieser Huk steht ein 25 m hoher
weißer steinerner Leuchtturm. Von der Addis-Huk bis zu einem Punkte 8 Sm
nordöstlich von ihr besteht die Küste aus Sandhügeln, hinter denen sich teil-
weise bewaldete und- mit Bauernhäusern bebaute Hügel wellenförmig ausdehnen,
Nähert man sich der Einfahrt zu Port Phillip, so dient die 87 m hohe sattel-
[örmige Barwon-Huk, die von See aus infolge des niedrigen Hinterlandes das