2926 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1912.
Türme aus Stahlkonstruktion aufgestellt worden, die das Feuerschiff sehr gut
kenntlich machen. Ähnliche Türme aus Stahlkonstruktion sollen als Baken ein-
geführt werden. Um die Nebelsignale sogleich beim Eintritt von Nebel gebrauchs-
fertig zu haben, sollen Ölmotoren und komprimierte Luft verwendet werden,
ferner wegen der besseren Unterscheidung von Dampfernebelsignalen an Stelle
der Dampfpfeifen, Sirenen. Versuche mit Funkentelegraphie für Nebelsignalzwecke
werden gemacht, ebenso Versuche mit Unterwasserglocken, die durch den See-
gang in Tätigkeit gehalten werden.
Von Veröffentlichungen der Leuchtfeuerverwaltung werden jährlich heraus-
gegeben und an die Interessenten umsonst verteilt: Annual Report of Operations
of the Commissioner of Lighthouses, Light List und Boy List. Die Notices to
Mariners werden von der Leuchtfeuerverwaltung in Verbindung mit dem Coast
and Geodetic Survey wöchentlich herausgegeben und ebenfalls kostenlos verteilt.
Die Leuchtfeuer- und Tonnenverzeichnisse sollen zur Verminderung der Arbeit und
Druckkosten vereinfacht werden, und zwar soll vieles von der eingehenden Be-
schreibung der Leuchtfeuer wegfallen, doch soll die Kerzenstärke der einzelnen
Feuer in Zukunft gegeben werden, da man daraus einen guten Schluß auf ihre
Helligkeit ziehen kann, Die erzielte Raumersparnis soll größerem Druck zugute
kommen, Auch die Notices to Mariners sollen zur Verminderung der Druck-
kosten und Erhöhung der Brauchbarkeit in Form und Anordnung vereinfacht
werden,
Der Etat der Leuchtfeuerverwaltung für das Jahr 1911 beträgt für Unter-
haltungskosten 5471110 $ und für Neueinrichtungen 68000 $, für 1912 ent-
sprechend 5037 410 $ und 992950 $; für 1913 ist er veranschlagt auf 5 039 910 $
und 949100 $. An Einnahmen für 1911, hauptsächlich durch Verkauf von altem
Material, gingen ein 31963 $. J. Herrmann.
Zur Kenntnis der untersten Winde
über Land und Wasser und der durch sie erzeugten Meeresströmungen.
Von Felix M. Exner in Innsbruck.
In der zweiten Auflage seiner Ozeanographie hat Professor Krümmel bei
Erklärung der Meeresströmungen der Theorie von W. Ekman den breitesten
Raum zugewiesen. Diese Theorie trachtet bekanntlich, die Bewegung der unteren
Wasserschichten im Meere durch die Übertragung der Bewegung von der Ober-
fläche her mittels innerer Reibung unter dem Einfluß der Erdrotation zu er-
klären.!) Die Bewegung der Oberflächenschichte selbst soll durch den darüber-
wehenden Wind entstehen, es handelt sich um Windtriften,
Ekmans Theorie ist ohne Zweifel sehr interessant, wenn es auch bisher
nicht möglich war, sie ausreichend an der Erfahrung zu prüfen. Die Art der
mathematischen Behandlung des Gegenstandes ist vorbildlich gewesen für ähn-
liche Arbeiten, Ein Satz in dieser Theorie, den auch Rudzki in seiner Physik
der Erde als irrig bezeichnet, Krümmel hingegen in seine Ozeanographie auf-
nimmt, wirkt zunächst recht störend, der Satz nämlich, daß die oberste Meeres-
strömung einen Winkel von gerade 45° mit dem sie erzeugenden Winde bildet,
und zwar nach rechts auf der nördlichen Halbkugel, nach links auf der südlichen.
Am Äquator wäre danach eine Diskontinuität.
Professor Schiötz hat im Jahre 1908 den Fehler verbessert;”) er hat
auch zu den übrigen wichtigeren Ergebnissen der Ekmanschen Theorie Stellung
genommen und ist auf Grund seiner Rechnungen zum Resultat gekommen, daß
1) On the influence of the FKarth’s Rotation on Ocean-Currents. »Arkiv för Matematik, Astroanomi
och Fysik«. Stockholm 1905, Bd. 2, Heft 1 bis 2.
2) Bemerkungen über die durch den Wind erzeugten Meeresströmungen, »Ann. d. Hydr. usw.«
36. Jahre., Hit. X.