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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Ann. d. Hydr. usw., XXXX. Jahrg. (1912), Heft V. 
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Das Leuchtfeuerwesen der Vereinigten Staaten von Nordamerika. 
Der Bericht des Commissioner of Lighthouses für das Etatsjahr 1911 (vom 
1. Juli 1910 bis 30. Juni 1911) enthält Einzelheiten über die am 1. Juli 1910 in 
Kraft getretene Reorganisation des amerikanischen Leuchtfeuerwesens, die in der 
Hauptsache eine vereinfachte und mehr direkte Verwaltung bezweckt. Das 
Leuchtfeuerwesen untersteht dem Department of Commerce and Labor und liegt 
in den Händen des Bureau of Lighthouses, das sich zusammensetzt aus dem 
Commissioner of Lights, dem Deputy Commissioner, Chief Constructing Engineer 
und Superintendent of Naval Construction. Das Zentralbureau ist in Washington 
und steht unter der Leitung des Commissioner of Lights und Deputy Commissioner ; 
es enthält je eine Abteilung für Maschinen- und Schiffbaukonstruktion, für Hydro- 
graphie und Verwaltung, Das ganze Küstengebiet der Vereinigten Staaten ein- 
schließlich der großen Seen und von Portorico ist in 19 Bezirke (districts) ge- 
teilt, die je einem Lighthouse Inspector unterstehen und vorläufig bis zur 
Ernennung von Zivilbeamten von Offizieren der Armee (Army Engineer Corps) 
und der Marine verwaltet werden. Jeder Bezirk hat ein eigenes Verwaltungs- 
bureau mit einem oder mehreren Depots und Tendern, letztere zur Versorgung 
der verschiedenen Leuchttürme und Feuerschiffe mit Vorräten, zum Tonnenlegen 
und für Besichtigungsfahrten. Auf Staten Island (New York) ist das Zentral- 
depot, das die andern Depots mit den nötigen Vorräten versorgt und gleichzeitig 
Werkstätten für den Bau und die Ausbesserung der Leuchtfeuerapparate enthält 
und als Versuchsstelle für Leuchtfeuer dient. Der Leuchtfeuerdienst der Philippinen 
untersteht dem dortigen Gouvernement und wird auch aus den Einnahmen der 
Inseln bestritten. Die Befeuerung des Panama-Kanals untersteht der Isthmian 
Canal Commission. Ein jährlicher Beitrag von 325 $ wird von der Leuchtfeuer- 
verwaltung der Vereinigten Staaten zur Unterhaltung des Feuers auf Kap Spartel 
bezahlt, das zwar von Marokko gebaut ist (1867), aber von den Vereinigten 
Staaten, Österreich, Belgien, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Portugal, 
Schweden und den Niederlanden unterhalten wird. 
Das Personal der Leuchtfeuerverwaltung umfaßt 5582 Personen, Größere 
Leuchtfeuer sind vorhanden 1424, Laternenfeuer 2362, Feuerschiffe 51, Leucht- 
tonnen 287 und. andere schwimmende Feuer 87, zusammen 4211. Außerdem sind 
vorhanden: 506 Nebelsignalstationen, 1295 Baken (Tagmarken), 40 Unterwasser- 
glocken, 88 Heultonnen, 189 Glockentonnen und 5821 andere Tonnen, zusammen 7939, 
Besondere‘ Aufmerksamkeit wird . der Umwandlung der älteren Festfeuer an 
wichtigen Küstenpunkten in Blinkfeuer gewidmet. Am zahlreichsten während des 
Berichtsjahres sind die Neueinrichtungen von Leuchtfeuern und anderen See- 
zeichen in Alaska, veranlaßt durch die bedeutende Zunahme der Schiffahrt dorthin 
infolge der schnellen Entwickelung des Minenwesens und der Industrie, Es 
wurden dort neu eingerichtet: 14 Azetylenfeuer, 22 kleinere Feuer, 22 Tonnen, 
2 Baken und 1 Nebelsignalstelle. Für das nächste Etatsjahr sind 115000 $ für 
ein erstklassiges  Leuchtfeuer mit Nebelsignalstelle auf dem Kap St. Elias sowie 
60000 $ für zahlreiche unbewachte Gasfeuer ausgesetzt, 
An der Verbesserung der Leuchtfeuerapparate, Nebelsignale und überhaupt 
aller Seezeichen wird beständig gearbeitet. Der Gebrauch von Azetylen ist ver- 
mehrt worden, besonders für unbewachte Leuchtbaken und Leuchttonnen. Dieses 
Licht hat sich nach den dortigen Versuchen besonders bei großen Leuchttonnen 
in See und bei den unbewachten Leuchtbaken in Alaska bewährt, wo Leucht- 
feuerwärter schwer zu unterhalten sind. Für Leuchttonnen ist auch Preßgas 
(Pintsch) eingeführt worden, wodurch die Arbeit sowie die Kosten des Füllens 
der Tonnen vermindert werden. Wegen der besseren Sichtbarkeit werden hohe 
Tonnen eingeführt, obgleich teurer‘ und schwerer zu handhaben. Die Feuerschiffe 
werden mit neuen Lichtquellen ausgerüstet und zwar mit Bogenlicht, Azetylen- 
licht und Gasglühlicht. Auf einem Feuerschiff sind an Stelle der Masten zwei 
Ann. dg. Hydr. usw. 1912, Heft V.
	        
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