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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912, 
Kleinere Mitteilungen. 
il. Der Südwest-Paß der Mississippi-Mündung. Bericht des Kaiserlich 
deutschen Konsulats in New Orleans vom Januar d.J. Brit. Adm-Krt. Nr. 3382, 
Mississippi River. (Amtlich.) 
Der südwestliche Ausfluß des Mississippi-Stromes, der Südwest-Paß, ist, 
nachdem er bisher nur einige wenige Male von tiefgehenden Schiffen mit 
besonderer behördlicher Erlaubnis hat benutzt werden dürfen, für die Schiff- 
fahrt endgültig freigegeben worden. Damit ist ein Werk zu Ende geführt, an 
dem seit acht Jahren mit einem Gesamtkostenaufwand von 5'/, bis 6 Millionen 
Dollar unausgesetzt gearbeitet worden ist. Der Bau der Dämme und Molen 
(jetties) dauerte allein fünf Jahre; die Baggerarbeiten selbst wurden im 
Jahre 1906 begonnen. Die Schiffahrt erhält durch den Südwest-Paß einen 
geraderen, breiteren und tieferen Wasserweg, als ihn der bisher allein dem Ver- 
kehr dienende Süd-Paß lieferte, Die Wassertiefe beträgt mit Ausnahme zweier 
Stellen, wo sie 9.4 m (31’) ist, mindestens 10.7 m (35’); die Wasserrinne ist in- 
dessen so vollständig unter Kontrolle, daß auch jene Stellen unschwer jederzeit 
vertieft werden können. 
Der neue Wasserweg ist mit Schiffahrtszeichen, wie Tonnen und Leucht- 
feuern, versehen. Der Südwest-Paß-Leuchtturm befindet sich auf der Westseite 
des Wasserweges, und zwar 4 Sın von dem Molenkopfe fluBaufwärts, Auf ihm 
brennt 38 m über der Hochwasserlinie ein weißes Festfeuer, das auf 16 Sm sichtbar 
ist. Ein rotes Feuer an der inneren Seite und dicht bei der Mole bezeichnet die 
Östliche Mole (East Jetty-Light); es liegt 213 m landeinwärts von dem äußeren 
Ende des unter Wasser befindlichen Teiles des Dammes., Ein sogenanntes Railroad 
Headlight war seinerzeit von den Ingenieuren zur Markierung des Durchganges 
durch die Sandbank in einer Entfernung von 2'!/, Sm am Ende der Mole an- 
gebracht worden und soll dort zur Erleichterung der Schiffahrt belassen werden. 
Eine zylindrische, weiß und schwarz senkrecht gestreifte Leuchtheultonne ist 
etwa */; Sm außerhalb des Endes der Unterwasserdämme in der Verlängerung 
der Kanalmitte ausgelegt. Auf derselben brennt 4 m über Wasser ein weißes 
unterbrochenes Feuer mit Einzelunterbrechungen von 10sek Dauer, Schein 10%%, 
Wiederkehr 205°, Sieben Leucht- und zwölf Spierentonnen sind an der nord- 
westlichen Seite des Wasserweges in regelmäßigen Abständen von 488 m, be- 
ginnend mit einer Leuchttonne gegenüber dem roten Ostmolen-Leuchtturm, aus- 
gelegt. Die Leuchttonnen sind spitz und zeigen 4m über Wasser ein weißes 
unterbrochenes Feuer von gleicher Kennung wie die Leuchtheultonne, 
2. Südlicht. An Bord des deutschen Vollschiffes »Waltraute«, Reederei 
H. Fölsch & Co. zu Hamburg wurden auf der Reise von New Castle, N. 8. W., 
nach Antofagasta am 9, April 1911 abends von 6l/2 bis 81/, Uhr auf 49° 28’ S-Br. 
und 174° 25’ O-Lg. Südlichterscheinungen beobachtet, die sich folgendermaßen 
zeigten: Zuerst sah man mehrere große, helle Flecke weißen Lichtes, die sich 
dann in einem langen, hellen Streifen, parallel zum Horizont in 40° Höhe, aus- 
einanderzogen, Kurz nach letzterer Erscheinung folgten mehrere Male hell- 
aufstrahleude Lichtstreifen, die von 10° üher dem Horizont ausgehend. bis ziemlich 
zum Zenit reichten, 
Um 9 Uhr sah man nur noch einen hellen Schein, der auch dann, infolge 
der bedeckten Luft, bald verging. Merkliche Kompaßstörungen wurden nicht 
festgestellt. Hans Pecht, HI. Offizier.
	        
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