accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Warrnambool. 
917 
Die Einstenerung geschieht für von Westen kommende Schiffe am zweck- 
mäßigsten in der Richtlinie der beiden Leuchtfeuer vor der Stadt, für von Osten 
kommende Schiffe bei gutem Wetter über den östlichen Teil der Bänke, Bei 
stürmischem Wetter oder hoher Dünung müssen jedoch auch diese Schiffe außer- 
halb der Bänke bis zur Richtlinie der Leuchtfeuer laufen und in dieser ’ein- 
steuern. Um auf dem tiefsten Wasser in den Hafen zu gelangen, ist es am 
zweckmäßigsten, das obere Feuer oder dessen Turm eben westlich frei von dem 
unteren in etwa rw. 10° (mw. N!/,O)-Peilung zu halten. Sobald auf diesem Wege 
das Feuer auf dem Kopfe des Hafendammes rw, 333° (mw. NWzN) peilt, befindet 
man sich in der Bucht und innerhalb der davor liegenden Riffe und kann nach 
dem. Ankerplatze steuern, Falls der höhere Leuchtturm am "Tage nicht auszu- 
machen ist, halte man den großen Wasserturm um seine eigene Breite westlich 
frei von dem unteren Leuchtturm, und steuere auf dieser Richtmarke ein, Bei 
stürmischen südlichen und südwestlichen Winden ist es nicht ratsam, ein- oder 
auszulaufen. Sobald Seegang vorhanden, gestaltet sich die Einfahrt immer 
schwierig, weil man .dabei die See immer dwars zum Kurse hat. Wenn das Ein- 
oder Auslaufen durch die Einfahrt unsicher für Schiffe ist, wird auf der Signal- 
station ein schwarzer Ball am Flaggenmaste gezeigt, dann ist Ein- und Aus- 
laufen verboten. Wenn es für Fischerfahrzeuge und Boote unsicher ist, wird am 
östlichen Arme des Flaggenmastes ein schwarz und weiß karrierter Kegel gezeigt. 
Der Ankerplatz in der Bucht ist beschränkt, soweit er geschützt ist. Man 
sollte daher, entsprechend dem Tiefgang des Schiffes, möglichst weit nach Westen 
hin ankern.: Der beste Ankerplatz ist etwa in der Mitte zwischen dem Kopfe 
des Hafendammes und dem der Landungsbrücke. Die Wassertiefe beträgt hier 
jedoch nur etwa 4,5 m. Da selbst bei gutem Wetter häufig hohe Dünung in die 
Bucht hinein rollt, sollten alle diesen Hafen besuchenden Schiffe gute Trossen 
an Bord haben, um diese nötigenfalls als Springtaue auf die Ankerketten be- 
festigen zu können, 
Schiffe mit Sprengstoffen müssen östlich von der Peilungslinie: »Kopf 
des Wellenbrechers mw. S« bleiben. 
Hafenanlagen bilden der Hafendamm und die nördlich davon gelegene 
Landungsbrücke. Letztere soll nach neueren Angaben abgebrochen werden, Der 
aus Zementblöcken erbaute etwa 300 m lange Hafendamm dient als Lösch- und 
Ladeplatz. Er trägt Eisenbahngleise und ist mit allen Vorrichtungen zum 
Löschen und Laden ausgerüstet. Gewöhnlich beträgt die Wassertiefe neben dem 
äußeren. Teile auf etwa 150 m Länge 4.3 m, mitunter bilden sich jedoch durch 
Ablagerung flachere Stellen und dann beträgt sie stellenweise nur 4m. Zum 
Verholen liegen nördlich vom Hafendamm drei Tonnen. 
Die Stadt Warrnambool liegt zum größten Teile ungefähr !/, Sm nördlich 
von der Lady-Bucht, sie ist regelmäßig gebaut, verbunden mit dem Eisenbahn- 
netz von Victoria und hatte 1902 eine Einwohnerzahl von 6410 Personen, Auch 
regelmäßige Post- und Telegraphenverbindung mit den übrigen Städten Australiens 
besteht, hauptsächlich und häufig mit Melbourne, Nach dem Plan sind die 
Landungsanlagen mit der Stadt durch eine Pferdebahn verbunden, ; 
Der Handelsverkehr des Hafens ist gut entwickelt. Ein regelmäßiger 
Dampferverkehr besteht wöchentlich wenigstens dreimal mit Melbourne, Die 
Hauptausfuhrprodukte des Hafens bestehen in Wolle, Kartoffeln, Schweinen, 
Speck und Milch, Butter, Käse.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.