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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

210 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912, 
zu fahren, also westwärts von Formosa zu gehen. Wind und See nahmen im 
Schutz der Insel schnell ab, und mittags war es nahezu still, 
Um 3% 22min wurde Takau-Leuchtturm in 2'/, Sm Abstand passiert. Als 
der Turm etwa dwars war, bemerkten wir, daß das Land nördlich davon mit 
jeichtem Dunst bedeckt war und schließlich wie im Nebel verschwand. Auf dem 
Wasser hielt sich die Sichtweite etwa eine Seemeile, Gleichzeitig sprang der 
bis dahin leichte Westwind nach Nord um und frischte schnell auf; um 4% hatten 
wir Nordwind 4, um 8b abends NzO Stärke 9. 
Von 3!/,h bis 63 hatten wir feinen Sandstaub, der sich auf alle Gegen- 
stände bis zu 1 mm Dicke ablagerte. Gegen 6h hellte es etwas mehr auf, doch 
ying die Sonne als weiße, matte Scheibe unter, während der über Formosa auf- 
yehende Vollmond erst zu sehen war, als er etwa 30° hoch stand. 
Von abends 8b den 6, bis abends 8? den 7. November wehte es beständig 
aus NNO Stärke 9 bis 10. Die See ging, sowie sich das Schiff in mehr als 40m 
Wasser befand, furchtbar hoch, 
Bis 74 abends den 6. steuerten wir rw, N 25°W 28 Sm und loteten halb- 
stündlich, um eine Annäherung an das Riff sofort zu bemerken. Gegen 6% be- 
merkten wir eine hellere Färbung des Wassers, die Lotung ergab etwa 35 m. Da 
anzunehmen war, daß wir in der Nähe des Riffes nördlich von Amping seien, 
wegen des Sandstaubes aber nichts zu sehen war, wurde noch 9 Sm rw. N 30°W 
vesteuert und dann der Kurs auf rw. N gesetzt. Die halbstündigen Lotungen 
ergaben von 8: abends ab stets 100 bis 140 m. Um nun nicht zu weit nach der 
Pescadores-Insel hinüberzutreiben, deren Nähe durch Lotungen kaum festzustellen 
ivar, wurde von 10 abends rw. N 5°0 gesteuert und der Kurs bis Tagesanbruch 
beibehalten; die nach dem Patentlog von 7% abends bis 6% früh den 7. durch- 
laufene Distanz betrug in 11 Stunden 44 Sm; bis 2h nachts wurde über 100 m 
Tiefe gelotet, um 3r 70 m, um 4% früh 80 m. Um 7% morgens sahen wir Land 
der Pescadores-Inseln in rw, S 45°W, konnten aber nicht ausmachen, welche Insel 
es war. Der Abstand wurde auf 15 bis 16 Sm geschätzt, die Lotung ergab 100 m 
Tiefe. Nach dieser angenäherten Ortsbestimmung konnte man sehen, daß das 
Schiff mehr als angenommen nach SSW versetzt war, Wir steuerten darauf 
rw. N 45°0 und bestimmten mittags nach ziemlich guter Beobachtung den Schiffs- 
ort auf 23° 54’ N-Br., 120° 3’ O-Lg., loteten 42 m Tiefe, Die Gesamtversetzung 
von Takau ab war rw. 5S20°W 11 Sm; doch kann diese Angabe fehlerhaft sein, 
da das Patentlog bei dem schwerstampfenden Schiff oft aus dem Wasser sprang. 
Der Kurs rw. N 45°0 wurde beibehalten und stündlich gelotet, dabei fanden wir 
abnehmende Tiefe, um 5% 32 m; bis dahin hatten wir nach dem Patentlog 24 Sm 
gelaufen. Die hohe See nahm auf dem flacheren Wasser schnell ab, und wir 
machten etwa 5 Sm stündlich. Um 5b wurde das Wasser recht muddig, wir 
änderten den Kurs auf rw. N 20°0 und fanden um 5'/,® nur noch 24 m Wasser- 
tiefe und sichteten gleichzeitig das Land an St-B. Um 6% wurde eine sehr gute 
Ortsbestimmung gemacht: Breite nach Nordsternhöhe 24° 4’N und Länge nach 
Schätzung des Abstandes von der Küste auf 6 Sm und gleichzeitiger Lotung von 
26 m Tiefe auf 120° 16’0. Danach war das Schiff von mittags bis 6® abends 
rw. S21°W 12 Sm versetzt; wir hatten also einen Gegenstrom von stündlich 
2 Sm gehabt. 
Wir befanden uns hiernach etwa 6 Sm von der Küste bei der Stadt Rokan. 
Die Segelanweisung sagt, daß diese Küste noch ganz flach sei, dem ist aber nicht 
so; ich schätzte die Höhe des Ufers bis zu 5 m und die der einzelnen Erhöhungen 
bis zu 15m. Bei der zunehmenden Dunkelheit war aber nicht mehr auszumachen, 
ob die Erhöhungen Baumgruppen oder Hügel seien, Mit einem Kurse rw, N25°0 
bis 12% und dann rw. N 40°0 und stündlichem Loten fuhren wir während der 
Nacht im Abstande von 4 bis 5 Sm an der Küste entlang. 
Abstandsbestimmungen konnten nicht gemacht werden, da die Berge nur 
dunkel zu sehen waren. Um 5'/,® früh am 8. November sichteten wir das Feuer 
von Pakusa Point in rw. N 52°0 und stellten gleichzeitig den Abstand von der 
Küste durch Kreuzpeilung dieses Feuers und des Tafelberges auf 5 Sm fest.
	        
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