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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

208 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912. 
und in dem totalreflektierenden Prisma R,, Der Beobachter sieht also ein auf- 
rechtes, seitenrichtiges Bild.!) 
Ein Schema der benutzten Drehvorrichtung zeigt Fig. 10.2’) Das den oberen 
Teil des Fernrohres enthaltende Rohr f wird mittels des Handrades n und der 
Schnecke g um seine Mittellinie gedreht. Das Aufrichteprisma P sitzt mit seiner sich 
unten konisch erweiternden Fassung h drehbar auf dem sich oben konisch ver- 
engernden Einsatzrohr i, welches an der Drehung des Rohres f teilnimmt. An einer 
seitlichen Gabel K des Einsatzrohres i 
sitzt ein in den drehbaren Teil des 
Sehrohres oben und unten eingreifen- 
der Stift ], welcher zwei Zahnräder 
trägt; von diesen kämmt das obere 
mit einem auf der Prismenfassung 
sitzenden Zahnkranz q und das untere 
mit einem am feststehenden unteren 
Teil des Sehrohres befindlichen Zahn- 
kranz r. Bei einer Drehung des Rohres 
f rollt das untere Zahnrad sich auf 
seinem Zahnkranz ab und das obere 
greift zwangläufig in den oberen Zahn- 
kranz ein. — Die Verhältnisse der 
beiden Zahnräder zueinander und zu 
ihren Zahnkränzen sind so bemessen, 
daß die Winkelgeschwindigkeit der 
Fassung h des Aufrichteprismas halb 
so groß ist, als die des Rohres f. Es 
ist bei diesen Fernrohren erforderlich, 
daß der Beobachter, ohne das Auge 
von dem Okular zu entfernen, jeder- 
seits sich über die Richtung klar 
werden kann, welche der Eintritts- 
reflektor zu der Nullrichtung des 
Rohres einnimmt. Um dies zu er- 
möglichen, ist in der Ebene, in welcher 
das mit dem Okular zu beobachtende Bild entsteht, auf einer Glasplatte c, die 
in dem unteren, feststehenden Teil des Fernrohres gelagert ist, eine Kreisteilung 
angebracht, während sich unmittelbar darüber, also praktisch in derselben Ebene, 
mit der drehbaren Fassung i verbunden, eine zweite Glasplatte mit einer Marke, 
etwa einem Pfeil d, befindet. Teilung und Marke erscheinen dem Beobachter 
gleichzeitig scharf mit dem Bild des betreffenden Teiles des Horizontes und lassen 
in ihrer gegenseitigen Lage beurteilen, aus welchem Teil des Horizontes das 
anvisierte Bild stammt. 
Das einem völlig abweichende Typus angehörende Rundfernblickrohr der 
Soci&te Huet & Co., bei dem zwei ihre spiegelnde Basis einander zukehrende 
gleichschenkelig-rechtwinkelige Prismen vor dem KEintrittsreflektor eines ein- 
fachen Periskopes um eine vertikale Achse drehbar angeordnet sind, sei hier 
nur. der Vollständigkeit halber erwähnt.?) 
Die Periskope der Unterseeboote können bis unmittelbar an die Decke 
des Kommandoraumes herangezogen und hoch über diese emporgeschoben werden. 
Die Bewegung erfolgt in der Weise, daß das die Optik enthaltende Rohr in seiner 
Mitte von einem Packungsring umgeben ist. der nach Art eines Kolbens in 
l) Der Strahlengang sol] dort, wo er das Aufrichteprisma durchsetzt, möglichst eng zusammen- 
gefaßt sein. Man wendet deshalb mehr als zwei Einzelfernrohrsysteme hintereinander an und bringt 
das Aufrichteprisma zwischen zwei einander zugekehrte Systeme kurzer Brennweite und zwar derart, 
daß das in der Strahlenrichtung vor dem Aufrichteprisma liegende gleichsam verkleinernd. das da- 
hinterliegende vergrößernd wirkt; vgl. D. R. P. 183424 von (Goerz. 
2) D. R. P. 167 723. 
3) Französ. Patent 401 021.
	        
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