202 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912,
Außenbelag trägt. Vor dieser Fläche liegt unter 45° gegen diese geneigt (Fig. 2
bei M) eine Mattscheibe, Vor der einen Kathetenfläche, und zwar neben der
Mattscheibe, findet sich das Okular O, für subjektive Beobachtung. Der ganze
Kopf ist in einem Gehäuse um eine durch die Mitte der Hypothenuse gelegte,
der 90°-Kante des Prismas parallele Achse drehbar. Bei der in Fig. 2 darge-
stellten Lage des Okularkopfes liegt die Mattscheibe in der Bildebene E, des
Objektives O,; der gegen den spiegelnden Außenbelag des Prismas mit beiden Augen
schauende Beobachter sieht das Bild auf der Mattscheibe. Wird der Okularkopf
um 180° gedreht, so liegt das Okular O,
vor der Schauöffnung und es wird
nunmehr die totale Reflexion im Prisma
R, wirksam. Die Dimensionen und
Brennweiten des Okulars sind so be-
messen, daß der Beobachter von der
2inen zur andern Benutzungsweite über-
gehen kann, ohne die Stellung des Kopfes
zur Schauöffnung zu verändern. Peri-
skope dieser Art geben für subjektive
Beobachtung nur die geringe Ver-
größerung von 1!/,. Für die meisten
Fälle reicht diese auch aus, doch ist es
zuweilen erwünscht, eine stärkere Ver-
größerung anwenden zu können, Dies
ist möglieh durch zeitweise Einschal-
tung eines anderen Eintrittsobjektives,
Es wird dies an den Goerzschen Peri-
skopen dadurch erzielt, daß das Ein-
trittsprisma R, in ähnlicher Weise dreh-
bar eingerichtet wird, wie wir dies
soeben für das zweite Prisma R, ge-
sehen haben. Fig. 2 zeigt diese Ein-
richtung in ihrem oberen Teil, Auch
hier wird die Hypothenusenfläche mit
einem spiegelnden Außenbelag ver-
sehen und ihr gegenüber ein Objektiv O,
angeordnet. Vor der einen Katheten-
fläche liegt ein Sammelobjektiv L,, vor
der andern eine Zerstreuungslinse L,.
L, und L, bilden zusammen ein Tele-
objektiv. ‘Bei der Stellung nach Fig. 1
wird das einfallende Licht an dem
Außenbelag gespiegelt und durch das
Objektiv O, in der Ebene E, ein Bild
erzeugt. Dreht man das Prisma R, aber um eine wagerechte Achse um 180° (Fig. 2),
so fallen die Strahlen zunächst auf das Objektiv L,, werden dann in dem Prisma R,
nach unten gespiegelt und durchdringen die Zerstreuungslinse L,. Beide Linsen
sind so bemessen, daß wiederum in der Ebene E, ein Bild entsteht; dieses umfaßt
zwar ein kleineres Gesichtsfeld, ist aber an sich weniger stark verkleinert, als
das durch O, erzeugte Bild. Das Periskop besitzt dann eine dreifache Ver-
größerung. Der Handgriff zum Auswechseln der beiden Eintrittsobjektive be-
findet sich neben dem Okular. Um Verwechslungen zwischen beiden Vergröße-
rungen, welche für die Entfernungsschätzung verhängnisvoll werden könnten, zu
vermeiden, ist die Einrichtung getroffen, daß beim Loslassen des Handgriffes die
1’. fache Vergrößerung sich selbsttätig wieder einstellt. — In dem Strahlengang
dieser Periskope finden zwei Spiegelungen an parallelen Flächen mit einander
zugekehrten Einfallsloten statt, so daß das Bild in Rücksicht auf die Spiegelungen
seitenrichtig ist. Ferner kommen zwei Abbildungen vor, so daß sich beide volle
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