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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Forch, C.: Die optischen Hilfsmittel der Unterseeboote, 
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groß sein darf, zu einem sehr kleinen Gesichtsfeld. Nun stellt.aber gerade hin- 
sichtlich des Gesichtsfeldes der Benutzer des Unterseefernrohres die höchsten 
Anforderungen, geht es ihm doch darum, mit einem Blick möglichst viel. zu 
übersehen. In zweiter Linie ist die Lichtstärke des Instrumentes von Bedeutung, 
während die Stärke der Vergrößerung erst an letzter Stelle kommt. . 
Wohl am übersichtlichsten ist in dieser Hinsicht das Fernrohr, das die 
beiden italienischen Marineoffiziere G, Russo und C. Laurenti angegeben haben‘) 
Ein möglichst kurzbrennweitiges Objektiv von großem Öffnungswinkel wirft ein 
reelles Bild auf eine Mattscheibe; dieses Bild wird durch ein zweites langbrenn- 
weitiges Objektiv im vierfachen Brennweiteabstand in gleicher Größe abgebildet 
und durch ein Okular betrachtet. Zwei parallele unter 45° gegen den Horizont 
geneigte totalreflektierende Prismen lenken die Strahlen, wie früher angegeben, 
von der Meeresoberfläche hinab. Ist die Brennweite des zweiten Objektivs ein 
Meter, so ist der Abstand zwischen der ersten Bildebene und der Fokalebene des 
Okulars vier Meter, das Rohr 'erlangt also leicht die erforderliche Länge. Als 
Mattscheibe kann zweckmäßig eine der Kathetenflächen des ersten totalreflektie- 
renden Prismas dienen. Der große Vorteil dieser Konstruktion ist die Einfach- 
heit; diesem steht aber der große Nachteil gegenüber, daß die eingeschaltete 
Mattscheibe überaus starke Lichtverluste bedingt, das Rohr also lichtschwach 
ist. Läßt man die Mattscheibe weg, so muß der Durchmesser des zweiten Ob- 
jektivs und sein Abstand von der ersten Bildebene so bemessen werden, daß die 
Grenzstrahlen des ersten Bildes von dem zweiten Objektiv noch umfaßt werden, 
In diesem Falle wird durch. den Wegfall der Mattscheibe das Gesichtsfeld nicht 
eingeengt, die Helligkeit aber bedeutend erhöht. Um nun mit dem zweiten Ob- 
jektiv einen möglichst großen Bildkegel aufnehmen zu können, ohne dem Rohr 
selbst einen allzu großen Durchmesser geben zu müssen, ist es vorteilhaft, an 
Stelle dieses Objektives deren zwei zu benutzen. Liegt dann der erste Teil dieses 
Objektives im Brennweite-Abstand von der Bildebene des kurzbrennweitigen 
ersten (Einfall-)Objektives, so treten die Strahlen aus ihm parallel heraus. Es 
kann mithin die zweite Teillinse des zweiten Objektives um einen beliebigen Be- 
trag von der ersten Teillinse entfernt liegen. Die zweite Teillinse bildet das 
parallele Strahlenbündel dann in. ihrer Brennebene in gleicher Größe ab. Als 
Beispiel eines solchen Fernrohres seien die Daten einer von P. Triulzi®) be- 
schriebenen Konstruktion angeführt. Das mit seiner optischen Achse wagerecht 
liegende Eintrittsobjektiv besteht aus einem achromatischen Objektiv von 40 mm 
Durchmesser mit nur 65 mm Brennweite und einer Zusatz-Sammellinse von 70 mm 
Durchmesser und 132 mm Brennweite in einem Abstand von etwa 2 cm dahinter. 
Unmittelbar hinter der Bildebene liegt ein totalreflektierendes Prisma, welches 
die Strahlen einem achromatischen Objektiv von 1400 mm Brennweite bei 110 mm 
Durchmesser zuführt, Die nunmehr parallel. verlaufenden Strahlen werden in 
größerem Abstande von einem dritten gleichfalls achromatischen Objektiv auf- 
gefangen und abgebildet, vor der Abbildung fallen sie aber auf ein zweites total- 
reflektierendes Prisma, das sie dem wagerechten Okular zuleitet, 
In schematischer Darstellung zeigt Fig. 1 und 2 das sogenannte kombinierte 
Periskop von C. P. Goerz. Bei der praktischen Ausführung wird auch hier das 
zweite Objektiv O, durch zwei teleskopische Systeme ersetzt. Auf die optische 
Einrichtung näher einzugehen, ist an dieser Stelle nicht möglich. Dieses Periskop 
zeigt bei R, und R, zwei Reflektoten, bei O, das erste Objektiv mit kleiner und 
bei O, das zweite Objektiv mit großer Brennweite. Im Okularkopf ist eine Ein- 
richtung, welche gestattet, entweder mit zwei Augen das Bild auf einer Matt- 
scheibe M objektiv oder ohne diese mit einem Auge und Okular subjektiv zu be- 
obachten. Es hat die erste Beobachtungsweise den Vorzug, daß sie das Auge 
weniger anstrengt als das Schauen mit einem Auge, allerdings. tritt hierbei die 
schon früher erwähnte Einbuße an Lichtstärke ein. In dem Okularkopf sitzt 
das totalreflektierende Prisma R,, dessen Hypothenusenfläche einen. spiegelnden 
4, Britisches Patent 2165 vom Jahre 1902; 
2) Britisches Patent 3744 vom Jahre 1902.
	        
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