Nelting, R.: Der Gestirns - Höhen - Azimut- Stab.
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Es ist nunmehr das Azimut des Gestirns zu bestimmen, indem man den
Läufer auf den Stundenwinkel des Gestirns (2b) in der schmalen Teilung des
Stabes einstellt. Unter den Läuferstrich bringt man dann den Wert Gestirnshöhe
in der Teilung Breite (g). Wird jetzt der Läufer auf (6) in der Teilung »Breite«
des Schiebers gebracht, so ist das Azimut des Gestirns bzw. der Wert (90° — Az)
in der Teilung Azimut unter dem Läuferstrich abzulesen, Das Azimut ist
demnach 63°,
2. Gesucht der Stundenwinkel eines Gestirns.
Breite = + 20° 0’, Abweichung = + 30° 0’, Gestirnshöhe = 61° 8.
Die Berechnung des Stundenwinkels findet in der entgegengesetzten Weise,
wie die Höhenberechnung, statt. Die Übereinstellung der »Gestirnshöhe« und
des Wertes »Breite — Abweichung« ergibt den Wert y über dem Endstrich des
Schiebers, die algebraische Summe der Teilungsbezeichnungen, die Stellung des
Kommas in der Zahl y. Die Subtraktion der Zahl 1 von dem Werte y gibt die
Zahl x, Die weitere Rechnung ergibt sich aus der Darstellung der Höhen-
berechnung des Gestirns Beispiel 1.
3. Gesucht die Abweichung und gerade Aufsteigung des Gestirns zur Be-
stimmung des Namens eines beobachteten unbekannten Gestirns.
Mit Hilfe der Gleichung 2a bestimmt man die Abweichung des Gestirns
aus Az, h und @. Nach Gleichung 10a wird alsdann der Stundenwinkel durch
die Sinusgleichung bestimmt. Die gerade Aufsteigung des Gestirns wird in der
bekannten Weise durch die Gleichung: Gerade Aufsteigung des Gestirns = Stern-
zeit — Sternstundenwinkel, gefunden. Der Stundenwinkel kann auch durch die
Gleichung 4a bestimmt werden.
4. Gesucht das Azimut eines Gestirns.
Wenngleich das Azimut in fast allen Fällen durch die Sinusgleichung
nach Formel 10a gefunden werden kann, so wird es doch vorteilhaft sein, an
Stelle der Sinusgleichung die Gleichung (5a) für das Höhenazimut zu benutzen,
sobald das Gestirn in der Nähe des I, Vertikals steht. Da das Resultat das
Azimut, vom Nordpunkt bis 180° gerechnet, ergibt, während im ersteren Falle
aus der Rechnung nicht ohne weiteres zu ersehen ist, ob das Gestirn nördlich
oder südlich vom I. Vertikal steht.
5. Die Bestimmung der Distanz, des Abgangs- und Ankunftskurses
im größten Kreise.
Die Errechnung der Distanz erfolgt mit Hilfe der Gleichung 7a, die Durch-
führung, wie bei der Höhenberechnung unter Berücksichtigung der der 1. Gleichung
entsprechenden Bezeichnungen der Teilungen der Stabes, Ankunfts- und Abgangs-
kurs ergeben die Gleichungen 8a und 9a, oder man findet dieselben mit Hilfe
der Sinusproportion, .
Die Behandlung der Gleichungen und deren Anwendung ist sehr einfach.
Das Azimut bzw. der Stundenwinkel rechnet beim Gebrauch dieser Gleichungen
vom Nordmeridian von 0° bis 180° bzw, Ok bis 12%, Nordbreite hat positives, Süd-
breite negatives Vorzeichen, dasselbe gilt für die Abweichung eines Gestirns.
Die Höhe des Gestirns ist positiv, wenn das Gestirn über dem Horizont, negativ
wenn. es unter dem Horizont steht. Die Differenz der Seiten, die in allen
Gleichungen zur Anwendung gelangt, ist algebraisch unter Berücksichtigung der
Vorzeichen der Werte zu bilden und positiv zu rechnen,
Betrachtet man nunmehr die Genauigkeit der durch den Stab erhaltenen
Resultate, so ist folgendes beachtenswert, .
In allen vorkommenden Fällen ergibt der Stab bei der Auflösung der
Gleichungen die Resultate innerhalb einer Fehlergrenze von zwei Bogenminuten,
soweit praktische Aufgaben der Navigation in Frage kommen, Wird die Sinus-
gleichung benutzt, so wird das Resultat auf !/,, Grad genau erhalten werden.