\«
Ai
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912.
Schließlich mögen zwei vollständig durchgeführte Beispiele!) den Rechnungs-
gang veranschaulichen:
1912 März 6 9b 35m 30s mittl. Ortszeit wird in 35° 3’ westl. Gr. die wahre
Höhe des Polarsterns 29° 8’ 35” gefunden. Die Breite des Beobachtungsortes ist
hiernach zu berechnen.
Zunächst ist die Ortssternzeit und der Stundenwinkel zu ermitteln:
Mittlere Ortszeit der Beobachtung: 92 35m 308
Westliche Länge in Zeit: + 2 20 12
Mittlere Greenwicher Zeit: 11b 55m 428
Hierfür nach S. 31 des Nautischen Jahrbuches
Gerade Aufsteigung der mittleren Sonne: 22h 57m 228
Ortssternzeit: 88h 32m 5928
Gerade Aufsteigung des Polarsterns
nach S. 172 des Nautischen Jahrbuches: 1h 26m 36%
7h 6m 168
Stundenwinkel t:
Wahre Höhe des Polarsterns: 29° 8,6’
Tafel 1 der graph. Breitentafel: + 19.9’ (ö = 88° 50.5’ ist dem Naut.
2 « « « : + 0.3’ Jahrb. entnommen S, 172.)
Breite: 29° 28.8’ N.
Das Azimut findet sich nach der graphischen Tafel und nach dem Nautischen
Jahrbuch zu 1.3° westlich. Hierzu würde in der graphischen Tafel die dem
Jahrbuch entnommene Abweichung ö mit dem Wert t auf der t-Skala verbunden,
bis zur ungeteilten Skala rechts verlängert und dieser Schnittpunkt wieder
rückwärts mit dem Werte go der @-Skala verbunden und nach links an die
Azimut-Skala verlängert, wo der Wert Az abgelesen wird.
Der Gestirns-Höhen-Azimut-Stab.
Von R. Nelting,
Die erhöhte Bedeutung, welche die Methode Marcq St. Hilaire in neuerer
Zeit sowohl in der Seeschiffahrt wie in der Luftschiffahrt gewonnen hat, gab
die Veranlassung zur Konstruktion eines Rechenstabes, welcher neben der Mög-
lichkeit zur Lösung auch anderer Hauptaufgaben der astronomischen Navigation,
es mit besonderer Einfachheit erlaubt, die Bestimmung von Lage und Richtung
der Standlinien zu ermitteln,
Einfache Handhabung, übersichtliche Anordnung der Rechenelemente, ver-
bunden mit genügender Genauigkeit der erhaltenen Resultate, sichern seine Ver-
wendbarkeit für alle Fälle der praktischen Navigation.
In folgendem sei die Entwicklung‘ des Stabes und seine Verwendung zur
Darstellung gebracht.
Bezeichnet man die Stücke eines Poldreiecks in der üblichen Weise, so
gilt für dasselbe die bekannte Gleichung:
cos z — cosb coap + sinb sin p cost.
) Das Beispiel ist das gleiche wie das im Nautischen Jahrbuch 1912, &, XXI.
2) Die Herstellung hat die Firma Dennert & Pape, Altona. übernommen.‘ Preis 36 1.