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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1912. 
rechnet, dabei ist als größter zulässiger Wert 10 angenommen worden. Setzt 
. I „ 
man mit Koß L = vr? so erhält man 
LK = 875. 
Wie die einzelnen Werte und die mittleren Fehler von a zeigen, ist die 
Ermittelung dieses Koeffizienten bei den meisten Beobachtungsreihen eine recht 
unsichere, Schließt man alle Werte aus, die nicht größer als der fünffache Betrag 
des mittleren Fehlers sind, und setzt als größtes Gewicht 35 fest, erhält man 
ag =19”.2. Läßt man noch die zweite Beobachtungsreihe fort, ergibt sich 
a =— 1978, 
Nach Brehmer ist die Kimmtiefe 
= [109.3 40.0416 (t — 15°)] VH— [22.2 — 0.151 (t — 15°)] 4,. 
Legt man die in dieser Arbeit abgeleiteten Werte für a, und by zugrunde, 
so ist: 
Kt = [107”.0 + 0.0578 (t — 15°)] VE — [19,8 — 0.135 (t — 159)] 4,. 
Daß die Übereinstimmung der beiden Gleichungen eine befriedigende ist, 
zeigt die folgende Tabelle, die für die extremen Fälle von H = 21.0 m, 
+59 0° 
4 = und t = 15° berechnet ist. 
—5° 30° 
H = 210m, 4 = +59 
H — 210m, 4 — —5° 
Br. M. Br. — M. 
ft= @® 3907 3927 _ 
= 150 405 405 0 
| t = 300 420 418 +2 
ft= @ 588" 564” 24 
t =— 159 582 561 431 
| t — 300° 576 558 118 
Der größte Wert von (Br. — M.) beträgt 24”, eine Größe, die für die Praxis 
nicht in Betracht kommt, da man die Kimmabstände doch nur auf ganze Minuten 
genau nimmt. 
Die obige Ausgleichung der verschiedenen Beobachtungsreihen hat also 
gezeigt, daß von den mit gewöhnlichen Bordmitteln angestellten Kimmtiefen- 
beobachtungen nur wenige die erforderliche Genauigkeit besitzen, um aus ihnen 
brauchbare Werte von a und b ableiten zu können. In b gehen die konstanten 
Beobachtungsfehler mit vollem Betrage ein, während bei a in vielen Fällen der 
Faktor sehr klein ist, da Luft- und Wassertemperatur auf offener See meist nur 
wenig differieren. Es ist nicht möglich durch Beobachtungen, die selbst nur auf 
0’.5 sicher sind, Abweichungen nachzuweisen, die häufig nur wenige Zehntel einer 
Bogenminute betragen. 
Graphische Rechentafeln zur Bestimmung von Azimut und Breite mit Hilfe 
des Polarsterns. 
Von Dr. phil. Brehmer, Hamburg. 
(Hierzu Tafeln 10, 11, 12.) 
Folgende graphische Rechentafeln!) zur Bestimmung von Azimut und Breite 
aus Beobachtungen des Polarsterns können als Ersatz dienen für die gleichen Zahlen- 
tafeln des Nautischen Jahrbuchs, Sie haben dieselbe Genauigkeit wie jene: sie 
liefern das Azimut auf Zehntelgrade, die Breite auf Zehntelminuten genau. Der 
Konstruktion der graphischen Tafeln lag die Absicht zugrunde, die Unbequem- 
lichkeit des Gebrauchs der Zahlentafeln zu vermeiden. Diese ist eine zweifache. 
Entworfen nach d’Ocagne, Trait& de Nomographie. Vgl. auch Schilling, Über die Nomo- 
graphie von d’Ocagne, S. 25 bis 29.
	        
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