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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Perlewitz, P.: Die Windverhältnisse in den oberen Luftschichten nach Ballonvisierungen usw. 187 
Wollen wir also die Tabellen S. 41—77 benutzen, um daraus mittlere Ge- 
schwindigkeiten, relative Richtungsgeschwindigkeiten, Isoplethen usw. abzuleiten, 
so wird es nötig sein, vorher einen gewissen Ausgleich der Geschwindig- 
keiten und Richtungen nach den Werten der tiefer und höher liegen- 
den Schichten vorzunehmen. 
Bei genauem Studium der einzelnen Pilotaufstiege wird man vielleicht 
— umgekehrt — aus den plötzlichen und großen Unterschieden in den errechneten 
Geschwindigkeiten zweier benachbarter Höhen auf absteigende oder aufsteigende 
Luftschichten in diesen Höhen schließen können, Pilotbeobachtungen auch in 
diesem Sinne zu untersuchen, dürfte unter Umständen zu einem lohnenden 
Ziel führen, P. Perlewitz. 
Reduktion von Kimmtiefenbeobachtungen. 
Von Dr. Harry Meyer. 
Die Berechnung der von mir in den Jahren 1904/07 angestellten Kimm- 
tiefenbeobachtungen . führte zu dem Resultat, daß die Berichtigung der mittleren 
Kimmtiefe für einen Unterschied zwischen der Luft- und Wassertemperatur von 
1° im Mittel gleich 20”.1 ist, während Koß hierfür 22”2 fand. Da Kohlschütter 
und Brehmer ihren. Untersuchungen die Resultate der österreichischen Beob- 
achtungen zugrunde gelegt haben, liegt die Aufgabe nahe, auch die von anderer 
Seite genommenen Messungen auszugleichen und das Ergebnis mit den Koßschen 
Werten zu vergleichen. Diese Arbeit wurde mir durch die von Dr. Brehmer 
vorgenommene Zusammenstellung der Kimmtiefenbeobachtungen!) sehr erleichtert. 
Jede Beobachtung liefert eine Gleichung von der Form: 
Beob. — Rechn, = 4k;-+a4,;. 
Minute, und die Geschwindigkeit würde für die untere Schicht nur etwa 1.6 m (= CP), für die obere 
6.4 m p. Sek, (= FP) betragen; der Fehler ist noch weit größer geworden. Liegt der Beobachtungsort 
‚echts von O, z. B. in 0”, so wird die Geschwindigkeit in diesem Falle, also für P’, etwa 3,3 und 
1.7 m p. Sek, betragen. Schneidet B,0’ CF gar außerhalb von CF, so erhalten wir für die untere 
Schicht sogar eine negative Geschwindigkeit, d.h. eine Richtungsumkehr oder Schleife in der Ballon- 
5ahn, Wir sehen hieraus, daß auch die plötzlichen oder schnellen Richtungsänderungen 
nicht reell sein brauchen, sondern nur als Rechenergebnisse infolge nicht berücksichtigter 
vertikaler Luftströme anzusehen sind. 
50 mn Höhendifferenz 
Fe 
. 
xx 
9 
PA 
* 
Aus der Annahme der verschiedenen Lage des Beobachtungsortes O, 0’, 0” sehen wir ferner, 
daß die Fehler der berechneten Windgeschwindigkeiten und -richtungen bei auf- oder absteigenden 
Luftbewegungen bei kleinen Höhenwinkeln besonders groß werden. 
ıy Siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1910, S. 120 bis 132, 160 bis 171.
	        
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