accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Perlewitz, P.: Die Windverhältnisse in den oberen Luftschichten nach Ballonvisierungen usw. 183 
Höhe) und von 10km an für jede Höhe sogar drei Beobachtungen (aus 10.0, 
10.5 und 11.0 für 10.5 km Höhe usw.) zur Bestimmung der mittleren Windrichtung 
und -geschwindigkeit benutzt. Hätte der Verfasser statt der je zwei .oder drei 
Beobachtungen aus den benachbarten Höhen nur jeweils das Mittel aus diesen 
genommen, so wäre das Ergebnis nicht schlechter geworden, in Anbetracht der 
Unsicherheit der einzelnen Richtungen in den großen Höhen, und die ver- 
schiedenen Höhenstufen — besonders 5.5 und 6.25 km, 9.25 und 10.5 km — wären 
untereinander vergleichbar geblieben. So erklärt sich auch die wechselnde Zahl 
der Beobachtungen in der untersten Reihe der Tabellen (B., S. 81 u. ff.); z. B. 
folgt (S. 31) auf 36 in 5.5 km 66 in 6.25 km Höhe, trotzdem für die letztere 
weniger Aufstiege zur Benutzung vorliegen. 
Diese Tabellen der relativen Richtungsgeschwindigkeit hat der 
Verfasser auch bildlich in Isoplethen dargestellt. Leider sind aber die 
einzelnen Zahlen nicht vorher nach den benachbarten ausgeglichen, wie man 
gemäß ihrer Entstehung erwarten sollte, so daß einzelne Richtungsgeschwindig- 
keiten in dem Isoplethenbild zu scharf hervortreten. Es sei nur auf ein Beispiel 
hingewiesen: wenn in der Tabelle S. 34 für die relative Richtungsgeschwindigkeit 
in 2 km Höhe für 200° 0.5 angegeben ist, ringsherum aber nur 0.0 oder höchstens 0.1, 
so ist die vereinzelte 0.5 nur als Rechnungsergebnis aufzufassen, das für die 
Darstellung der wirklichen Verhältnisse nach den Nachbarwerten auszugleichen 
und nicht als 0.5-Isoplethe besonders hervorzuheben ist; man bekommt sonst aus 
der Karte eine falsche Anschauung über die tatsächlichen Verhältnisse, 
In der Tabelle der sogenannten »Resultierenden Windvektoren« gibt 
uns der Verfasser noch eine weitere tabellarische Darstellung der Winde und 
zwar von den resultierenden Richtungen in den verschiedenen Höhen und 
den zu diesen Richtungen gehörenden Geschwindigkeiten. Aus der 
Tabelle der Windvektoren, die hier in Tabelle 3 gekürzt wiedergegeben ist, und 
den Isoplethen ergeben sich die Hauptresultate der van Bemmelenschen 
Arbeit: 
Tabelle 3. Resultierende Windrichtung und Windgeschwindigkeit. 
Höhe 
km 
Yan 
0,5 
1.5 
6.2 
8,2 
13.5 
Dez.— Febr. 
Südsommer 
W348 25 
W178 43 
W 48 44 
W598 1.1 
0145 36. 
| 020N 154 
Juli—Sept,. 
Südwinter 
0558 13 
014S 3.6 
O11N 54 
O1LN 86 
O18N 15.7 
der resultierenden 
Geschwindigkeit 
Jahresmittel N 
'der auf gleiche Dichte 
reduz. resultierenden 
Geschwindigkeit 
1.9 
2.9 
2,9 
3.0 
4.7 
| 
1.7 
25 
2.3 
14 
1.8 
25 
»Im südlichen Sommer lagert über Australien eine Depression, die den 
NO-Passat der nördlichen Hemisphäre über den Aquator zieht und Luft aus dem 
nordöstlichen Teil des Indischen Ozeans saugt. Diese Luft strömt über Java als 
NW bis SW (?)-Wind der Depression zu, bringt Regen und Wind und wird West- 
monsun genannt.« Der Monsun reicht bis über 6km Höhe. Oft weht er in 
der untersten Schicht unter dem Einfluß des zur Zeit der Beobachtungen (7 bis 8% V) 
herrschenden Landwindes aus SSW. 
»Im südlichen Winter lagert über Australien ein Hochdruckgebiet, aus 
dessen Nordseite die Luft als südöstlicher Wind strömt. Dieser Wind fällt zu- 
sammen mit dem SO-Passat und ist auch besser so zu nennen.« Das Vor- 
herrschen des SO-Passats zeigt sich im Sommer erst über dem unteren 
W-Monsun in 6bis10km Höhe. Im Winter dreht er schon in etwa 
3km Höhe über O nach ONO und wird dann von van Bemmelen wegen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.