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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Perlewitz, P.: Bestimmung der Windrichtung und Windgeschwindigkeit in der Höhe usw. 179 
vornehmen, auf dem die Visierungen notiert werden, während der Vorteil gegen- 
über der Benutzung des sehr sinnreichen aber unhandlichen Apparates von 
Höllerer-Sendtner, der die Geschwindigkeit und Richtung rein graphisch ab- 
zuleiten gestattet, in der Billigkeit und Einfachheit zu suchen ist, Der letztere 
kostet 153 /, unser Rechenschieber dagegen nur 21 /*); im übrigen kann 
man auch jeden anderen Rechenstab zur Bestimmung von h etg 8 benutzen und 
dazu nur noch ein kleines Lineal mit Spitze und den beiden verschiedenen 
Skalen, Ein solches Lineal ist auf der Drachenstation der Seewarte nebenher 
auch ständig in Verwendung und kostet 9.1). Für den, der den tg nicht mit 
dem Rechenschieber bestimmen will, genügt solches Lineal. Seines großen Ge- 
wichtes wegen eignet sich der Sendtnersche Apparat auch kaum für fliegende 
Pilotballonstationen, wie solche mit großem praktischen Erfolge von Assmann 
für die Flug- und Luftfahrt bereits in Deutschland eingeführt sind. Außerdem 
bedarf es bei Benutzung dieses Apparates zur Zeichnung der Ballonbahn neben 
dem Blatt für die Beobachtungen noch eines Bogens Pauspapier von etwa 
60 X 60 cm Größe, während wir für Beobachtungstabelle und Zeichnung zusammen 
nur einen halben Bogen gebrauchen, und die Genauigkeit sowie die Schnelligkeit 
der Auswertung — während der Beobachtungen selbst — ist dort nicht größer 
als bei uns. Fe. 2 
Eine sehr einfache graphische Methode zur BB 
Bestimmung des etg,' die ich E. Stück verdanke, findet 
vielleicht‘ bei den Gegnern des Rechenschiebers größeren 
Anklang. 
Zwei parallele Linien Oh’ und Px’ (Fig. 2) werden 
von einer dritten OP unter einem beliebigen Winkel 
— von etwa 30° — geschnitten. Die Abschnitte auf Oh’ 
sollen die Höhen des Ballons, die Abschnitte auf Px’ 
die gesuchten Horizontalentfernungen darstellen, Die 
Schnittlinie OP.ist nun derart. von 0 bis 90 zu teilen, daß 
die Verbindungslinie irgendeines Punktes @ auf ihr mit 
irgendeinem Höhenpunkt H auf Oh’ von Px’ eine Strecke x 
abschneidet, die gleich der Horizontalentfernung des 
Ballons ist, also gleich h-ectga°. - ; 
Es sei z. B. a = 35° und h = 100 m, dann suchen 
wir auf OP den Teilpunkt 35 auf und verbinden ihn mit 
dem Teilpunkt h = 100 m auf Oh’; die Verlängerung der 
Verbindungslinie‘ schneidet dann auf Px’ eine Strecke ab, die gleich 100 . ctg 35° 
== 143 m sein soll. . 
Ist also die Schnittlinie in der richtigen Weise ‚geteilt, so .braucht man, 
um den ectg irgendeines Winkels zu finden, nur ein Lineal oder. besser einen mit 
einer geraden Linie versehenen Zelluloidstreifen an «x und h anzulegen und auf 
der zweiten Parallelen den Schnittpunkt abzulesen.“ 2. 000 . 
Die Teilung der Schnittlinie ist in folgender Weise leicht zu berechnen: 
Für die Horizontalentfernung x gilt die Bedingungsgleichung 
(1) N x= h-.ctga, . 
wo « zwischen 0° und 90° variiert und h proportional der Zeit t, bei unseren 
Aufstiegen = t- 150 m ist. . 
Außerdem ergibt sich, da wir Px’| Oh’ gezeichnet haben, für einen be- 
liebigen Punkt «, wenn wir MP = MO mit e und Ma mit u bezeichnen: 
@ Sau, 
h 0« e—u 
Eliminieren wir x aus Gleichung (1) und (2), so ergibt sich: 
eig a. = Stu oder u= Merl, 
e—u eiga-+1 
und nach einer bekannten Umformung 
u = tg (45° — a) - € 
A Bei Dennert u. Pape, Altona, Friedenstraße.
	        
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