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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1912. 
Richtung kurze Zeit Donner beobachtet worden. Nach dem Erdbeben setzte nun 
7b 50° ein heftiger Regen ein, der bis zum Mittag des nächsten Tages anhielt, 
Am Sonnabend früh wurde eine Regenmenge von 218 mm beobachtet, die Feuchtig- 
keit zu 85%. 
Das Barometer und Thermometer zeigte keine Ausschläge. 
Das Erdbeben war von einer Flutwelle begleitet, die im Matupi-Hafen 20 cm 
über dem normalen Wasserstand erreichte und ein schnelles unregelmäßiges 
Fallen und Steigen des Wassers verursachte, das erst gegen Mitternacht wieder 
zur Ruhe kam. (Siehe die Pegelkurve in der Textfigur.) Im Hafen von Rabaul 
betrug die Höhe der Flutwelle bis 50 em über dem normalen Wasserstand. 
3.80 m 
0.70 m 
3.60 m 
0.50 m 
0.40 m 
530m ı 
1911 64. 
2 Sept 
Of 
10h 
jo N 
An Land wurde das Beben bedeutend heftiger verspürt wie an Bord, doch 
wurde an Häusern und Bäumen kein Schaden angerichtet. Nur die sehr bau- 
fällige »Bennigsen-Brücke«, die Matupi mit dem Festlande verbindet, wurde zum 
Teil fortgerissen und etwa 100 m südlicher an der NO-Ecke von Matupi auf den 
Strand gesetzt, ; 
In den folgenden Tagen zeigten die meteorologischen Beobachtungen nichts 
Besonderes. Weitere Stöße wurden nicht verspürt. 
2. Seebeben im Nordatlantischen Ozean am 7. November 1911. Der 
Deutsche Schulschiff-Verein erhielt vom Kapitän des Schulschiffes »Prinzeß Eitel 
Friedrich«, Herrn Kapitän Dreßler, im Reisebericht über die Reise von Madeira 
nach Barbados folgende Nachricht: 
»Am Dienstag, den 7. November, nachmittags 3 Uhr 30 Min., wurden kurz 
hintereinander zweimal starke Erschütterungen des Schiffes wahrgenommen, als 
ob das Schiff über felsigen Grund lief oder gegen harte Gegenstände stieß. Da 
keinerlei sonstige Ursachen festgestellt werden konnten, so werden diese Er- 
schütterungen des Schiffes auf ein Seebeben zurückzuführen sein. (Breite 14° 30’N, 
Länge 54° 0’ W.) Die See blieb gleichmäßig bewegt, wie sie vorher gewesen 
war, Barometer- und Thermometerstand zeigten keine Schwankungen. Das Schiff 
blieb dicht. 
Bei meiner Ankunft hier wurde mir mitgeteilt, daß in der Nähe der Insel 
Trinidad eine neue Insel durch unterseeische vulkanische Ausbrüche sich gebildet 
habe, doch konnte ich bisher nichts Näheres über die Zeit erfahren.« ; 
Über die Bildung einer neuen Insel bei Trinidad am 4, November 1911 
teilt der »Hamburgische Correspondent« folgendes mit: 
»Die Bildung einer kleinen Insel gegenüber der Südküste von Trinidad 
erregte, wie aus Port of Spain gemeldet wird, große Aufregung in der Kolonie. 
Wolken von Rauch und Feuer, die aus dem Meer hunderte von Fuß in die Luft 
schossen, gingen der Bildung des Landes vorauf, Am Morgen des 4, November 
beobachtete ein Fischer einen «kleinen Landkegel, der sich aus dem Meer erhob, 
wo vorher nie etwas von Land zu sehen war. Beim Näherkommen sah er das 
Wasser wild bewegt und er ruderte so schnell wie möglich wieder fort, da er 
fürchtete zu kentern. Gegen Abend gab es einen lauten Knall und dichte Rauch- 
wolken und schließlich helle Feuerflammen drangen in die Luft. Die neue Insel, 
die ungefähr 2!/, Acres groß ist, liegt ungefähr drei Kilometer von dem Dorf 
Chatham entfernt in der Bucht von Erin. Der Gouverneur Sir George 
Le Hunte landete mit seinem Gefolge auf der Insel, trotzdem die Oberfläche 
noch heiß war. Zwei Krater sind vorhanden, die eine Öffnung von ungefähr 
2m haben. Der höchste Punkt befindet sich ungefähr 5 m über dem Meeres- 
spiegel.«
	        
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