166 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1912.
Blackwood-Flusses rw. 321° (mw. NWzN) peilt. Bei westlichen Stürmen muß man
jedoch auf die schweren Böen vorbereitet sein, die von den Bergen nördlich von
Kap Leeuwin herabwehen.
Gezeiten. Die Hafenzeit für die Flinders-Bucht ist 10% 35min; die Hoch-
wasserhöhe bei Springtide beträgt 0.8 m, bei Nipptide 0.6 m.
Wind, Wetter, Klima. Bei Kap Leeuwin trifft man sehr schwere Stürme
an, die im Winter schnell aufeinander folgen, Ihre Annäherung ist aber immer
am Barometer zu erkennen, das gewöhnlich schon 1 bis 2 Tage vor Eintritt des
Sturmes zu fallen beginnt. Südlicher Strom sowie Steigen des Wassers über
den gewöhnlichen Stand sind immer sichere Zeichen eines herannahenden Nord-
weststurmes. Die Windverhältnisse, die in Augusta während einer fünfjährigen
Untersuchungsperiode vorherrschten, zeigt nachstehende Tabelle:
Monat
A
I Anzahl der Tage nn
ol oo 1 so l| s [sw | w | NW | Stille [Stürme
Januar ......
Februar ..
März ......
April, ....
Mai. 0.020.000.
Juni ......4
N
August. .....
September ....
Oktober .....
November ....
Dezember ...-
Im ganzen Jahr | 30 | 31 | 82 |
€*
ä
8
e
1
|»
”
&
1%
57
| 53 | 59 | 66 | 35
9
| 46
Der mittlere jährliche Luftdruck beträgt 762.7 mm, als höchster wurde
780 mm, als niedrigster 729.2 mm beobachtet. Die mittlere Jahrestemperatur ist
16.7°C, als höchste wurde 39.9° C, als niedrigste 6.1° C gemessen, Regen fällt
im Jahre durchschnittlich 904 mm; es ist dies die größte durchschnittliche
Niederschlagsmenge in Westaustralien,
Einsteuerung. Die beiden Richtbaken auf der Barrack-Huk in rw. 270°
(mw. W'/„N)-Peilung in Linie gehalten, führen nördlich von der Coles-Klippe
nach den Landungsbrücken von Augusta,
Hafenanlagen. Es sind zwei Landungsbrücken vorhanden, Die größere,
zum Holzverschiffen errichtete, befindet sich etwa in der Mitte zwischen der
Mathew-Huk und der Mündung des Blackwood-Flusses, Sie ist im ganzen etwa
335 m lang und bietet an ihrem Außenende zwei Schiffen bequemen Platz zum
Anlegen. Jeder der Plätze hat 128 m Länge und 9.1 m Tiefe an dem inneren
Ende, Als Fender dienende Pfähle sind an beiden Seiten der Brücke eingerammt,
wodurch Schiffe auch bei rauhem Wetter ohne Schwierigkeit längsseit liegen
können. Außerdem ist auch das Außenende der Brücke in südöstlicher Richtung
in die Bucht hinausgebaut, wodurch die Schiffe gegen die SO-Dünung liegen, was
zur Sicherheit der Schiffe beiträgt, namentlich wenn sie an der NO-Seite der
Brücke vertäut sind. Schiffe vertäuen an der Brücke mit 4 Springs, die vom
Lande zum Preise von 10sh 6d per Tag geliefert werden, Gleise sind auf der
Brücke angelegt, die direkt zu den Sägemühlen führen. Vier Verholtonnen sind
längsseit der Brücke ausgelegt, Schiffe, die in der Nähe dieser Tonnen ankern,
müssen darauf achten, daß sie mit ihrem Anker nicht unklar von den Ketten
der Tonnen kommen. Löschen und Laden geschieht an dieser Brücke direkt
in und aus Eisenbahnwagen., Zum Holzladen sind Dampfwinden auf der Brücke
aufgestellt. Es können im Tage 300 bis 400 Last Jarrah-Schwellen geladen werden,
Nachts wird nur selten gearbeitet. Nördlich von dieser Brücke ist die alte Brücke.
Dieselbe ist etwa 122 m lang und nur für kleinere Schiffe zum Anlegen geeignet.
Dockanlagen sind nicht vorhanden, Kleinere Reparaturen können von den
Werkstätten der Holzverschiffungs-Gesellschaft ausgeführt werden.