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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

160 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1912, 
keine gefahrdrohende Lage entstehen kann. Bei großer Annäherung an die 
Küste treten die höheren, aber weiter landeinwärts gelegenen Berge und Berg- 
züge immer mehr zurück und erscheinen in etwa 7 bis 5 Sm von der Küste nur 
ebenso hoch, wie die viel niedrigeren Erhebungen im Strandgebiet, In diesem 
Abstand macht das Erkennen der vorhandenen Landmarken keine Schwierig- 
keiten mehr, zumal wenn von Westen kommend die Vertonung vom Aufnahme- 
punkt A, von Süden kommend die vom Aufnahmepunkt B der Brit, Adm-Krt. 
Nr. 1062, und die Vertonung vom Aufnahmepunkt B auf der Brit. Adm-Krt. 
Nr. 1063 und schließlich, wenn man von Osten kommt, die Vertonung vom Auf- 
nahmepunkt A auf der Karte Nr. 1063 in Verbindung mit den sonstigen Angaben 
der beiden Karten betrachtet. Es erscheint daher auch überflüssig, eingehende 
Beschreibungen der Landmarken in der weiteren Umgebung der Portland-Bucht 
folgen zu lassen. 
Kap Nelson ist durch seinen 24 m hohen weißen steinernen Turm, dessen 
Feuer 76 m über Hochwasser brennt, deutlich gekennzeichnet. Das Kap ist un- 
regelmäßig geformt und besteht aus steilen Küstenabhängen von etwa 60 m 
Höhe, steigt dann landeinwärts in schwach mit Holz und Gras bestandenen 
Hügeln bis zu 140 m Höhe in dem Picnie-Hügel an. Ähnlich ausgebildet, nur 
weniger hoch, sind Kap Sir W. Grand und die Danger-Huk, die, wenn man von 
Westen kommt, nacheinander sich vorschieben, während die Lawrence-Klippen 
schon früher in Sicht kommen. Diese nur 1 Sm von der Danger-Huk entfernten 
Klippen bestehen aus zwei kleinen aber recht deutlich hervortretenden Kalk- 
felsen, von denen der größere in zwei Spitzen bis zu 40 m Höhe sich erhebt. 
Eine gleich gute und unverkennbare Landmarke für die An- und Einsteuerung 
der Bucht ist die Lady Julia Perey-Insel, besonders für vom Osten kommende 
Schiffe. Sie bietet von allen Seiten gesehen den gleichmäßigen glatten Anblick 
mit steilen Küstenabhängen. Nur der südliche Teil des dreieckigen Eilands ist 
46 m hoch und etwa 1m höher als an den übrigen Rändern, wodurch eine kaum 
bemerkbare Neigung nach Norden entsteht und der Eindruck einer genau hori- 
zontalen Tafel gestört wird. Die für die Einsteuerung in die Bucht und für das 
Heranholen an die Landungsbrücken notwendigen Landmarken sind durch den 
Plan des Hafens, Brit, Adm-Krt. Nr, 2501, und nach dem Leuchtfeuerverzeichnis 
so klar erkennbar, daß eine nähere Beschreibung überflüssig ist. Hierzu ist nur 
noch darauf hinzuweisen, daß neuerdings in der Stadt am Fuße der neuen langen 
Landungsbrücke eine Kirche mit einem gut aus der Umgebung hervorragenden 
spitzen Turm errichtet worden ist. 
Leuchtfeuer. Siehe Leuchtfeuer aller Meere 1912, Heft VII, Titel IX, 
Nr. 3001 bis 3013. Lloyds-Signalstation befindet sich bei dem Leuchtturm 
auf Kap Nelson. Eine Signalstelle befindet sich auch in der Nähe des Leucht- 
turms auf Whaler Point, mit der man nach dem Internationalen Signalbuch ver- 
kehren kann und die unmittelbar mit dem Telegraphennetz von Australien ver- 
bunden ist. N 
Lotsenwesen. Eine Lotsenstation ist in Portland vorhanden, Über 
Lotsensignale siehe »Allgemeines über die Häfen des Staates Victoria«. Lotsen- 
tarif. Dampfer einkommend wie ausgehend: 1l/, d für die R-T. netto; Höchst- 
betrag 14 £, niedrigster Betrag 30 sh. Segler 2!/, d für die R-T. netto; Höchst- 
betrag 10 £, niedrigster Betrag 2 £. Es herrscht Lotsenzwang. 
Rettungswesen. Ein Rettungsboot und ein Raketenapparat sind vor- 
handen und untergebracht bei der alten Landungsbrücke der Eisenbahn. 
Quarantäne und Zollbehandlung wird wie in allen Häfen Viectorias ge- 
handhabt, 
Der Ankerplatz auf der Reede ist sehr geräumig und bietet unter gewöhn- 
lichen Witterungsverhältnissen einer kleinen Flotte der größten Schiffe genügend 
Raum und sicheren Aufenthalt auf gutem Ankergrund, Dieser besteht meistens 
aus Kalkstein, der stellenweise große Löcher hat, die angefüllt sind mit Sand, 
vielfach auch mit blauem Ton und kleinen Felsblöcken. Der Ankerplatz ist als 
sicher zu bezeichnen trotz der beständig hereinlaufenden hohen Dünung, die an 
der Küste, selbst vor der Stadt und auf allen Untiefen in der Bucht, je nach den
	        
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