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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Allgemeine Verhältnisse der Häfen und an den Küsten des Staates Victoria (Australien). 159 
5. Australische Bürger, die auf ausländischen Schiffen angemustert und 
desertiert sind, können ohne ihre Einwilligung nicht wieder an Bord zurück- 
gebracht werden, Es kann aber eine Bestrafung anderer Art über sie verhängt 
werden. 
6. Wenn das Schiffszertifikat eines Dampfers vom Englischen Handelsamt 
(Board of Trade) ausgestellt oder anerkannt ist, so ist dieses Schiff von einer 
Besichtigung durch die australische Behörde befreit. 
7. Die amtlichen Vorschriften über die Schiffsausrüstung fordern Ein- 
richtungen für drahtlose Telegraphie auch für fremde Passagierschiffe, 
8. Der Minister ist beauftragt, aus Reedern, Kaufleuten, Versicherern, 
höheren Schiffsoffizieren und Seeleuten einen marine-technischen Beirat zu wählen. 
Die Auslegung dieses Gesetzes ist so zu verstehen, daß das Verbot, die 
eigene Mannschaft Ladungsarbeiten ausführen zu lassen, sich gegen die Schiffe 
richtet, die schlecht bezahlte farbige Mannschaften angemustert haben oder be- 
schäftigen, wo weiße Arbeiter zur Verfügung stehen. Aber der Minister ist 
andererseits berechtigt, dieses Verbot in solchen Fällen aufzuheben, wo weiße 
Schauerleute für Ladungs- und Landungsarbeiten nicht zu erlangen sind, 
Portland in Victoria (Australien). 
(Amtlich,) 
Nach englischen Quellen. Brit. Adm-Krt. Nr. 2759b, Australia‘ (Southern Portion); Nr. 1062, South 
Coast of Australia, Rivoli Bay to Cape Otway; Nr. 1063, Australia South Coast, Western Approach 
to Bass Strait; Nr. 2504, Portland Bay. 
Portland liegt in südwestlicher Richtung etwa 225 Sm von Melbourne, an 
der Portland-Bucht. Der Hafen ist einer der bedeutendsten des Staates Victoria 
und die Stadt ist die Hauptstadt der Provinz Normanby. Unter gewöhnlichen 
Witterungsverhältnissen ist der Hafen als gut zu bezeichnen, nur in den seltenen 
Fällen eines andauernden Südoststurmes müssen auch große Seeschiffe ihn ver- 
lassen und nach See flüchten. Die geographische Lage des Leuchtturmes auf 
Whaler Point, unmittelbar nördlich von Stadt und Hafen ist 38° 20’ N-Br., 141° 
37’ O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1912 beträgt etwa 6,9° Ost; die jähr- 
liche Anderung ist sehr gering. 
Allgemeines. Portland wurde im Jahre 1834 gegründet, ist die älteste An- 
siedelung im Staate Vietoria und der Ausfuhrhafen aller Erzeugnisse des um- 
liegenden ausgedehnten Acker- und Weidelandes, Die Reede bietet außer bei 
SO-Stürmen sicheren Ankerplatz für die größten Seeschiffe; Küstenfahrer finden 
hinter einem künstlichen Hafendamm sicheren Schutz, Die Hafeneinrichtungen 
sind der Bedeutung der hauptsächlichen Ausfuhr und den modernen Anforde- 
rungen der Schiffahrt angepaßt, Ansteuerung und Einsteuerung auf die Reede 
bieten keinerlei Schwierigkeiten weder bei Tage noch während der Nacht. 
Landmarken. Wenn man sich bei Tage und klarem Wetter der Küste von 
Vietoria hier nähert, so wird der 32 Sm landeinwärts von Kap Nelson liegende 
442 m hohe Napier-Berg in Sicht kommen und die Richtung angeben, in der man 
die Portland-Bucht zu suchen hat. Man wird auch den 25 Sm landeinwärts 
15 Sm östlich vom Mount Napier gelegenen 439 m hohen Mount Rouse sichten. 
Von Südwesten aus in 12 bis 15 Sm Abstand von der Küste erscheint das Hoch- 
land von Kap Bridgewater wie bedeckt mit weißen Sandflecken. Näher an das 
Land heransteuernd kommt auch der unmittelbar an der Bucht liegende 186 m 
hohe Mount Clay in Sicht. Dieser Berg mit seinem abgeflachten und in der Mitte 
eingekerbten Gipfel ist auch bei weniger sichtigem Wetter selbst für den Landes- 
unkundigen das sichere Erkennungszeichen für die Lage der Portland-Bucht. 
Er darf aber nicht mit dem 217 m hohen und 14 Sm westlich von ihm nördlich 
von dem Kap Bridgewater liegenden und ihm äußerlich ähnelnden Mount Rich- 
mond verwechselt werden, wenn auch durch eine Verwechselung beider Berge
	        
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