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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Allgemeine Verhältnisse der Häfen und an den Küsten des Staates Victoria (Australien), 157 
Nebel ist in Südaustralien sehr selten. Der Dunst, der in den Sommer- 
monaten mit der Seebrise an der Küste auftritt, vermag nur Gegenstände auf 3 
bis 4 Sm Entfernung zu verschleiern, 
Luftspiegelungen, die bekanntlich durch die ungleichmäßig erwärmten 
unteren Luftschichten entstehen und ein sicheres Zeichen sind, daß man weder 
den gemessenen Gestirnhöhen noch den Abstandschätzungen von Landmarken 
trauen darf, sind bei den häufig auftretenden starken Temperaturschwankungen 
an den Küsten Australiens häufig, auch an den Küsten Victorias, hauptsächlich 
beim Kap Howe und weiter nördlich bis Port Jackson. In der Natur der Er- 
scheinung liegt es, daß sie bei den heißen ablandigen Winden und bei schönem 
Wetter auftreten. Besonders auffällig äußern sie sich an der SO-Küste nach den 
drückend heißen NW-Winden, die plötzlich nach SO und SSW umspringen, 
wobei in weniger als einer halben Stunde Temperaturstürze von 38° auf. 18°C 
vorkommen. 
Lloyds-Signalstationen sind vorhanden bei Kap Nelson, Kap Otway, Point 
Londsdale, Queenscliff, Kap Schanck, Wilson-Vorgebirge und auf Gabo-Eiland. 
Lotsenwesen. In folgenden Hafenplätzen sind Lotsen vorhanden: Portland, 
Port Fairy, Warnambool, Geelong,. Melbourne, Port Albert, Gipps Land Lakes 
Entrance,. Am Tage wird das gewöhnliche Lotsensignal, die Flagge P im Vor- 
topp, gehißt, nachts ein Licht alle 15" über der Reeling oder ein Flackerfeuer. 
in kurzen Zwischenräumen 1min lang gezeigt. Schiffe, die keines Lotsen be- 
dürfen, müssen eine weiße‘ Flagge im Großtopp: 5 Sm außerhalb des Hafens 
hissen und beim Ankern erst niederholen. 
Rettungswesen. Alle Leuchttürme in Vietoria sind mit Proviant, Kleidungs- 
stücken und einer Medizinkiste für Schiffbrüchige versehen. (Lfv. 1912, Heft VII, 
Titel IX, S. 124 Fußnote.) 
Besondere in den Häfen Victorias gebräuchliche Signale: 
Signal 
Weiße Flagge im Vortopp 
Rote Flagge (Stander B) im Großtopp 
Nationalflagge im Besans- oder Kreuztopp 
Flagge P im: Vortopp 
Nationalflagge im Vortopp 
Blaue Flagge im Großtopp 
Flagge B am: Heck 
Bei Tage Nationalflagge im Großtopp; bei Nacht 
zwei vertikal 1.5 m (5 Fuß) übereinander hän- 
gende Lichter an Rahe oder Mast 
Flagge P über dem Heck am Flaggenstock oder 
an der Gaffel 
Flagge am Heck oder im Achtermast 
Weiße Flagge im Großtopp 
Flagge M im Besanstopp . 
Nationalflagge, darunter blaue Flagge im Großtopp 
Gelbe Flagge Q im Großtopp 
Rote Flagge am Flaggenstock eine Stunde vor 
dem Ablauf 
Flagge S' am Besanstopp 
Rote Flaege.-am Ort der Sprengungsarbeiten gehißt 
Bedeutung 
Post an Bord. 
Schießpulver befindet sich an Bord. 
Auswanderer befinden sich an Bord. 
Seelotse., 
Hafenlotse, 
Zolloffizier wird an Bord gewünscht, 
Ärztlicher Beistand gewünscht. 
Hafenpolizei, 
Zollboot, 
Schleppdampfer wird gewünscht. 
Ausklariert, fertig zum Ausgehen, 
Schiff hat Wasser notwendig (Wasserboot). 
Sanitätsbeamter gewünscht. (In Victoria versehen 
die bei Ankunft des Schiffes zuerst an Bord 
kommenden Zollbeamten die äußeren Formali- 
täten des Gesundheitsdienstes; wenn ernstliche 
Krankheitsfälle auf dem ankommenden Schiffe 
vorliegen, veranlassen die Zollbeamten die Unter- 
suchung durch den Hafenarzt, dann wird Flagge B 
am Heck gehißt,) 
Quarantäne. 
Vor dem Stapellauf oder Verlassen des Schlipp. 
Ballast erwünscht, ; 
Sprengungen sind im Gange.
	        
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