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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Burath: Erdmagnet, Vermessung des Indischen Ozeans durch die amerikanische Yacht »Carnegie«, 147

westlichen Deklination von ungefähr 11’, nordwestlich von Neu - Amsterdam
(35° S-Br, und 75° O-Lg.) eine Zunahme von 13’ und schließlich südlich von
Mauritius und Rodriguez (25° S-Br. und 61° O-Lg.) eine Zunahme von 5. Wenn
diese Zahlenwerte auch keineswegs als einwandfrei angesehen werden dürfen, so
bieten sie doch wenigstens einige Anhaltspunkte für die Entscheidung der Frage,
ob man in jenen Gegenden mit einer Zunahme oder einer Abnahme der Mißweisung
 zu rechnen hat. Welch beträchtlichen Schwankungen die jährliche
Änderung gerade im Indischen Ozean unterworfen ist, läßt sich z. B. aus den
Beobachtungen der beiden Observatorien zu Tananarivo und Mauritius ersehen,
die auf fast gleicher Breite liegend nur einen Längenunterschied von 10° haben.
Während nach den regelmäßigen Beobachtungen zu Tananarivo und den neuesten
auf der Insel Madagaskar erhaltenen Vermessungsergebnissen!) die Mißweisung
im mittleren Teile der Insel eine jährliche Abnahme von 12’ bis 15’, im südlichen
Teile sogar bis zu 18’ zeigt, ergeben die Beobachtungen des Observatoriums zu
Mauritius gegenwärtig eine jährliche Zunahme von 2’ bis 3. Aus diesen ganz
bedeutenden Unterschieden, die sich an zwei gar nicht so weit voneinander entfernt
 liegenden Punkten zeigen, geht deutlich hervor, wie unsicher die bisherigen
Annahmen über Vorzeichen und Größe der jährlichen Änderung in dem ganzen
mittleren Teile des Indischen Ozeans sind, wo nur ganz vereinzelt die Möglichkeit
vorliegt, durch gelegentliche Wiederholung von Messungen an bestimmten Landstationen
 Werte für die jährliche Änderung abzuleiten. Um so eher wird man
daher zu dem von L. A. Bauer eingeschlagenen Verfahren seine Zuflucht nehmen
müssen, wenn man auch niemals dabei außer acht lassen darf, daß die. so erhaltenen
 Werte eben nur ganz rohe Annäherungswerte darstellen können,
Um die bisher im Indischen Ozean gewonnenen Resultate und die dadurch
notwendig gewordene Verbesserung ‚der Isogonenkarte für 1910 möglichst bald
der praktischen Schiffahrt zugute kommen zu lassen, ist in Tafel 9 der Versuch
gemacht worden, für die von dem Schiff »Carnegie« bisher durchforschten Gebiete
die Isogonen für die Epoche 1911.5 neu zu entwerfen. Ein weiteres Ausziehen
der Linien in der östlichen Hälfte des Indischen Ozeans ist unterlassen worden,
da dort, besonders in dem südlicheren Teile, bisher keine oder nur ‚äußerst
spärliche Grundlagen vorhanden sind. Mit Sicherheit ist zu erwarten, daß, wenn
das Schiff »Carnegie« seine Vermessungen auch auf das Gebiet zwischen Australien
und den Inseln Neu-Amsterdam und St, Paul ausdehnen wird, sich dort mindestens
ebenso große Abweichungen herausstellen werden, wie sie in dem westlichen Teile
gefunden worden sind,
Über die Resultate, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1911 auf der
weiteren Reise von Mauritius nach dem Arabischen Meere und von da über
Colombo nach Batavia erhalten worden sind, liegt bisher noch kein Bericht vor.
Es ist aber anzunehmen, daß sich auf dieser Strecke nicht so bedeutende Fehler
der Karten zeigen werden, da dort schon etwas mehr Beobachtungsmaterial aus
früheren Jahren vorliegt und die Mißweisung ihre an sich kleinen Werte von Ort
zu Ort nur langsam Ändert. Burath.

Reise des deutschen Dreimastschuners „Bolivar“
von Hamburg nach Santos, Maracaibo und zurück nach Hamburg,
November 1910 bis September 1911.
Nach einem Bericht des Kapitäns F, Schepp.
Am 24. November 1910 verließ »Bolivar«, beladen mit Stückgut, im
Schlepptau eines Dampfers den Hamburger Hafen, um die Reise nach Santos
anzutreten. Abends 7% passierten wir das Feuerschiff »Elbe I«. Da es fast still
und auch neblig war, wurde der Schlepper noch beibehalten. Später kam der
1 Annales hydrozraphiques. Bd. XXX. Paris 1910. 8. 163 u. £.
            
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