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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Petersen, J.: Hydrographie und Meteorologie Finnlands und der benachbarten Meere usw. 139 
(Fig. 1; F53, F 43, F 37), besonders für die Absorption des violetten und Durch- 
Jässigkeit des roten Lichts (an den Küsten herrscht die rotbraune Farbe vor). 
Station F 53 liegt in der Mitte des Finnischen Golfes auf der Höhe von Helsing- 
fors, F43 bei Hogland, F 37 in der Mündung der Viborg-Bai. Mit Vanda ist 
die Absorptionskurve für den Fluß Vanda bei Helsingfors bezeichnet. Diese 
physikalische und chemische Fragen berührende Erscheinung der veränderlichen 
Absorptionsfähigkeit des Wassers ist eine der interessantesten und am wenigsten 
untersuchten der: Hydrographie. Auffallend ist vor allem die bereits von 
Fr..Oltmann nachgewiesene Absorption des Ostseewaässers für Violett und Blau, 
die im reinen Wasser und im Wasser des Mittelmeeres fehlt (für Ozeanwasser 
sind die Absorptionskoeffizienten noch nicht bestimmt). Krümmel sieht diese 
Erscheinung an als eine Folge starker Versetzung des untersuchten Wassers mit 
feinerer Trübung ‚oder gelösten Stoffen, Einige Experimente geben Aufschluß 
über die Änderung der Absorptionsfähigkeit bei Zumischung von gelösten Stoffen, 
Fig, 1. Fig, 2, 
100% m 
309/0 
30% 
10% 
50% 
50% 
40% 
309% 
Y) On 
100 9/9 
0% 
0% 
10% 
30% 
09% 
40% 
3099 
20% 9 
10% 
(1177 FL id 0 
wm 430 450 500 550 600 650 690 480 450 500 550 600 650 690 zpe 
‚imett blau grün gyclb orange rot violett blau grün gelb orange rot 
Aus Figur 2 ersieht man, daß eine 1m dicke Schicht reinen Wassers die violetten 
und blauen Strahlen ungeschwächt durchläßt, die roten dagegen stark absorbiert.) 
Bei Zumischung gelöster Stoffe nimmt die Lichtdurchlässigkeit schnell ab. Bei 
einer bestimmten Trübung werden dann alle Farben’ gleich stark durchgelassen 
(Fig. 2; I, 4.2 mg p. 1). Das noch stärker getrübte Flußwasser der Vanda 
absorbiert die violetten und blauen Strahlen vollständig und hat das Maximum 
der Durchlässigkeit im Rot. Eine Mischung dieses Flußwassers mit reinem 
Wasser (Fig. 2, %/,1+ 1/4 Vanda und !/„I-+1/, Vanda) zeigt nun die optischen 
Eigenschaften beider Bestandteile, Absorption in Violett und Blau und Absorption 
in Rot; das ist dieselbe Absorptionskurve, wie sie im Ostseewasser beobachtet 
ist. Es ist also tatsächlich die Absorption des blauen Teils des Spektrums durch 
die Zumischung gelöster Bestandteile bewirkt, während .die Absorption des roten 
Teils als eine optische Eigenschaft des reinen Wassers selbst angesehen werden 
muß. Das Minimum der Absorption ist also in der Mitte des Spektrums und 
Grün bis Grüngelb daher die Eigenfarbe der Ostsee. Es mag noch erwähnt 
sein, daß auch das an anderen Absorptionskurven des Wassers beobachtete 
typische schmale Absorptionsband im Orange (der sogenannte Schönn’sche 
Streifen zwischen 600 und 620 um) in den Kurven der Figuren 1 und 2 er- 
kennbar ist. 
Beziehungen zwischen hydrographischen, klimatologischen und biologischen 
Phänomenen. Ähnlich wie der Nordatlantische Ozean das Klima Nordwesteuropas 
begünstigt, übt im kleinen die Ostsee einen mildernden Einfluß auf das winter- 
liche Klima Finnlands aus. Im Kapitel Klima werde ich näher darauf eingehen, 
1) Die mit Opt, bezeichnete Kurve gilt für optisch reines Wasser, I für destilliertes Wasser, 
{, 0.8 mg p. 1 für Wasser I mit einer Zumischung. von Sedimenten des Meeresbodens (0.5 mg auf 
| Liter), 1, 4.2 mg für Wasser I mit einer Zumischung von 4.2 mg auf 1 Liter, Mit 8. 1+ 1, 
Vanda ist die Absorptionskurve für eine Mischung von 3 Teilen Wasser I und 1 Teil Wasser der 
Vanda bezeichnet. In 1/2 1-+ 1/2 Vanda sind gleiche Teile gemischt.
	        
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