accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Brennecke,. W.: Ozeanographische Arbeiten. der Deutschen Antarktischen Expedition. 1929 
Tagen war das Wetter sehr ungünstig, indem die Küste meist in Nebel gehüllt 
war, so. daß der Besuch der westlichen Buchten unterbleiben mußte; wir machten 
nur noch eine Rundfahrt in der Strömnes-Bai, in der sich zwei Trankochereien 
an Land und eine. fliegende Kocherei befinden. Am 29. liefen wir wieder in die 
Royal-Bai ein, machten noch einige Lotungen und nahmen Dr. Filchner und 
Dr. v. Goeldel an Bord, indessen zwei Tage später Dr. König zur Unterstützung 
Dr. Prczybylloks in die Royal-Bai ging. . 
Die zweite Fahrt längs der Küsten Süd-Georgiens fand vom 22, bis 29. No- 
vember wieder mit Dampfer »Undine« statt; es nahmen mit Ausnahme Dr, Königs 
dieselben Mitglieder wie an der ersten Fahrt teil. Bei gutem, sichtigem Wetter 
ging »Undine« den ersten Tag längs der Nordküste nach Bird-Insel, wo gelandet 
werden konnte; hier sind große Brutplätze von Goldschopf- und Eselspinguinen 
sowie auch von anderen Vögeln; abends gingen wir in Else-Hafen zu Anker. 
Während Dr. Barkow und Dr. Heim an Land photogrammetrische Vermessungen 
nach Nord- und Südseite der Insel ausführten, fuhren wir anderen mit »Undine« 
den nächsten Tag in See, um ein Profil des Küstenabfalles nach Norden zu loten 
und eine Serie bis 800 m Tiefe auszuführen. Am 24. November gingen wir 
zwischen Bird- und Wallis-Insel nach der Südküste der Insel, liefen von »Undine«- 
Hafen mit Lotungen. 10 Sm südwärts und dann nach »Schlieper«- und »Wilson«- 
Hafen. In letzterem Hafen konnte Dr. Barkow eine photogrammetrische Auf- 
nahme der Bucht und Joh. Müller eine Breiten- und Längenbestimmung ausführen. 
Nachdem wir im Mittelhafen. noch eine Tour landeinwärts' gemacht hatten, so 
daß wir die See an der Nordküste vor uns sahen (Wind und unsichtiges Wetter 
hinderten leider die photogrammetrische Festlegung), ankerten wir am 26, No- 
vember im König Haakon-Hafen. Hier trat uns zum ersten Male die intensivere 
Vereisung der Südküste entgegen, indem wir in dieser Bucht nicht weniger als 
zwölf selbständige, das Meer erreichende Gletscher zählen konnten. Am 27. No- 
vember gingen wir mit »Undine« die Südküste entlang bis Green-Insel; die 
höheren Partien der Küste waren leider meist verdeckt, aber auch ohne Sichtung 
dieser fesselte das Bild durch die dauernde Wechselfolge zwischen Berg und 
Gletscher. Die Küste bietet hier keinen sicheren Ankerplatz, so daß ‘wir bis 
Cooper-Hafen liefen, der auch nicht sehr geschützt ist. Der nächste Tag war 
der näheren Erkundung einer Bucht gewidmet, die fast ganz unbekannt war; 
wir ‚nannten sie. nach dem Leiter der ersten deutschen Südpolar-Expedition: 
Drygalski-Fjord. Dieser erstreckt sich mit durchschnittlich über 200 m Tiefe 
etwa 4 Sm weit landeinwärts; schroffe Wände schließen ihn ein, und mehrere 
Gletscher schieben .ihre Eismassen in den Fjord, An seiner linken Seite ent- 
deckten wir eine Bucht und fanden hier bei weiterem Vordringen einen vorzüg- 
lichen Ankerplatz; die Bucht nannten wir Larsen-Hafen, Mit dem Boot ging es 
weiter in die Bucht hinein, nach einer Biegung sah man einen Gletscher, der die 
Bucht abschloß und in früheren Zeiten stärkerer Vereisung die ganze Bucht er- 
füllt hat, wie uns die glattgehobelten Wände der Hänge mit ihren Schliffen 
zeigten. Larsen-Hafen wurde noch von besonderer Bedeutung für uns, indem 
hier der Geologe Dr. Heim zum ersten Male gänzlich andere Gesteinsarten antraf 
wie in den übrigen gleichförmigen Teilen der Insel. Am 29. November besuchten 
wir noch einen kleinen nebenliegenden Fjord, der bei einer Breite von nur etwa 
300 m eine Tiefe von 118 m aufwies, und eine größere anschließende Bucht, die 
im Andenken an unseren verstorbenen Kameraden später den Namen »Slosarczyk- 
Bucht« erhielt, Am 29. abends traf »Undine« wieder in Grytviken ein. 
Die Ergebnisse unserer beiden Fahrten längs der Küste sind kurz zusammen- 
gefaßt folgende: | 
Der Küstenverlauf der Insel ist durch sorgfältige Beobachtungen von Joh, 
Müller festgelegt worden, so daß die in Tafel 8 beigefügte Umrißkarte Süd- 
Georgiens erhebliche Verbesserungen gegen die älteren Karten aufweist.!) Eine 
1) Zur Beurteilung der Genauigkeit und Kontrolle dieser Skizze von Herrn Joh. Müller 
fehlen zur Zeit hier die Unterlagen, die wohl in den späteren Veröffentlichungen der Ergebnisse der 
Expedition bekanntgegeben werden. An Skizzen von Süd-Georgien sind hier bekannt: Brit. Adm-Krt, 
Nr. 3579 vom 7. Juli 1906, Karte des Hydr. Off. Washington Nr. 2633 vom März‘+1911' und eine 
Skizze in Geographical Journal. January 1912. D. Red.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.