358 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1916.
des letzten Abschnittes (Februar 13 bis 19) wurde die Temperatur allmählich von
30°C bis auf Zimmertemperatur vermindert,
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die Thermochronometer (nicht
kompensierte Chronometer) Eppner Nr. 20 und Tiede Nr. 108 mit den Normal-
uhren der Abteilung IV verglichen. Die mittleren täglichen Gänge dieser Chrono-
meter sind am Fuße der Tabelle angegeben. Unter den Spalten, die diese in
Sekunden ausgedrückten Werte enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen
Ablesungen der meteorologischen Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie
die Extreme der während der betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tages-
temperaturen, In der letzten Reihe sind schließlich die Mittelwerte der an den
Koppeschen Hygrometern abgelesenen Zahlenwerte im Innern des Prüfungs-
apparates angegeben.
Die Chronometer wurden während der Prüfung wie in früheren Jahren
an jedem zweiten Tage um 10 Uhr vormittags mit den Normaluhren der Ab-
teilung IV der Deutschen Seewarte auf chronographischem Wege verglichen. Zur
Herstellung einer unabhängigen Kontrolle wurde außerdem von einem anderen
Beobachter an den Tagen, an denen ein neuer Temperaturabschnitt begann, eine
zweite Vergleichung in unmittelbarem Anschluß an die erste vorgenommen. Die
den Uhrvergleichungen zugrunde liegenden Zeitbestimmungen wurden, wenn die
Witterung es gestattete, in viertägigen Zwischenräumen ausgeführt.
Nach Beendigung der Prüfung wurde die Ableitung der für die Güte der
Chronometer maßgebenden Zahlen sowie die Einteilung in Klassen auf Grund der
erlassenen Bestimmungen (Aufforderung zur Beteiligung an der 38. Wettbewerb-
Prüfung) vorgenommen. Das Ergebnis dieser Rechnungen ist in der nachfolgenden
Tabelle enthalten. Die Bestimmungen selbst, nach denen diese Berechnungen
ausgeführt wurden, lauten:
„Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sie sich
überhaupt als brauchbar für die Schiffahrt erweisen, in vier Klassen eingeordnet,
für die die Höchstbeträge der weiter unten erklärten Gütezahlen folgendermaßen
festgesetzt worden sind:
{I IN IV
AL2B+C 2,50%k 5.005ek 6.505ek 10.005ek
B 0.75sek 1.205ek 1,6050 2.50sek
CC == = 0N10sek NO15sek 0095sek 0 050sek
Klasse
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Gängen, die während der einzelnen Prüfungsabschnitte beobachtet worden sind.
— Zur Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen
Gänge paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann der größte Unter-
schied dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner B’ den größten
Unterschied der täglichen Gänge von zwei aufeinander folgenden Prüfungs-
abschnitten, tz den Unterschied der Temperatur während dieser beiden Zeit-
abschnitte und T den Unterschied der höchsten und niedrigsten während der
Prüfung überhaupt vorgekommenen mittleren Temperatur eines Prüfungs-
abschnittes, so ist
B=B' LA
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu
berücksichtigen, Bei der Ableitung von A und B’ werden die Vorzeichen in
dem Sinne: »Gangwert bei höherer Temperatur minus Gangwert bei niedrigerer
Temperatur « gewählt. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung
(Akzeleration) C des täglichen Ganges, indem man den Unterschied der Gänge
bildet, die während zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener
Prüfungsabschnitte beobachtet worden sind, und diesen Unterschied durch die
Anzahl der zwischen der Mitte beider Abschnitte liegenden Tage dividiert. Da
das Ergebnis nur dann zuverlässig ausfällt, wenn der Divisor groß ist, so werden