Kleinere Mitteilungen. — Neuere Veröffentlichungen.
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und die italienischen Seekarten in ihren Tiefenangaben für größere Tiefen
nicht immer übereinstimmen, darauf hin. Dagegen haben sich die Karten für
Tiefen von weniger als 1000 m als vorzüglich erwiesen, obwohl die zugrunde
liegenden Lotungen aus den Jahren 1867 bis 1873 stammen, also einer Zeit, wo
man noch nicht Klaviersaitendraht benutzte,
Von den übrigen Arbeiten ist noch zu sagen, daß auf rund je 30 Haupt-
und 20 Nebenstationen die planmäßigen ozeanographischen Untersuchungen aus-
geführt wurden. Gelegentlich zwang schlechtes Wetter zur Aufgabe einer Station.
Einmal wurde auf jeder Fahrt das Schiff volle 24 Stunden auf hoher See ver-
ankert, um Strommessungen und Beobachtungen über die Veränderlichkeit
von Temperatur und Salzgehalt anzustellen. R. Lütgens.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Rözsa, M.: Neuere Daten zur Kenntnis der warmen Salzseen. 8° 325,
Berlin 1911. R. Friedländer & Sohn. Preis 2,00
Rözsa hat die durch G. Ziegler und A. Kalecsinzky schon bekanntgewordene eigen-
tümliche Temperaturverteilung in einigen Salzseen des Komitates Maros-Torda in Ungarn näher untersucht
und gibt hierüber in seiner Veröffentlichung eine Reihe interessanter Beobachtungen und Aufklärungen.
Entstanden sind die in Betracht kommenden Seen durch Erdrutsche und Einstürze der hier
bis zur Oberfläche tretenden Salzfelsen und Ansammlung des Regen- und Sickerwassers in den ent-
standenen Eintiefungen, Der bedeutendste und am besten untersuchte ist der etwa 42000 qm große
Bärensee, der eine Maximaltiefe von 23 m aufweist; seinen Zufluß erhält er durch zwei kleine Süß-
wasserbäche, und wahrscheinlich auch durch einige unterseeische salzhaltige Quellen, da sein Abfluß
zuweilen stärker ist als der Betrag des zufließenden Süßwassers.
Als Beispiel der merkwürdigen Temperaturverhältnisse sei hier eine der Serienmessungen R6özsas
angeführt und zwar die vom 6. VIL 1910.
Tiefe in m
Spez. Gew. Na C1% | to C.
"Tiefe in m 1Spez. Gew. !
Na O19% -
to CC
‘052 22,5 %
1.055 J 24,2 24)
1.061 0 24.6 9
1.062 a0 24,8 5.0
1,065 A5 27,6 7.0
070 40 34.0 10.0
075 10,5 359 | 12.0
1082 115, 372 WM 14.0
1122 | 170 ' 2452 | 180
; 1.180 240 518 Iılı ; ,
Es zeigt sich hier ein Ansteigen der Temperatur von 22,5° an der Oberfläche auf 51.8° in
2.0 m Tiefe, dann ein langsames Fallen bis auf 20.1° in 18 m Tiefe. Das Maximum der Temperatur
liegt nicht immer in derselben Tiefe; es kann sich etwas nach oben oder unten verlagern, auch
schwankt sein absoluter Wert, so daß 1900 im Sommer das Maximum zu 71°, im Winter, nachdem
der See mit Eis bedeckt war, zu 32° gemessen wurde.
Diese eigentümliche Temperaturerhöhung in den mittleren Schichten wird nun nicht etwa durch
einströmende warme Quellen verursacht; auch die Oxydation des an einigen Stellen anstehenden pyrit-
haltigen Andesitkonglomerats vermag eine solche Wärmemenge nicht zu liefern, ebensowenig die Zer-
setzung pflanzlicher und tierischer Reste am Grunde des Sees. Die Hauptwärmequelle sind die von
oben eindringenden Wärmestrahlen, daneben am Ufer des Sees die Wärmeleitung der flachen Böschung.
Die Erklärung der unterschiedlichen Wärmeverteilung ergibt die eigentümliche Schichtung der Wasser-
massen des Sees. Der Salzgehalt und damit auch das spezifische Gewicht des Seewassers nimmt nach
der Tiefe zu. (Leider sind die von Rözsa angegebenen spezifischen Gewichte auf 20° C. umgerechnet
und nicht auf die in der betreffenden Tiefe gerade herrschende Temperatur, wodurch das Anwachsen
des spezifischen Gewichtes nach der Tiefe zu wahrheitsgetreuer zum Vorschein gekommen wäre.)
Konvektionsströme, die das Wasser aus der Tiefe nach der Oberfläche bringen und eine gleichmäßige
Temperaturmischung verursachen könnten, werden daher nicht auftreten, wenigstens nicht in den
tieferen Schichten. Die Wärmeleitung des Wassers ist eine so geringe und geht so langsam vor sich,
daß durch sie eine gleichmäßige Verteilung der Temperatur nicht erzielt wird, Es sind also nur die
Wärmestrahlen, die von oben her eindringend das Wasser der tieferen Schichten erwärmen und, da
infolge der Schichtung eine Strömung in vertikaler Richtung nicht auftritt und die Wassermassen sich
nicht mischen ‚können, im Laufe der Zeit eine Wärmeanreicherung verursachen. In den obersten
Schichten bis etwa 2 m Tiefe. kann eine solche Wärmeansammlung nicht erfolgen, da sie durch ein-
Ann. d. Hydr. usw... 1912. Heft IT.
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