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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

112 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1912, 
suchen, da der S. M. S. »Tiger« zugewiesene der einzige für Kriegsschiffe in 
Frage kommende Ankerplatz nach Aussage des Hafenkapitäns nur als ein Schön- 
wetterankerplatz bezeichnet werden kann. 
5. Bemerkung zu »Temperaturschwaunkungen der Meeresoberfläche usw.« 
von Dr. H. Liepe. »Ann. d. Hydr. usw.« 1911, S. 471. Bei der Vergleichung der 
Temperaturabweichungen in verschiedenen Stationen seiner und meiner Arbeit 
hat Herr Dr. Liepe es übersehen, daß die von mir gegebenen Jahresmittel sich 
auf die Monate September bis August beziehen, während seine Werte die aus 
den Monaten Januar bis Dezember gebildeten Mittel darstellen. Die in den 
großen Zügen übereinstimmenden Kurven auf S. 481 zeigen eine noch größere 
Gleichsinnigkeit, wenn Dr. Liepes Werte für das Intervall September— August 
umgerechnet und statt der ausgeglichenen Werte für meine Stationen 1 bis 4 
die in meiner Station 1 beobachteten Abweichungen eingesetzt werden, Dann 
zeigt sich zwischen den Abweichungen beider Stationen, die rund 500 km von- 
einander entfernt liegen, eine fast vollkommene Übereinstimmung. Ich sehe darin eine 
gute Kontrolle über die Zuverlässigkeit der in beiden Arbeiten gegebenen Zahlen. 
Abweichungen der Temperaturen vom Normalwert, (Sept. — Aug.) 
{824 85 88 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 1%00 01 02 08 
+ 1.0° 
0,5 
a | 71 | 
Station 1 (bei Liepe) 
4 N L / i va 
ee 
D 
SO 
1.0 
KK 10° 
4 0.5° 
— 0.59 
—1.0° 
Dr. Johannes Petersen. 
6. Die österreichischen Terminfahrten im Adriatischen Meer. In zwei 
Mitteilungen in der »Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin«, Heft 7, 
berichtet Professor Grund über den Fortgang der österreichischen Termin- 
fahrten im Adriatischen Meer. Über die erfolgreiche Probefahrt Ende Februar— 
Anfang März war das Wesentlichste auf S, 477ff. des laufenden Jahrgangs der 
‚Annalen der Hydrographie usw.«. wiedergegeben und auch besonders auf das 
Ergebnis der Lotungen hingewiesen. Man hatte versucht, die von Hopfgartner 
1877 gefundene tiefste Stelle der Adria von 1645 m zwischen Brindisi und 
der Bocche di Cattaro wieder zu loten. Jedoch ohne Erfolg, so daß Zweifel be- 
züglich der Richtigkeit der Tiefenangabe oder der Positionsbestimmung des Lot- 
punktes sich regen mußten. 
Auf beiden Fahrten von S.M.S. »Najade« vom 16. Mai bis 4. Juni und 
16. August bis 5. September d. J. wurde deshalb eine eingehendere Untersuchung 
der betreffenden Gegend vorgenommen. Den fünf Lotungen der ersten Fahrt 
wurden im Mai drei, im August weitere fünf hinzugefügt. Fast unmittelbar an 
der Stelle, die Hopfgartner angibt, wurde als größte Tiefe 1128 m gefunden. 
Dabei ist dieser Wert wahrscheinlich schon etwas zu groß, da der Draht Abtrift 
des Schiffes anzeigte. Ebenso ergab eine andere Tiefenkote von 1549 m der 
Generalkarte des Adriatischen Meeres etwas im SSO der vorigen nur 1076 m 
bei der Nachlotung. Auch weitere Lotungen in diesem südlicheren Teil des 
Adriatischen Tiefseebeckens schwanken nur zwischen 1027 und 1132 m, während 
bisher 1300 bis 1400 m angegeben wurden, In diesem Teile sind also gründliche 
Änderungen in der Tiefenkarte vorzunehmen, die bis zu 500 m wenigstens 
in der betreffenden Position falsch ist. Weiter muß man vorläufig den nördlichen 
Teil dieses Beckens als das tiefste Gebiet der Adria ansehen. Da die bisherige 
Überprüfung der Tiefenangaben bei Tiefen über 1000 m so erhebliche Differenzen 
ergeben hat, ist man in dieser Beziehung vor weiteren Überraschungen aller- 
dings nicht sicher, Ebenso weist die Tatsache, daß die österreichisch-ungarischen 
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Station } (bei Petersen‘ 
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