Kleinere Mitteilungen,
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Kleinere Mitteilungen.
1. Prince Rupert (Britisch Columbien). (Amtlich.) Nach amerikanischen
Quellen, Brit. Adm-Krt. Nr. 2430, Queen Charlotte Islands and adjacent coasts
of British Columbia; Nr. 1923a, Cape Caution to Port Simpson; Nr. 2453, Brown
& Edye Passages,
Prince Rupert liegt an der Küste Britisch Columbiens auf der Halbinsel
Tsimpsean an einer in die Mitte dieser Halbinsel einschneidenden tiefen Föhrde
nördlich von der Mündung des Skeena-Flusses hinter der Digby-Insel. Die geo-
graphische Lage des Südwestendes der Stadt ist nach der brit. Adm-Krt. Nr. 2453
etwa 54° 18,5’ N-Br. und 132° 20’ W-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1912 be-
trägt etwa 29.0° O und ist nahezu stationär,
Die Ansteuerung des Hafens erfolgt entweder vom Süden her durch die
zwischen den Queen Charlotte-Inseln und den der Küste unmittelbar vorgelagerten
Inseln hindurchführende Hecate-Straße oder vom Ozean direkt her durch die
zwischen den Queen Charlotte-Inseln und dem Alexander- Archipel hindurch-
führende Dixon-Durchfahrt. Vom Süden kommende Schiffe können, um nach
der eigentlichen Hafeneinfahrt zu gelangen, auf dem weiteren Wege eine der
Durchfahrten benutzen, die zwischen den der Küste unmittelbar vorgelagerten
Inseln hindurchführen, oder auch bis zur Brown-Passage weiterfahren und diese
wählen. Für durch die Dixon-Durchfahrt kommende Schiffe führt der gerade
Weg weiter durch die Brown-Passage, die breit und in der Mitte tief, jedoch
nicht rein ist, Die südliche Hälfte dieser Durchfahrt wird durch die Inseln und
Untiefen der Tree Nob-Gruppe größtenteils versperrt, und auch an der nördlichen
Seite gibt es Untiefen, von denen einzelne ziemlich weit nach der Mitte hin liegen,
Stenhouse Shoal, die äußerste dieser Untiefen, ist gelegentlich durch Brandung
kenntlich. Von Hannar Rocks, recht in der Durchfahrt liegend, ragt bei Niedrig-
wasser eine Klippe 5.5 m hoch aus dem Wasser empor. Ein- oder aussteuernde
Schiffe müssen südlich von diesen beiden Untiefen passieren. Auf dem weiteren
Wege durch den Chatam-Sund liegen noch einzelne Inseln und Untiefen, die aber
am Tage gut kenntlich und nachts gut befeuert sind, so daß die Schiffahrt hier
nicht schwierig ist, Auch das weitere Fahrwasser in der Föhrde und dem
Prince Rupert Harbor genannten inneren Teil derselben ist breit, tief und gut
befeuert.
7 Die Einfahrt zur Föhrde wird durch die unmittelbar vor: ihr liegende
Gruppe der Kinahan-Inseln und dieser sich anschließenden, recht in der Mitte
der Einfahrt gelegenen Bänke und Untiefen in zwei Fahrwasser ‚geteilt, die beide
tief und gut betonnt und befeuert sind. Die geringste Wassertiefe beträgt im
nördlichen Fahrwasser 11 m (36’), im südlichen ist sie jedoch größer.
Die Föhrde selbst bietet ein einheitliches tiefes Fahrwasser, das meistens
die ganze Breite zwischen den beiderseitigen hohen Ufern umfaßt, und dehnt
sich bis oberhalb der Stadt Prinz Rupert aus. Die Länge bis zur Stadt beträgt
etwa 10 Sm mit Breiten von !/„ bis zu 2 Sm. Die Wassertiefe im Fahrwasser
schwankt von 18 bis 55 m, und man kann auf diesen Tiefen überall ankern.
Lotsen sind nicht vorhanden und auch nicht notwendig.
Leuchtfeuer siehe Lfv. 1912, Heft VIII, Tit. XI, N. 3234 bis 3244,
Gezeiten und Gezeitenströme. In dieser Gegend werden die von den Mond-
phasen abhängigen Gezeiten erheblich von der Deklination des Mondes und
jahreszeitlich auch von der Deklination der Sonne beeinflußt. Es finden täglich
zwei Tiden statt. Die Hafenzeit ist ungefähr 1%, doch ist sie Verfrühungen oder
Verspätungen ausgesetzt, die bis annähernd 1 Stunde betragen. Auch der
Tidenhub ist nicht gleichmäßig; er schwankt bei Springtide von 5.4 bis 7.1 m
und bei Nipptide von 4.8 bis 6.4 m.
Die Tide dringt in die Hecate-Straße vom Süden her wie auch durch die
Dixon-Durchfahrt von Westen her ein; beide treffen sich in der Mitte der Straße
etwa auf der Breite von Skidegate, Flut- und Ebbstrom bewegen sich dem-
entsprechend. Im südlichen Teile der Hecate-Straße sind die Gezeitenströme
schwach, der Flutstrom setzt in nördlicher, der Ebbstrom in südlicher Richtung.