108 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1912,
der Wasserstand während der Nipptiden ist unbestimmt, dann tritt gewöhnlich
während mehrerer Tage nur eine Tide in 24 Stunden auf. Die Gezeiten-
ströme wie auch die Strömungen im allgemeinen in und außerhalb der
Rivoli-Bucht werden durch die herrschenden Winde sehr stark beeinflußt. Im
südlichen Teile der Bucht ist so gut wie kein Strom, während im nördlichen
Teile gelegentlich eine südliche Versetzung von !/, Sm stündlich zu spüren ist.
Außerhalb der Bucht scheint der Strom ausschließlich vom Winde abhängig zu
sein, er setzt bei nördlichen Winden an der Küste entlang in südlicher Richtung,
bei südlichen Winden in entgegengesetzter Richtung.
Wind, Wetter und Klima, vgl. unter »Allgemeine Verhältnisse der Häfen
an der Südküste von Süd-Australien« in den »Beiträgen zur Küstenkunde«,
Band Nr. 1, S. 61, und »Ann, d. Hydr, usw.« 1910, S. 441.
Die Einsteuerung auf die äußere Reede bietet weder am Tage noch nachts
Schwierigkeiten, da die Karte schon allein genügende Auskunft gibt. Ob man
sich von Norden, Westen oder Süden dem Hafen nähert, unter allen Umständen
yeht man sicher, wenn man in etwa 2 Sm Abstand von der Küste den Leucht-
turm (oder sein Feuer) auf Penguin-Eiland erst in ungefähr ostnordöstliche
Peilung bringt und ihn dann an B-B. haltend darauf zusteuert, so daß man ihn
in etwa 3 Kblg Abstand passieren muß. Wenn dann das weiße Leuchtfeuer-
häuschen auf dem Kopf der Landungsbrücke oder dessen Feuer in rw. 0°
(mw. N1/„W) Peilung kommt, kann man ankern oder je nach dem Tiefgang noch
etwas dichter an die Landungsbrücke herangehen.
Die Hafenanlagen von Beach Port bestehen vorerst nur aus einer 781 m
(854 Yard) langen eisernen Landungsbrücke, an deren Kopf bei Niedrigwasser
5m Tiefe ist, Die Brücke steht unmittelbar mit dem Gleise der Bahn nach
Mount Gambier in Verbindung, geht von der Nordostseite der Stadt in südöst-
licher Richtung in die Bucht hinein und erreicht fast das tiefere Wasser des
kleinen inneren Ankerplatzes. An der nordöstlichen Seite dieser Landungs-
brücke liegen vier Festmache- und Freihaltetonnen,
Die Hafenordnung wird durch einen Hafenmeister gewahrt, der in Beach
Port wohnt. Über seinem Hause werden an einem Flaggenmast die Hafen-
signale gehißt. Am Tage ein schwarzer Ball und nachts ein weißes Licht zeigen
an, daß ein Schiff nicht an die Landungsbrücke holen darf.
Die Stadt Beach Port ist recht hübsch an der nordwestlichen Ecke der
Rivoli-Bucht etwas über dem flachen Strande erhöht gelegen. Sie wurde erst
im Jahre 1878 gegründet und hat sich seitdem schnell entwickelt als Ausfuhr-
hafen der Landesprodukte eines großen Distrikts. Im Jahre 1902 betrug die
Einwohnerzahl 250 Personen,
Der Handelsverkehr des Hafens beschränkt sich hauptsächlich auf die
Ausfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Die früher feuchten Ebenen
südöstlich von der Rivoli-Bucht sind durch Drainage in fruchtbares Kulturland
verwandelt worden, und die darauf erzielten landwirtschaftlichen Produkte
werden entweder verschifft oder gehen mit der Bahn nach den großen Ver-
brauchszentren des Inlandes Wolseley, Adelaide, Melbourne. Die Bahn stellt über
Mount Gambier und Naracoorte die Verbindung mit den genannten Groß-
städten und dem ganzen australischen Bahnnetz her. Als Telegraphen-
station hat Beach Port Anschluß an das internationale Telegraphennetz.
Auskunft über den Schiffsverkehr erlangt man beim Hafenmeister; be-
sondere Vorrichtungen außer für Laden und Löschen sind nicht vorhanden.