104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1912,
jährigen Beobachtungsperiode war der Januar im Mittel mit 26.5 Regen- und
Schneetagen der niederschlagreichste, der August mit 9.4 Regentagen der nieder-
schlagärmste Monat. Der Herbst ist aber regenreicher als der Frühling, Die
mittlere Jahrestemperatur war während derselben Beobachtungsperiode im Januar
mit +2.1°C am niedrigsten, im August mit 26.3° C am höchsten, Taifune
scheinen dieses Gebiet Japans nicht heimzusuchen, wenigstens liegen hierüber
keine Berichte vor. Die hauptsächlichen Zugstraßen der Taifune verlaufen süd-
lich von den japanischen Inseln. Die vereinzelten dieser Wirbelstürme, die schon
an Kraft verloren haben und durch die Korea-Straße in das Japanische Meer
gelangen, wandern in nordöstlicher Richtung westlich von den Oki-Inseln entlang.
Die Hafenanlagen sind nur der Küstenschiffahrt angepaßt. Große Seeschiffe
sind nur auf Leichter angewiesen, die an einem Kai anlegen, der an der Stadt
entlang aufgemauert ist. »Dorothea Rickmers« löschte 85000 Kisten Petroleum
in 7 Tagen. Die höchste Tagesleistung betrug 16400 Kisten. Leichter und
Küstenfahrzeuge benutzen den schmalen Kanal Nakaye Seto, der das Meer mit
dem Haff Nakami verbindet. Dieser Kanal hat, namentlich auch vor der Stadt,
mehrere tiefe Stellen bis zu 9.1 m (5 Faden), aber der Zugang von See aus ist
durch eine davorgelagerte Barre für tiefgehende Schiffe versperrt. Von der
Odaiba Hana genannten nordöstlichen Huk der Halbinsel Yumiga Hama erstreckt
sich in östlicher Richtung 1'/, Sm weit und parallel mit der Küste an der Nord-
seite der Miho-Bucht ein breiter, nach seinem Ende schmaler werdender Sand-
steert, der die Barre bildet. Bei Niedrigwasser fällt er in der Nähe der Huk
stellenweise trocken. Bei schlechtem Wetter, nördlichen oder nordöstlichen
Stürmen, steht Brandung auf diesen Sänden, aber bei gutem Wetter sind sie
schlecht zu erkennen. Die Fahrrinne nördlich davon hat eine Breite von etwa
100 bis 400 m und nach amerikanischen Angaben 2.1 m (7’) geringste Tiefe,
nach Kapt. W. Thode 3.7 m (12’). Hiernach scheinen in neuerer Zeit Bagger-
arbeiten stattgefunden zu haben. Die Schiffahrt von Sakai auf den Binnen-
gewässern nach dem Inlande und die nach Küstenplätzen an der Nord- und
Nordostküste von Honshu (Nipon) ist sehr gut entwickelt. Das Haff Nakaumi
wird gebildet durch die durchschnittlich 2 Sm breite sandige Nehrung Yumiga
Hama, die es von der Miho-Bucht trennt. Das Haff hat 34 Sm Umfang und eine
größte Tiefe von 7.3 m (4 Faden). In seinem nördlichen Teile liegen die beiden
Inseln Daikon und Shodaikon nebeneinander; beide haben ungemein fruchtbaren
Boden, auf dem eine hochentwickelte Blumenzucht getrieben wird. Ihre Niede-
rungen sind mit kleinen Häusern und Gartenanlagen überdeckt, nur die West-
und Südküste der größeren Insel Daikon und der zwischen beiden Inseln liegende
Teil besteht aus Felsengrund. An den Ufern des Nakami-Haffs liegen mehrere
Städte und Ortschaften, darunter der Kreuzungspunkt der Eisenbahn nach dem
Süden und Osten, Yonago mit 15000, und die Stadt Yasugi mit 4500 Einwohnern,
die beide mit Saki durch Dampfer und kleine Küstenfahrzeuge in Verbindung
stehen. Weiter nach dem Inlande besteht Verkehr mittels Dampfer durch den
Matsuye-Fluß, ein Abfluß des westlicher gelegenen Shinji-Sees, nach den an seinen
Ufern befindlichen Ortschaften, von denen Matsuye, am gleichnamigen Fluß ge-
legen, der bedeutendste Ort ist. Der Shinji-See hat fast dieselbe Ausdehnung wie
das Nakami-Haff und eine größte Tiefe von 6.4 m (31/, Faden). In beide Gewässer
münden viele Flüsse und Bäche.
An der Nordseite der Miho-Bucht, eben 1'/, Sm westlich vom Kap dJizo,
liegt der kleine, durch zwei Hafendämme geschützte Hafen Niski, der von
Häusern umgeben ist. Von hier laufen Küstendampfer nach Sakata, Eine andere
kleine Bucht, umgeben von der Ortschaft Tuku, liegt nur !/, Sm von der Huk
Odaiba entfernt an der Fahrrinne nach dem Hafen von Sakai.
Die Hafenunkosten für »Dorothea Rickmers« betrugen:
Hafenabgaben, 5 Sen per R-T. ,
Stauer, 10 Yen für 1000 Kisten
Kohlen, 8 Yen pert . . ..
Schiffshändler einschließlich Lotsengeld . . .
Zollabgaben für Sonntagsarbeit, 2 Yen für die Stunde
9342.85 Yen.