Sakai oder Sakai Machi an der Miho-Bucht (Japan).
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kommend wird man ebenfalls erst Kap Jizo oder dessen Feuer auszumachen
suchen und darauf zusteuern. Bei unsichtigem Wetter ist zu beachten, daß man
bei der Ansteuerung des Landes bis etwa auf 1 Sm an die Küste herangehen
kann. Die Wassertiefen nehmen nach Land zu ziemlich gleichmäßig ab. Die
Küste vom Kap Kyoga bis zur Miho-Bucht ist rein, und man kann auch bei
dunstiger Luft in einem Abstand von 2 Sm sicher an ihr entlangfahren, wenn
man die nötige Vorsicht gebraucht und lotet.
..-Leuchtfeuer siehe Lfv. 1912, Heft VIII, Titel XI, Nr. 2457 bis 2463. Die
Feuer brannten nach Kapt. W. Thode gut.
Lotsen sind für große Seeschiffe nicht vorhanden und auch nicht notwendig.
Nach Kapt. W. Thode ist der Schiffshändler in Sakai über den Ankerplatz
für große Schiffe gut unterrichtet, er sprach fertig Englisch und brachte
»Dorothea Rickmers« sicher zu Anker, wofür er 20 Yen erhielt.
Sturmsignale werden an einem horizontal weiß und rot gestreiften Mast
in der Nähe des Leuchtturms gezeigt.
Schleppdampfer sind für Seeschiffe nicht vorhanden. Küstendampfer, die
einem Schiffe im Falle der Not Schlepperhilfe leisten können, werden zu erlangen
sein,
Quarantäne wird gehandhabt wie in allen japanischen Häfen. Kommt das
Schiff aus einem fremden Hafen, so ist ein Gesundheitspaß vorzulegen, für aus
einem japanischen Hafen kommende jedoch nicht. Quarantäneeinrichtungen sind
nicht vorhanden. Der Gesundheitszustand war während des Aufenthalts der
»Dorothea Rickmers« im Oktober 1911 an Bord und am Lande gut; klimatische
oder epidemische Krankheiten kamen nicht vor.
Zollbehandlung war zuvorkommend. Von Schiffspapieren wurden auf
»Dorothea Rickmers« verlangt: Meßbrief, Gesundheitspaß, Proviantliste, Der
Zolloffizier brachte ein Schema an Bord, wonach die Proviantliste ausgefüllt
werden mußte.
Der Ankerplatz auf der Reede ist nach Kapt. W. Thode gut und geschützt,
sein Schiff lag etwa 3 Sm vom Sakai-Leuchtturm dicht unter Land an der Nordseite
der Miho-Bucht auf 13,5 m (71/, Faden) Wasser in folgender Peilung: Bergspitze
des Taisen rw. 130° (mw, SO), Sakai-Leuchtturm rw. 259° (mw. W*/S).
Hier schwaiete das Schiff frei vom Grunde, und dicht unter Land querab vom
Ankerplatz lotete man noch 8.2 m (4'/, Faden) Wasser. Der Ankerplatz ist sicher
bei allen Winden. Nur wenn es aus nördlicher oder nordöstlicher Richtung
stürmt, liegen die Leichter nicht mehr sicher längsseit, und das Laden und
Löschen muß unterbrochen werden, weil in der hereinrollenden Dünung die
kleinen Fahrzeuge zu. schwer arbeiten. Vom 18. bis 20. Oktober 1911 wurden
die Ladungsarbeiten auf »Dorothea Rickmers« einen Tag wegen Regen unterbrochen,
- Weiter schreibt Kapt. W. Thode: »In den Wintermonaten soll aber
viel schlechtes Wetter herrschen und bei nördlichem Sturm grobe Dünung in die
Bucht hineinstehen, wodurch das Löschen stark behindert wird.«
Gezeiten. Die Hafenzeit ist 2b, die Hochwasserhöhe beträgt bei Springtide
0.3 m, bei Nipptide 0.2 m. Die Gezeitenströme sind schwach und vom Winde
überwiegend beeinflußt. ‘Für die Navigierung kommen sie kaum in Frage. Im
allgemeinen sind die Strömungen, die im Japanischen Meere zu beachten sind,
ausschließlich von den herrschenden Winden abhängig. Der zwar erkennbare,
aber schwache Arm des Kuro Siwo-Stromes, der, durch die Tsushima-Straße
kommend, an der Nordküste der Insel Honshu (Nipon) entlangsetzt, kommt für
die Navigierung selten in Frage. .
Wind, Wetter und Klima, Während der Wintermonate herrschen nördliche,
hauptsächlich nordwestliche Winde vor, die zuweilen stürmisch sind und
schlechtes Wetter bringen. In den Sommermonaten überwiegen Landwinde aus südlicher
Richtung mit meistens schönem Wetter. In den Übergangsmonaten sind
Wind und Wetter unbeständig und Regentage häufig. Schnee und Eis treten
im Winter auf, namentlich wird man dann die hohen Berge des Inlandes von
Schnee bedeckt erblicken, was der Ansicht des Landes bei der Ansteuerung ein
anderes Gepräge verleiht als in den Sommermonaten. Während einer zwölf-