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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1912
b. Zeitazimut:
=— 0° (Gestirn im Meridian) wird d Az =
=: 90° und h = 20°
— 90° « h = 60°
= 90° « h = S0°
günstigster Fall: wenn
d
1
q
a
ungünstigster Fall:
Ö
16
30
90
3. Höhenfehler = 10’
Nur nach Höhenazimut:
zünstigster Fall: wenn
909
— 45° und h = 20°
= 45° « h=— 6)
= 4.90 « h=— 580°
= 9 « A = 20°
= v9 « an = 60°
q= 6° « h - 80°
a= 0
wird d Az —
u
10
20
— 5Yy
= 101’
etwa 3°
«90
A
angünstigester Fall:
4. Zeitfehler — 1» — 15
Nur nach Zeitazimut:
MG ea _ 900 Und + __ 990
günstigster Fall: wenn q = 90 der ö — 90
wird dAz —
G
0° und h = 20°
0 Ss h= 60°
= 450 Ü? « h= 800
= 6° ö= 68 « h=—20°
q= 6 = 0° «h= 60
« q= 6 = 0° «h=8° «©
ungünstigster Fall: « q—= 09° = 0° : h=S° -
Wer diese etwas unschmackhaften Zahlenreihen aufmerksam durchsieht,
erkennt, daß beim Zeitazimut gerade in den für die Kompaßkontrolle wichtigen
Fällen von Höhen unter 60° die Fehler gering sind und daß phantastische Fehler-
größen erst bei den praktisch bedeutungslosen Gestirnshöhen nahe an 90° er-
reicht werden,
Die Höhen-Azimutformel liefert dagegen nur bei Stundenwinkeln
zwischen 3 und 9 Stunden Ergebnisse, deren Fehler wirklich gering sind. Wird
der Stundenwinkel klein, so wächst die Wirkung der Fehler ins Ungeheuerliche,
Man wende nicht ein, das sei praktisch bedeutungslos: Im Winter ist die Sonne
in Nordeuropa den ganzen Tag über vorzüglich zur Kompaßkontrolle geeignet,
und die Zeit-Azimutformel liefert hier auch jederzeit das Azimut ohne erhebliche
Fehler, Aber der Höhen-Azimutstab ist während etwa dreier Stunden eines
Wintertages unbenutzbar, und während der übrigen vier Stunden muß man trotz
größter Sorgfalt beim Einstellen schon mit den ganzen Graden des Azimuts zu-
frieden sein, wenn man mit dem Höhen-Azimutstab arbeiten will, Die von Herrn
Admiralitätsrat Dr. Kohlschütter ebenfalls erwähnte Höhen-Azimuttafel von
Johnson ist noch ungenauer und erfordert außerdem Interpolationsarbeit.
3
G .
1’
S ;
9
vd
Was ich hier schreibe, ist nicht neu, In der Besprechung des Höhen-
Azimutstabes auf Seite 667 steht auch: »In der Nähe des Meridians versagt
natürlicherweise der Stab, da in diesem Falle das Höhenazimut überhaupt un-
zuverlässig wird.« Es ist schade, daß Herr Dr. Kohlsechütter nicht infolgedessen
vor dem Gebrauch dieses Stabes und vor dem Höhenazimut überhaupt gewarnt hat.
Denn der Seefahrer wird nicht zu einem Verfahren übergehen wollen, das
nur manchmal brauchbar ist, in Versagerfällen ihn aber zwingt, zu dem eben
verlassenen Verfahren zurückzukehren. Wir haben das beste Verfahren, das
es gibt: das Zeitazimut, das nie versagt.
Jeder hat seine ihm geläufigen Zeit-Azimuttafeln oder Diagramme, die bei
der Besteckrechnung oder der Kompaßkontrolle ihren Zweck erfüllen. Es wäre
wirklich schade, wenn jemand zum Höhenazimut überginge. Er würde ent-
täuscht sein.
Aber zu einem Versuch mit dem Zeit-Azimutstab kann ich nur raten.