accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Eylert, Th.: Die Oberflächentemperaturen im südl. Atlantischen u. im südöstl. Stillen Ozean usw. 97 
Belgica-Meer bestehen. Deshalb konnten wir auch feststellen, daß die Wand- 
lungen der Wassertemperaturen im Westen unseres Untersuchungsgebietes ein- 
zusetzen pflegen. Da sich nun gezeigt hat, daß mit dem ausgeprägten Vor- 
herrschen des einen oder des anderen Minimums ‘sich jedesmal entsprechende 
unnormale Temperaturen der Meeresoberfläche eingestellt haben, so wird hin- 
sichtlich des normalen Grades der wechselseitigen Vorherrschaft der beiden 
Minima nicht allzuviel behauptet werden können. Auch Mecking läßt diese 
Frage ‚ausdrücklich offen!) Soweit dabei auf die Anomalien der Wasser- 
temperaturen Bezug genommen werden darf, müßte vielleicht gefolgert werden, 
daß unter der allgemeinen Vorherrschaft des Weddell-Meer-Minimums 
sich gewisse normale Luftdruckverhältnisse mit nur geringfügigem 
halbjährigen Wechsel herausbilden, und daß bei beträchtlichem Vor- 
herrschen des einen oder des anderen Minimums sich auch unnormale 
Begleit- und Folgeerscheinungen einstellen werden. 
Zeit- oder Höhen-Azimutstah? 
Von Korvettenkapitän Kurtz. 
Es ist erfreulich, daß in letzter Zeit mehrfach von Rechenstäben und ihrer 
Verwendung in der Navigation die Rede war, Ich weiß aus eigener Erfahrung, 
daß man sie oft mit großem Nutzen anwenden kann. Allerdings erfordert jeder 
Rechenstab eine unbedingte Vertrautheit mit seiner Einrichtung und Hand- 
habung, sonst macht man Fehler über Fehler und hat nie Vertrauen zu dem 
erhaltenen Ergebnis. Wer sich aber, unbeirrt durch anfängliche Schwierigkeiten, 
durch Übung und häufigen Gebrauch zum Meister seines Rechenstabes gemacht 
hat, dem wird er zum unentbehrlichen Gehilfen, der ihm Zeit und Kopfarbeit spart. 
Von den für die nautische Praxis in Betracht kommenden Rechenstäben 
ist nun einer besonders geeignet, als Vertreter seiner Artgenossen aufzutreten 
und ihnen Freunde zu werben, weil seine Handhabung leicht zu erlernen ist, 
weil er häufig gebraucht werden kann und die erzielten Ergebnisse so genau 
sind, wie sie in der Praxis nur irgend gebraucht werden. Ich meine den Zeit- 
Azimutstab von Nelting, der in dieser Zeitschrift 1910 Seite 560 von Herrn 
Admiralitätsrat Dr. Kohlschütter besprochen worden. ist, 
Dieser Zeit-Azimutstab ist von allen Hilfsmitteln zur Azimutberechnung tat- 
sächlich das allerbrauchbarste und handlichste. Die Tafeln von Burd wood, Davis, 
Ebsen, die abe-Tafeln, das Weirsche Diagramm und das von Chauvenet- 
Kohlschütter, sie alle sind entweder ungenauer oder sie erfordern eine müh- 
same Interpolationsarbeit. Für die Kompaßkontrolle, wo eine Genauigkeit von 
etwa !/° verlangt wird, sind sie entweder unbequem oder unzureichend, Der 
Zeit-Azimutstab schlägt sie alle, und ich halte es für einen besonderen Vorteil, daß 
man mit ihm direkt am Kompaßplatz arbeiten kann, trotz Wind (vergleiche damit 
den Gebrauch eines Buches oder des Weirschen Diagramms). Selbst gelegent- 
liches Naßwerden schadet dem Stab nichts, wenn man ihn auch nicht mutwillig 
dem Wasser aussetzen wird. 
Diesen Zeit-Azimutstab gibt es seit gut einem Jahr, und ich höre, daß er 
zwar langsam — wie es bei einem ganz neuartigen Rechenmittel nicht anders 
zu erwarten ist —, aber doch stetig an Boden gewinnt. 
In der Kaiserlichen Marine, wo die intensive Beschäftigung mit der 
Navigation für den einzelnen immer nur vorübergehend ist, was die Ein- 
bürgerung neuer Verfahren naturgemäß erschwert, hat sich der Stab doch schon 
eine Anzahl Freunde erworben. Er ist ja hier auch von besonderem Vorteil, 
denn auf einem Kriegsschiff werden im Laufe eines Tages leicht 10 bis 20 Azimut- 
beobachtungen zur Kompaßkontrolle gemacht. 
1) »Ergebn. der intern. meteorol, Koop.«, S. 128. 
Ann. d. Hrdr. usw. 1912. Heft II.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.