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Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1912,
In den Figuren ce und b kommen aber auch bereits die sehr wechselvollen
Verhältnisse des Mischungsgebietes zum Ausdruck, Während bei 55° Br. nur
in der ersten Wärmeperiode eine Schwankung auftritt, zeigt die Temperaturkurve
bei 45° Br. innerhalb der Kälteperiode abwechselnd fallende und steigende Tendenz.
In 35° Br. finden sich unter 50° Lg. innerhalb der ersten Wärmeperiode
sogar nur negative Anomalien, bis im August 1902 sich das warme Wasser durch
eine positive Anomalie von 0.6° noch eben bemerkbar macht. Hier haben wir
es aber wohl überhaupt schon mit anderen Strömungseinflüssen zu tun.
Wir haben absichtlich die Untersuchungsstellen möglichst in symme-
rischer Lage gewählt, um einen Überschlag über den Verlauf der gesamten
Anomalien in unseren Terminmonaten versuchen zu können. In der freilich
nicht überall zutreffenden Annahme, daß sich in den verschiedenen Breiten die
Anomalien innerhalb der ganzen Zonen ähnlich verhalten, wie diejenigen unserer
Untersuchungsstellen, dürfte es sich verlohnen, für jeden Terminmonat die Summe
der Anomalien sämtlicher acht Untersuchungsstellen, das »Übermaß« nach Buys-
Ballots Bezeichnung, zu bilden, Die als Ordinaten aufgetragenen Summenwerte
können sodann ein angenähertes Bild der Anomalien für unser Untersuchungs-
gebiet abgeben. In Figur e der Gesamtfigur 3 ist dieser Versuch gemacht.
Tabelle 4 liegt der Zeichnung zugrunde, Die ausgezogene Kurve a stellt in
Figur e den Verlauf der Summe der Anomalien von sämtlichen acht Untersuchungs-
stellen dar, während die gestrichelte Kurve b sich auf die drei Stellen im
Atlantischen, die punktierie Kurve c auf die drei Stellen im Stillen Ozean
bezieht. Um jedoch die drei Kurven vergleichen zu können, sind die aus je
8 Werten gebildeten Summen der Kurve a mit °/g multipliziert, so daß dadurch
die Kurve a denselben Maßstab erhalten hat, wie die aus Summen von je
3 Werten gebildeten Kurven b und e.
"abelle 4. Übermaß der Wassertemperutur.
Gesamtes Ciebiet
Atlantisch. Ozean
Stiller Ozean |
9 !
Nov.
+05
+03
A 1.1
1902 1902 1902 1902
Febr. Mai Aug. Nor.
1903 1903 1903
Febr. Mai Aue.
+ 1.1
+ 1.4 +
As 17
— 1,5 —27 — 0,5
— 1.1 —25 —24
—22 —23 A 0.6
— #6) 1
— 0,6
— 0.5
(7
Der Verlauf der Kurve a in Figur 3,e veranschaulicht folgendes Ergebnis:
Nach dem etwas zu warmen Frühlingsmonat November 1901
nahm die Überwärmung des südlichen Atlantischen und des süd-
östlichen Stillen Ozeans im Sommer 1902 beträchtlich zu. Dann
aber setzte, im Westen unseres Gebietes beginnend, eine rapide Ab-
kühlung ein, die im Frühlingsmonat November 1902 ihren höchsten,
zanz unnormalen Grad erreichte. Nach sehr schneller Aufwärmung
innerhalb des nächsten Vierteljahres trat bis zum Herbstmonat Mai
1908 ein mäßiger Kälterückschlag ein, der aber im Wintermonat be-
reits beendet erscheint, ohne daß jedoch die negativen Abweichungen
der Temperatur seit Mai 1902 ganz wieder kompensiert werden.
Für den Indischen Ozean stellt Lütgens im Winter 1903 ebenfalls einen
»kurzen, jedoch nicht sehr heftigen Kälterückschlag« fest, der dort aber wiederum
ein wenig später auftritt und im November sein Ende erreicht.
V. Die Temperaturen der Meeresoberfläche bei Kap Horn.
Das größte Interesse beansprucht zweifellos das Gebiet um Kap Horn.
[ch verstehe darunter die der Untersuchung zugängliche Zone südlich des
54. Breitenkreises. Da über die Temperaturverhältnisse dieses Gebietes noch
wenig Zuverlässiges bekannt ist, dürfte es angebracht sein, die berechneten
Mittelwerte für alle Monate unseres Zeitraumes mitzuteilen (s. Tabelle 5).