accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1910. 
Betrachtungen über Höhenstandlinien im allgemeinen und ihre Anwendung 
auf die astronomische Ortsbestimmung im Ballon im besonderen. 
Ergänzungen und Erweiterungen zu dem Aufsatz!) über »Einheitliche Methoden 
für die astronomische Ortsbestimmung im Ballon«, 
Von Admiralitätsrat Prof. Dr. E. Kohlschütter, 
(Hierzu Tafel 17 und 17a.) 
i. Vergleich der Sehnen-Standlinie mit der Tangenten-Standlinie für die Ortsbestimmung 
nach einem Gestirn. 
In der maritimen Navigation unterscheidet man bei dem Standlinien- 
verfahren zwischen der Sehnenmethode und der Tangentenmethode. Bei der 
ersteren wird die Höhengleiche ersetzt durch die Loxodrome, die durch zwei 
berechnete Punkte der Höhengleiche, die ich »Bestimmungspunkte der Standlinie« 
nennen werde, hindurchgehen. Bei der letzteren durch die Loxodrome, die in 
einem berechneten Punkt der Höhengleiche, dem »Bestimmungspunkt« die Höhen- 
yleiche berührt. Das ursprüngliche Sumnersche Verfahren benutzte die Sehnen- 
Standlinie, während heutzutage wohl nur noch die Tangenten-Standlinie in Gebrauch 
ist, die namentlich für die an den Namen Marcq St. Hilaire geknüpfte Höhen- 
methode von Wichtigkeit ist, da diese Methode in Verbindung mit der Konstruktion 
der Standlinie als Sehne für den Seegebrauch bei den zur Zeit vorhandenen 
Hilfsmitteln unzweckmäßig ist. Soviel mir bekannt ist, ist diese Kombination 
daher auch noch niemals vorgeschlagen worden. Ihr Grundgedanke ist in 
Figur 2 veranschaulicht, während Figur 1 das Leitmotiv der gebräuchlichen 
Höhenmethode vor Augen führt, 
ie. 1. 
P ist der Pol, P Gr der Nullmeridian oder der Meridian von Greenwich. 
Dann ist der Projektionspunkt des Gestirns (G) bestimmt durch den Stunden- 
winkel ter und den Polabstand des Gestirns (90° — 6). Der im Abstand (90° — h) 
um den Projektionspunkt des Gestirns geschlagene Kreis ist die Höhengleiche 
auf der Erdoberfläche. Außerdem ist noch der gegißte Ort (g. O.) bekannt. Bei 
der gebräuchlichen Höhenmethode wird als Bestimmungspunkt der Schnittpunkt 
der Höhengleiche mit der Verbindungslinie »gegißter Ort—Projektionspunkt« ge- 
nommen. Dieser Punkt ist von mir »wahrscheinlicher Schiffsort« genannt 
worden, weil er von allen Punkten der Höhengleiche dem gegißten Ort am 
nächsten liegt. Das Charakteristische der Höhenmethode ist nun, daß der Be- 
stimmungspunkt der Standlinie denselben Winkel am Gestirn (q) hat, wie der 
gegißte Ort, während das Charakteristikum der Längenmethode darin liegt, daß 
Bestimmungspunkt und gegißter Ort dieselbe Breite haben und dasjenige der 
iy Diese Zeitschrift Bd. 37 8. 449, Oktober 1909.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.