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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Maurer, H.: Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage bei Kompaßrosen usw. 65 
dauer nimmt im homogenen Magnetfeld mit wachsendem Schwingungsbogen 
; €) 
etwas zu nach der Formel: t= to (1 + sin? £ + Zsint +....), wo a den 
halben Schwingungsbogen und tg die auf unendlich kleine Bogen reduzierte 
Schwingungsdauer ist, Für «= 20° beispielsweise ist t=t,-1.0076. Auch für 
die Schwingungen zwischen D-Kugeln im Erdfeld auf Ost- und Westkurs (Zen- 
trale der Kugeln im Meridian) gilt diese Formel annähernd, weil hier die Homo- 
genität des Feldes noch nicht allzustark gestört ist... Auf Nord- und Südkurs 
aber hat sich bei der oben angegebenen D-Kugel-Kombination die sonderbare Tat- 
sache gezeigt, daß mit wachsendem Schwingungsbogen die Schwingungs- 
dauer kleiner wurde, und zwar um mehrere Prozente. Es ergab sich: 
Auf Nordkurs: 
Halber Schwing. Bogen a: 
Schwingungsdauer t in Sek. : 
4.3° | 10.0° ] 17.4° 36.3° | 32.0° | 40.8° | 61.8° | 71.60 ] 83.09 | 95,69 Hr 
ı3 790113 .754/13.706 13.624 113.592|13.480/13.202|13.282113.372113.530114.040 
Auf Südkurs: 
Halber Schwing. Bogen a: [2 j2300 - [27.20 | — [3720 6870 _ | — 
Schwingungsdauer t in Sek. : [14.532114.5321 — 114,394! — 114.290113.928| — — 
erde! — 
114.126) — 
Die Differenzen auf Nord- und Südkurs stammen daher, daß die D-Kugeln 
nicht frei von permanenten Polen waren. Übereinstimmend zeigen aber beide 
Seiten, daß die Rose, um einen Bogen von 10° zu durchschwingen;, mehr als eine 
halbe Sekunde länger braucht als für einen Bogen von 130°; und selbst einen 
Bogen von 200° durcheilt sie schneller als einen von 10°. 
\ 
nn 
T 
Rı 
\ 
T 
A 
Dieses eigentümliche Resultat wird durch folgende Überlegung verständlich, 
die schematisch vereinfacht das Problem darstellt. Von der Mitte O einer Magnet- 
nadel (siehe Figur), von der halben Poldistanz OP =r seien die ostwestlich 
sitzenden Kugeln um OK, = OK, = e entfernt. Während die Nadel momentan 
sich im Ausschlagwinkel @ befindet, wirkt auf den Pol P von der ohne Nadel- 
induktion vorhandenen Horizontalkomponente H herrührend ein den Winkel @ 
verkleinerndes Drehmoment proportional zu — Hsing. In H sei die durch die 
D-Kugeln, abgesehen von Nadelinduktion, hervorgerufene Feldschwächung schon 
berücksichtigt. Daß auch, wenn. keine Nadelinduktion vorhanden ist, das Feld 
nicht für den ganzen Raum, den die schwingenden Rosenmagnete bestreichen, 
völlig homogen ist, bleibe bei dieser schematisch vereinfachten Ableitung außer 
Betracht. Nimmt man r klein im Vergleich zu e an, so darf die aus der Nadel- 
induktion von P in der Kugel I stammende Kraft von P nach‘ K,’ gerichtet und 
umgekehrt proportional zum: Quadrat der Entfernung PK, =— e-—rsing an- 
gesehen werden, so daß die zu OP senkrechte drehende Kraftkomponente 
= + G=ringf NIT gesetzt werden kann. Analog liefert die Induktion in der Kugel II 
einen Beitrag — Das gesamte Drehmoment, das der momentan 
wirkenden Winkelbeschleunigung proportional ist, wird also, wenn M das mag- 
netische Moment der Nadel darstellt 4 = — MH sing + „mMt6sp MMO 
(e—rsing” (e-+rsingY 
Ann. d. Hydr. usw. 1910. Heft II.
	        
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