54 Annalen der Hydrographie und ’Maritimen Meteorologie, Februar 1910.
Feldes, die die Nadelinduktion hervorruft, sind für die hier behandelte Frage
ohne Belang. Käme die Nadelinduktion mit in Betracht, so stieße die Theorie
auf große Schwierigkeiten, da auf einen mit stärkerer Nadelinduktion behafteten
Kompaß schon die ersten Grundlagen der Deviationstheorie, wie sie für den
induktionsfreien Kompaß entwickelt vorliegt, nicht ohne weiteres übertragen
werden können. Im folgenden möge an der Hand einiger Versuche gezeigt
werden, wie groß gewisse Abweichungen von der gebräuchlichen Deviationstheorie
werden können.
Nach dieser Theorie würde man auch beim Kompaß hohen Momentes, der
beispielsweise an Land zwischen zwei D-Kugeln gesetzt sei, die Größen a und e
folgendermaßen definieren. Man lasse die am Kokonfaden aufgehängte Rose im
ungestörten Erdfeld H schwingen (Schwingungsdauer t) und ein zweites Mal
zwischen den D-Kugeln auf Nord- und Südkurs (Schwingungsdauern t’x und t’s)
und ebenso auf Ost- und Westkurs (Schwingungsdauern t’9 und t’w). Dann wäre
zu setzen:
H'x + Hs 1/8 m Ho+H'w 1/8 t?
DS a) a
Aus anologen Schwingungsbeobachtungen auf anderen Kursen erhält man
die nach Kompaßnord gerichtete Komponente H’ des betreffenden Kurses als
H'’=H nn Während auf den 4 Kardinalkursen, wenn die D-Kugeln von perma-
nenten Polen frei sind, keine Deviation vorhanden ist, zeigt sich auf den übrigen
Kursen eine Deviation d. Bestimmt man auf 2n aequidistanten mißweisenden
Kursen 5 aus Schwingungsdauern Zr und liest die Deviationen 6 ab, so gelten für
eine induktionsfreie Rose die Beziehungen: .
PD 008 6 = 14 Sn 2
Az ein esin27= "ta,
Man kann also auch aus diesen Gleichungen 4 und © bestimmen und
daraus 1 -+a=21(1+9%©) und 1 + e = 41 (1 — ®) berechnen,
Für einen induktionsfreien Kompaß ergeben dabei Schwingungsbeob-
achtungen auf den Kardinalkursen dieselben Werte von 4 Dae wie Schwingungs-
und Deviationsbeobachtungen auf anderen aequidistanten Kursen,
Für einen Kompaß von hohem Moment dagegen gelten diese Beziehungen
nicht; denn in der Ableitung dieser Gleichungen wurde angenommen: Beträgt
die nach vorn im Schiff gerichtete Feldkomponente, einschließlich des durch
längsschiff gelagertes Weicheisen erzeugten Anteils auf Nordkurs H (1 + a), so
wird ihr Betrag auf dem mißweisenden Kurs = H(1+a)cos£. Dies ist für
reine Feldinduktion in homogenem Feld zweifellos richtig; für einen in a steckenden
Beitrag von Nadelinduktion gilt es aber nicht, weil die Anderung dieses Anteils
von der Kursänderung nach einem anderen Gesetz abhängt. Man wird deshalb
hier ganz verschiedene Werte von ae/1i%D erhalten, je nachdem man ausgeht
etwa von Beobachtungen:
1. Auf den 4 Kardinalkursen,
2. Auf den 4 Interkardinalkursen.
3. Auf den 8 Zwischenkursen 5=2, 6, 10, 14, 18, 22, 26, 30 Strich,
Wie groß diese Unterschiede sein können, mögen die folgenden Beobachtungen
zeigen, die mit einer großen Fluidrose von rund 60 Millionen Gaußschen Ein-
heiten mit D-Kugeln von 25,5 cm Durchmesser in 325 mm Mittelpunktsabstand
ausgeführt worden sind.
und
Abhängigkeit der Schwingungsdauer vom Schwingungsbogen.
Bei den Schwingungsbeobachtungen hat sich zunächst ein merkwürdiges
Resultat ergeben, das die Unregelmäßigkeiten grell beleuchtet, die mit Einschluß
der Nadelinduktion das Magnetfeld innerhalb der D-Kugeln zeigt. Die Schwingungs-