Maurer, H.: Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage bei Kompaßrosen usw. 63
negativem y mit einer Ausnahme Unterdeckskompasse betreffen, an denen große
D-Kugeln sitzen. Nun ist bei der Ableitung der Formel + = ( 1— Dr + 51)
angenommen worden, daß der Kompaß mit den D-Kugeln in ein homogenes Feld
von der Stärke 2 (1 — Dr) gesetzt werde. Im allgemeinen wird aber das Schiffs-
feld nicht homogen sein, und an dem Ort, an den die Kugeln kommen, einen
anderen Wert haben können als am Kompaßort, für den 2 und Dr gelten. Bei
den Oberdeckskompassen wird auf Ostkurs die horizontale Komponente des
Eigenfeldes der Querschiffsbalken mittschiffs größer sein als in gleicher Höhe
weiter nach dem Rande hin. Dies Eigenfeld schwächt das Erdfeld danach am
Kompaßort stärker als am Ort der D-Kugeln; man hat also mit einem zu kleinen
f ; .
Werte des restierenden Feldes 4 (1 — Dr) gerechnet und + demnach kleiner be-
rechnet, als es der Wirklichkeit entspricht. Bei den Unterdeckskompassen liegt
es anders. Hier finden sich vielfach Pole der Querschiffsinduktion auch in Höhe
des Kompasses in den seitlichen Schotten, so daß das restierende Feld am
Kompaßort stärker als am Ort der D-Kugeln ausfallen dürfte. Demgemäß würde
. tr
hier mit einem zu großen Wert von 2 (1 — Dr) gerechnet und größer nach
der Formel als nach praktischer Krängung gefunden.
Für die einzelnen typischen Aufstellungsorte der Kompasse ergibt das
Beobachtungsmaterial als mittlere Fehler nach Spalte XI die in der folgenden
Tabelle zusammengestellten Werte:
Differenz : + (beobachtet) ——_ berechnet = A (1 — DF + x DT) |
Nach Nr. 1 bis 40 | Nach Nr. 1 bis 66
Oberdecks-
kommpasse
Turmkompasse. . . . .-
Brücken- und Hüttenkompasse ,
Peilkompasse . . . . .
Regelkompasse. . . . .
-+0.281
O.111
0.105
0.064
0.238
073
0.105
„10.060
—0.219 | —0.188
—0.242 —0.155
Ergebnis für die Praxis.
Mag der obige Erklärungsversuch die Inhomogenitäten des Feldes an den
Oberdecks- und Unterdeckskompassen schematisch zu einfach darstellen, jedenfalls
zeigt die vorstehende Tabelle, daß die Formel für die magnetisch am freiesten
und günstigsten aufgestellten Regelkompasse am besten mit der Praxis überein-
stimmt, und daß die Fehler um so größer ausfallen, je näher die Kompasse den
Eisenmassen des Schiffes rücken, wobei die Differenzen positiv bei den Ober-
decks- und negativ bei den Unterdeckskompassen ausfallen.
Auf jeden Fall zeigen die Ergebnisse, daß es nicht empfohlen werden kann,
aus den für den unkompensierten. Kompaßort gültigen Werten von 4 und © die
für den kompensierten Kompaßort auf Ostkurs gültige Richtkraft und so nach
der Methode II den Hebelarm der Vertikalkraftwage berechnen zu wollen, Diese
Berechnung ruht auf Voraussetzungen, die der Praxis nicht völlig entsprechen
können. Dagegen kann die Methode I, die den gesuchten für Ostkurs am kom-
pensierten Platz gültigen Wert von (1 -+-e) unmittelbar durch Schwingungen
einer von Induktion freien Nadel bestimmt und dann: mit dem Gewichtchen der
Vertikalkraftnadel auf dem Hebelarm ’=1 (1 + e) den Krängungsmagneten auf
Ost- und Westkurs einstellt, empfohlen werden.
Unterdecks- f Zentralenkompasse . . . .- .
kompasse | Ruderraumkompasse., . . . .
Anhang: Untersuchungen des magnetischen Feldes zwischen D-Kugeln.
Für die große Einfachheit der Theorie der Vertikalkraftwage bei Benutzung
der Methode I ist es von Bedeutung, daß auf Nordkurs am Kompaßplatz, der
nur für Quadrantal- und Krängungsdeviation noch nicht völlig kompensiert ist,
weder auf ebenem, noch auf geneigtem Kiel die Nadelinduktion querschiffs
gerichtete Feldkomponenten erzeugt. Die Änderungen des nordsüdlich gerichteten