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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1910, 
für die Praxis empfehlen könnte, und außerdem zeigen sie systematische Unter- 
schiede; sie haben im allgemeinen das gleiche Vorzeichen wie y%. Unter den 
genaueren Beobachtungen von 1 bis 40 weisen nur Nr. 9 und 14 ein geringes 
Abweichen von dieser Regel auf; der Mittelwert bei positivem % ist +0.122, der- 
jenige bei negativem % ist —0.214; und auch für alle 66 Beobachtungen folgt 
aus den 45 mit positivem y als Mittel der Differenzen XI +0.098, aus den 21 
mit negativem y dagegen —0.209. Eine Gesetzmäßigkeit zwischen den Größen 
von % und denen der Differenzen XI ist nicht zu erkennen; die Differenzen 
schwanken unregelmäßig hin und her, In Spalte XIII sind versuchsweise die 
Werte von 1 aus Spalte VIIL um 0.110 vergrößert, wenn >00, um 0.210 ver- 
kleinert, wenn y«<0. Die dann noch bleibenden Differenzen zwischen Rechnung 
und Beobachtung (X—XIII) sind in Spalte XIV zusammengestellt, sie schwanken 
nur noch zwischen —0.233 und +0.229, ihr Mittel ist —0.008 und dasjenige 
ihrer absoluten Werte 0.074. 
Ein solcher systematischer Unterschied zwischen den Fällen mit > 0 und 
denjenigen mit y<0 ist kaum verständlich. In der Theorie der Vertikalkraft- 
wage kann das Vorzeichen des am unkompensierten Platz vorhandenen y, das 
durch die Krängungskompensation beseitigt wird, gar keine Rolle spielen. Man 
hat nur den Krängungsmagneten so zu setzen, daß die resultierende Vertikalkraft 
in bestimmter Beziehung zu horizontalen Feldkomponenten auf ebenem Kiel steht 
(u=1-+e). Diese horizontalen Komponenten allein sind festzustellen, und auf 
sie ist y von keinerlei Einfluß. Ein solcher Unterschied wäre nur dann ver- 
ständlich, wenn die nach unten im Schiff gerichtete Schiffsfeldkomponente, deren 
horizontale Teilbeträge bei der Krängung ablenkend in Betracht kommen, bei 
geneigtem Schiff einen anderen Wert erlangte als auf ebenen Kiel. Man 
kann hierbei nur an den Krängungsmagneten denken, der, wenn er ein. positives 
X kompensieren soll, seinen Nordpol nach oben richtet. Theoretisch sind solche 
Unterschiede nicht vorhanden, da seinen Abstand von der Kompaßmitte der 
Krängungsmagnet durch die Krängung nicht ändert. Praktisch treten allerdings 
kleine Unterschiede doch auf, weil nicht, wie die Theorie annimmt, die Krängung 
um die magnetische Achse der Kompaßrose als Drehachse erfolgt, sondern um 
die Pinne, die z. B. beim großen Fluidkompaß der Kaiserl. Marine 40 mm höher 
liegt. Bei einer Steuerbordkrängung um den Winkel i wird so, gegen die 
magnetische Achse der Rose gerechnet, jeder Pol des Krängungsmagneten um 
40 - sin i Millimeter weiter nach Backbord verschoben, als die Theorie annimmt. 
Dies würde aber die entgegengesetzte Wirkung haben, als sie die Tabellen auf- 
weisen; bei y — 0 würde ne bei praktischer Krängung größer gefunden werden 
als nach der für ebenen Kiel gültigen Formel. Außerdem aber zeigt eine Über- 
schlagsrechnung, daß diese Änderungen wesentlich zu klein ausfallen, 
Praktisch dürfte sich ein Teil der Differenzen aus der Tatsache erklären, 
daß die Lage des Krängungsmagneten bei praktischer Krängung öfter nicht als 
Mittel aus zwei solchen Einstellungen auf Nord- und Südkurs gefunden wurde, 
sondern daß nur auf einem dieser Kurse die Einstellung stattfand. War dies 
beispielsweise nur auf Nordkurs geschehen, so ist von der Krängungsdeviation 
ö;= Ay + Ci cos 7 + E; cos 25 nicht nur der Teilbetrag Ci; kompensiert, wie es sein 
sollte und wie es der Kompensation mit der Vertikalkraftwage entspricht, sondern 
es ist auch A; + E=-—>5 für diesen Kurs kompensiert. Ist also g merklich, 
so muß die Einstellung des Krängungsmagneten auf gekrängtem Schiff auf nur 
einem der beiden Kurse N oder S einen andern Wert für T ergeben als die Methode 
mit der Vertikalkraftwage auf ebenen Kiel. 
Es ist aber auch ein anderer Grund für die mangelhafte Übereinstimmung 
zwischen Theorie und Praxis sehr wohl möglich. Die Fälle mit + % beziehen sich 
durchweg auf Oberdeckskompasse, bei denen Zylinder und kleine Kugeln von 17.5 
und 21.5 em Durchmesser zur Kompensation ausreichen, während die Fälle mit
	        
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