Maurer, H.: Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage bei Kompaßrosen usw. 61
Für die Entnahme des Wertes Dr. aus den Tabellen blieb. das Vorhandensein
dieser Brücke unberücksichtigt, da die auf dem Kompaßdeckel feste Brücke nicht
mitgekrängt wird, also keinerlei Krängungsdeviation erzeugt.
Spalte VIII gibt das Verhältnis © berechnet nach den bei vorhandener
Nadelinduktion geltenden Formeln i= 2 (1 — Dr + T Dr) für Kugeln, und
T = 1(1—9Dr + 2Dr) für Zylinder, Spalte IX dasselbe Verhältnis für die ohne Berücksichtigung
der Nadelinduktion gültigen Formeln: T = 2 (1 + Sr) für Kugeln,
1=2(1 + ®r) für Zylinder.
In der Spalte X stehen die Werte von T die den Beobachtungen bei praktischer
Krängung entsprechen. In den Fällen 1 bis 40 ist unmittelbar an der
Vertikalkraftwage praktisch bestimmt worden, auf welchen Hebelarm ] das
Gewichtchen gesetzt werden mußte, damit der Balken wagerecht stand, wenn der
Krängungsmagnet die bei praktischer Krängung gefundene Lage hatte, In den
Fällen, 41 bis 66 dagegen war ] nicht direkt beobachtet worden, sondern es
waren nur die Entfernungen gemessen worden, in die der Krängungsmagnet unter
der Kompaßmitte befestigt werden mußte, um einmal die Vertikalkraftwage einspielen
zu lassen, bei dem der Formel in Spalte IX entsprechenden Hebelarm ]/,,
(Entfernung e,), und das andere Mal, um bei praktischer Krängung die Krängungsdeviation
zu beseitigen, (Entfernung ex). Der dieser Magnetentfernung entsprechende
Hebelarm 1x der Wage läßt sich dann angenähert nach der Formel
x Ir ,2M/1 1
TST+7Z a
berechnen, wo Z die Vertikalkomponente des erdmagnetischen Feldes und M das
magnetische Moment des Krängungsmagneten bedeutet, positiv, wenn der Südpol
nach oben weist, im andern Falle negativ, Die Anderung des vertikalen magnetischen
Feldes am Ort der Kompaßrose durch die Verschiebung des Krängungsmagneten
von der Lage ey, in die Lage ex ist nämlich angenähert = 2M ( —— 3
und da an Land die Vertikalkomponente Z durch den Hebelarm 1 kompensiert
wird, verlangt die vertikale Feldvermehrung 2 M A eine Hebelarmvergrößerung
vom Betrag DL = — 3) woraus sich die obige Formel ergibt. Da
die Zuverlässigkeit der Werte von T in den Fällen 41 bis 66 nicht dieselbe wie
bei den unmittelbar beobachteten Werten der Fälle 1 bis 40 ist, ist die Tabelle
getrennt für beide Bestimmungsarten aufgestellt, Die Differenzen zwischen den
praktischer Krängung entsprechenden Werten = in Spalte X einerseits und den
nach den zwei verschiedenen Formeln berechneten Werten Tim VIII und * in IX
andererseits geben die Spalten XI und XII
Spalte XI zeigt, daß die Differenzen zwischen den beobachteten Werten von
£ und den nach der neuen Formel berechneten teilweise noch recht groß sind,
wenn auch so große Fehler, wie sie die Spalte XII für die nach der alten Formel
errechneten Werte, besonders in den Fällen mit negativem y, aufweist, nicht vorhanden
sind. Die Differenzen XI schwanken zwischen —0.405 und +0.331, ihr
Mittel ist +0.001 und das ihrer absoluten Werte 0.145. In Spalte XII dagegen
schwanken sie von —0.767 bis +0.243, ihr Mittel ist. —0.148 und das ihrer absoluten
Werte 0.209. Die alte Formel 7 == 2 (1 + 3”) 1iefert also nicht nur Fehler,
die in einem wesentlich größeren Intervall schwanken, sondern die auch im
Mittel einseitig den Hebelarm zu groß ergeben, wie solches auch nach der oben
gegebenen Theorie zu erwarten war.
Wenn nun auch das Mittel der Differenzen XI fast genau 0 ist, so sind
die Fehler nach beiden Seiten doch viel zu groß, als daß man die Methode II