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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Rottok: Lösung von nautischen und taktischen Aufgaben durch Zeichnung. 59 
9. Ein Kreuzer steht 10 Sm NO vom Flaggschiff und soll so schnell wie 
möglich die Position 15 Sm West vom Flaggschiff einnehmen, Das Flaggschiff 
steuert NW mit 12 Knoten Fahrt; die Maximalfahrt des Kreuzers beträgt 18 Knoten. 
In Fig. 21 ist F das Flaggschiff, K die ursprüngliche, A die neue Position 
des Kreuzers. Richtung von FK = N45°0, Länge von FK =— 5 cm (10 Sm). 
Richtung von FA = West, Länge von FA = 7.5 em (15 Sm). Richtung AC# FF 
gleich Kurs von F: NW, AC = 6cm (12 kn, Fahrt von F), CD = 9 cm (18 kn, 
Fahrt von K). Richtung DC, d.h. der von K zu steuernde Kurs, ergibt sich 
nach der Zeichnung zu N71°W (289°), nach der Rechnung — »Lehrbuch der 
Navigation«, S, 3386 — zu N 71° 24' W. 
Weg von K= KK’/4:DC; wenn K bei K’ steht, befindet sich F in F’; 
F'K’/ 4 FA, d. h. K befindet sich 15 Sm West von F. Länge KK’ = 24.2 cm, 
d.h, K hat einen Weg von 48.4 Sm zurückzulegen, um’ auf seine neue Position 
zu gelangen, gebraucht dazu also eine Zeit von =. = rund 2.7 Stunden. 
Länge FF”, d. i. der Weg von F während der Zeit, ist. gleich 15.9 cm, d. h. 
die Wegelänge von F beträgt 31.8 Sm. Zeitdauer 5 =— ebenfalls rund 2.7 Stunden. 
Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage 
bei Kompaßrosen von hohem Moment. 
Von Prof, H. Maurer, . . (Schluß, 
Praktische Prüfung der Methode IT. 
Eine praktische Prüfung der für die Methode II abgeleiteten Formeln ist 
an Land nur in beschränktem Maße durchzuführen, da sich hohe Beträge von © 
kaum herstellen lassen, ohne daß man mit den Eisenmassen zu nahe an den 
Kompaß herangeht, Dagegen können die oben erwähnten Beobachtungen, die 
auf einer Anzahl von Kriegsschiffen gemacht worden sind, zur Prüfung heran- 
gezogen werden, Die folgende Tabelle gibt das gewonnene Material. 
Die einzelnen Kompaßplätze sind charakterisiert durch die für den un- 
kompensiert en Kompaßplatz gültigen Werte x, 24 und ®r und durch die zur Kom- 
pensation verwendete D-Kugel-Kombination. A, ® und y sind durch Beobachtung 
auf 2 Kursen bestimmt, auf denen die Deviation abgelesen wurde und Schwingungs- 
dauern mit einer Horizontalnadel und einer Vertikalnadel gemessen wurden, „x ist 
nach der Formel y = (£ +SD — 1) tg J berechnet. Die angegebenen Werte Dr 
sind nicht die nur auf 2 Kursen beruhenden, sondern meist nach einer späteren 
Deviationsbestimmung auf 32 Strichen bestimmt. Eine. Umrechnung der Werte 
von y auf die verbesserten D-Werte hat nicht stattgefunden, da die y-Werte doch 
nur als roher Anhalt dienen und zur Berechnung des Verhältnisses der Hebel- 
arme der Vertikalkraftwage nicht gebraucht werden. , 
Die Werte Dr, die den ohne Nadelinduktion durch die verwendeten D-Kom- 
pensatoren kompensierbaren D-Betrag bedeuten, sind der betreffenden Kom- 
bination entsprechend den Tabellen auf S. 443 und 445 im Lehrbuch der Navigation 
entnommen, nur sind den früheren Bemerkungen gemäß die in den Tabellen 
stehenden Winkel D, wo Dr = sin D zu setzen ist, auf S. 443 um !/,, auf S. 445 
um !/; verkleinert worden. In den 7 Fällen mit Zylinderkompensation sind die 
Zylinder durch eine Kugelkombination von gleicher kompensierender Kraft ersetzt 
gedacht, und ist Dr für diese Kombination den Tabellen entnommen. Da der 
Faktor (1 —+ T Dr), bzw. bei Zylinderkompensation (1 -+ 2 Dr) überhaupt nur 
kleinen Einfluß hat, reicht eine so rohe Annäherung hin. In den 4 Fällen 28, 
29, 38, 40 war zur Kompensation des hohen D-Wertes eine querschiffs über den 
Kommpaß gestellte Brücke aus weichem Eisen außer den Kugeln hinzugenommen
	        
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