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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Rottok: Lösung von nautischen und taktischen Aufgaben durch Zeichnung, 
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log S= 0.90309 
log sin 15° = 9.41300 
10.31609 
log sin 49° 26’ = "9.88061 
log ”C- = 0.43548 
BC— 27. 
e) Gegeben sind Kurs und zurückzulegende Wegstrecke über den Grund, Fahrt des Schiffes 
sowie Richtung und Stärke des Stromes. Gesucht wird der zu steuernde Kurs. 
Lösung: Man zeichne die Richtung des über den Grund zurückzulegenden 
Kurses (AE der Fig. 8), trage an den Anfangspunkt dieser Richtung den Strom 
nach Richtung und Stärke an (AC), nehme die Fahrt des Schiffes in den Zirkel 
und: schlage mit dieser als Halbmesser um den Endpunkt C der Stromlinie einen 
Kreisbogen durch die Kurslinie über den Grund. Die Verbindungslinie zwischen 
C und diesem Schnittpunkt (B) ist der zu steuernde Kurs, Die Länge der Linie AB 
gibt die Fahrt über den Grund an. 
Beispiel: Ein zu erreichendes Ziel (E) liegt 50 Sm Ost von dem Schiffsort 
(A), die Fahrt des Schiffes beträgt 10 Knoten; .der Strom setzt nach SW 2 Sm 
in der Stunde. Welcher Kurs ist zu steuern? 
Fig. 8: Richtung AE = Ost, AC= SW, Länge AC=2 cm. Man nehme 
10 cm in den Zirkel und schlage um C einen Kreisbogen. Dieser trifft die.Linie 
AE in B._ CB ist der zu steuernde Kurs, er ergibt sich zu 82° oder O8°N. 
AB= 844 cm, d.h. der Weg über den Grund beträgt in der Stunde 8.4 Sm; da 
E 50 Sm entfernt liegt, braucht das Schiff es — 5h 57min zur Erreichung des Ziels, 
Durch Rechnung — siehe »Lehrbuch der Navigation«, S. 330 — ergeben 
sich dieselben Werte. 
7. Windmessungen.!) 
a) Bestimmmg der scheinbaren und wahren Windstärke aus beobachteter scheinbarer- und 
wahrer Windrichtung, Kurs und Fahrt des Schiffes, 
Bemerkungen: Die scheinbare Windrichtung wird festgestellt . durch 
Peilung des Schornsteinrauches oder eines Windstanders, die wahre Windrichtung 
durch Peilung des Zuges der Wellenkämme. 
Die Fahrt des Schiffes sowie die Windstärke werden bemessen nach Metern 
pro Sekunde, die Fahrt des Schiffes nach der Relation: soviel halbe Meter in 
der Sekunde wie Seemeilen in der Stunde. . 
Die Windstärke wird entweder durch Schätzung oder mit Hilfe eines 
Anemometers bestimmt. 
Die Beziehungen zwischen der Windstärke nach Metern in der Sekunde 
und der nach der zwölfteiligen Beaufort-Skala gemessenen gibt die dem »Meteo- 
rologischen Tagebuch« und dem »Logbuch« angeheftete Tabelle. 
Lösung zu a: Man stelle den Weg des Schiffes nach Richtung und Ge- 
schwindigkeit (Meter pro Sekunde) durch eine gerade Linie AB (Fig. 9) dar und 
ziehe durch den Anfangspunkt A dieser Linie die wahre Windrichtung (AC), 
durch den Endpunkt BR die scheinbare (BD). Der Schnittpunkt dieser beiden 
Richtungen sei E. Dann stellt die Länge von BE die scheinbare, von AE die 
wahre Windstärke (Meter pro Sekunde) dar. Beide werden auf dem gewählten 
Maßstab gemessen. 
Beispiel: Kurs = Nord, Fahrt = 10 Knoten, d.i. 5 m pro Sekunde. Beob- 
achtete scheinbare Windrichtung WNW, wahre Windrichtung WzS. Gesucht wird 
die wahre und die scheinbare Windstärke. 
Fig. 9: Kurslinie AB = Nord, 5 cm. Scheinbare Windrichtung BD =— WNW 
— 0S0O (N 68° W — 868° O0), wahre Windrichtung AC = WzS — O0zN (S 79° W 
— N79°0). 
Daraus ergibt sich: AE==8,2 cm, d. h. wahre Windstärke = 8.2 m pro 
Sekunde: BE = 88 em, d. h. scheinbare Windstärke = 8,8 m pro Sekunde, 
!) Das Verlangen nach einem Apparat zur Bestimmung der wahren Windrichtung und Stärke 
auf einem in-Fahrt befindlichen Schiffe haben Anstoß zur Herstellung der schiefwinkeligen Peil- 
scheibe gegeben.
	        
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