accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

700 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1910, 
Verholtonnen liegen vor der Brücke. Diese ist mit Schienengeleisen versehen, auf 
dem die Ladung mit kleinen Waggons herangebracht wird, Ein Kran steht auf 
der Brücke. Die Ladung wird auf dem Ankerplatze mit eigenem Schiffsgeschirr 
aus kleinen Gaffelschunern übergenommen. Kosten und Risiko für die Ladung 
der Leichter trägt der Ablader. Auf S. »Anna« mußte wegen NNO-Seegangs das 
Laden 24 Stunden ausgesetzt werden. Arbeitsleute sind für den Preis von 12 sh 
per Mann und Tag zu haben, Stauer waren jedoch im Jahre 1904 noch nicht 
zu bekommen und mußte Kapt. J. C. Christians einen Stauer von Port Adelaide 
mitnehmen. Ballast wird über Bord geworfen. Bootslandungsstelle. Die 
Boote landen bei der Landungsbrücke, Schiffsboote werden zum Verkehr mit 
dem Lande benutzt, die Benutzung derselben ist aber nach Kapt. T. Henke von 
dem Ankerplatze aus, wo sein Schiff lag, gewagt. Er mußte mit seiner Boots- 
mannschaft zwei Tage am Lande bleiben, da plötzlich steif auftretende südliche 
Winde es unmöglich machten, mit dem Boot an Bord zurückzukehren, Kapt. 
J. C. Christians schreibt: »Von meinem Ankerplatze aus kann man nur spär- 
lichen Verkehr mit dem Lande unterhalten, da man reichlich 6 Sm von der An- 
siedelung Wauraltee, dem jetzigen Port Victoria, entfernt liegt, und es bei steifer 
Brise auch Schwierigkeiten macht, mit dem Schiffsboote dahinzukommen. Briefe 
oder sonstige Bedürfnisse werden daher auch gewöhnlich mit den Leichterfahr- 
zeugen an Bord geschickt.« 
Hafenunkosten. Kapt. J. C. Christians hatte mit seinem 1391 R-T. netto 
großen Schiff folgende Unkosten: 
Leuchtfeuerabgaben per R-T.6d ., .... 
Lade-Zertifikat für einzelne Reise. ., . . 
An den Agenten für Ein- und Ausklarieren 
Zoll für verbrauchten Proviant. ‚ . . .. 
Dem Hafenmeister als Zollbeamter für Klarieren 
Dem Stauer für das Stauen der Ladung, für 
Hilfeleistung beim Ballastlöschen und für 
Lotsendienste , . 0.0.0.0... +. 
(Das Stauen der Ladung kostet 10 d per 
= 2240 &% englisch; Vergütung für Lotsen- 
dienste 4 £.) 
Summa 139 £ 9 sh 3 a” 
Der Ort Wauraltee oder Port Victoria liegt nahe bei der Landungsbrücke, 
mit der die Hauptstraße eine gerade Linie bildet. Die Einwohnerzahl der An- 
siedelung ist gering und bestand im Jahre 1902 nur aus 20 Köpfen, Ein Hotel, 
in dem man seine Mahlzeiten einnehmen und nötigenfalls auch übernachten kann, 
ist vorhanden. 
Post- und Telegraphenstation ist am Orte. 
Tägliche Postdampferverbindung, außer Sonntags, mit Port Adelaide. 
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind nicht zu haben, ebensowenig 
Dauerproviant außer Weizenmehl, das eine am Orte befindliche Dampfmühle 
liefert. Das Mehl war während der Anwesenheit des Kapt. J. C. Christians 
15 sh per t billiger als in Port Adelaide. Frisches Fleisch kostete zur selben 
Zeit 5 d per englisch; geschlachtete Schafe konnte man nach -24stündiger vor- 
heriger Bestellung von der Wardang-Insel bekommen. Sie kosteten 15 sh das 
Stück und wogen durchschnittlich 30 bis 40 & englisch. Trinkwasser ist nicht 
zu haben. Kapt. J. C. Christians füllte alles in Port Adelaide auf, nachdem 
er noch 4 Tanks von je 400 Gallonen Raummaß angekauft hatte, In Port 
Vietoria ließ er sich durch einen Gaffelschuner von Port Pirie 800 Gallonen 
Wasser mitbringen, wofür er 24 Mark bezahlte, Der Schiffer des Schuners aber 
sagte, daß er vom nächsten Schiff 20 Mark für 400 Gallonen haben müsse, 
Kapt. T. Henke versegelte, nachdem die Ladung eingenommen war, nach Port 
Adelaide, um Wasser zu nehmen. Andere Schiffsausrüstung ist nicht 
zu haben.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.