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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

v. Horn: Selbsttätiger Lotapparat System Ferguson. 
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Verhältnis zu den zurückgelegten Abständen zur Drehung zu veranlassen, wird, 
wie schon gesagt, die verringerte Spannung der Lotleine in Zusammenwirkung 
mit der vermehrten Spannung der Schleppleine benutzt. Letztere läuft von dem 
Lotkörper über die Rolle vorn am Fahrzeug (s. Fig. 1) und weiter über die Leit- 
rolle G nach der Rolle D (Fig. 2), mit der die Schleppleine auf- oder abgewunden 
wird, um in den verschiedenen Tiefen die Lotleine senkrecht zu halten. Zwischen 
G und D liegt auf der Schleppleine eine kleine Rolle X, die durch einen Hebel H 
nach unten gezogen wird, so daß die Schleppleine daselbst eine Durchbiegung 
erfährt. Die federnde Kraft, womit dies geschieht, wird durch eine, am anderen 
Arm des Hebels ähnlich befestigte kleine Rolle F erhalten, die auf den Teil der 
Lotleine zwischen den Scheiben B und C drückt und ihn aus der geraden Linie 
drängt. Der Hebel bildet somit eine Art Differential-Balance für die Spannungen 
in Lot- und Schleppleine. Die Rolle X ist an dem äußeren Ende eines Rahmens K 
befestigt, der sich um die Achse Z£ bewegen kann. Das andere Ende des Rahmens 
trägt einen Stab M, der in einem gewissen Stand des Rahmens und in jeder Tiefe 
gegen den Stift P drückt, so daß dieser auf dem Papier ein Merkzeichen hinter- 
läßt. Dieses geschieht in dem Augenblick, wenn die Schleppleine plötzlich mehr 
Spannung als die Lotleine erhält, d.h, in dem Augenblick, wenn der Lotkörper 
den Grund berührt und durch das Auslaufen der Lotleine über die Scheibe € 
der Stift auf die korrespondierende Tiefenanweisung gebracht ist, die nun auch 
permanent aufgezeichnet wird. Der Stift ist ein einfacher angespitzter Stahlstab, 
der sehr deutliche Zeichen gibt und im Gegensatz zu Bleistift oder Tintenstift 
keine Schwierigkeiten bereitet. 
ce. Aufzeichnung der Abstände, 
Um die Aufzeichnung der Tiefen in Abständen zu erhalten, wird die 
Trommel R regelmäßig durch eine Schnecke N auf der senkrechten Achse einer 
Platte O in Umdrehung gebracht, auf die eine kleine Walze W drückt, die sich 
mit einer horizontalen Achse V dreht, auf der sie verstellt werden kann. Je 
nachdem diese Walze sich näher oder weiter von der Mitte der Tafel befindet, 
verändert sich die relative Geschwindigkeit und somit auch der Maßstab, Eine 
Verstellung der Beschleunigung zwischen 1:3 und 1:10 entspricht den Maß- 
stäben 1:1500 und 1: 5000, 
Die Achse V wird durch ein sehr einfaches Modell eines Loggpropellers in 
Umdrehung gesetzt, die an einer Leine hinter dem Fahrzeug geschleppt wird. 
Die Ganghöhe desselben beträgt ungefähr %/, m, doch ist der absolute Wert 
dieser Ganghöhe von geringer Bedeutung, da man in der Praxis beim Legen 
einer Lotungslinie doch jedesmal Punkte (Schnittpunkte, Bogen, Sextantwinkel usw.) 
auf dem Papier festlegt. Die dazwischen liegende Tiefenkurve dient zur Interpolierung 
zwischen diesen Punkten; so lange also das Logg von Punkt zu Punkt mit kon- 
stanter Geschwindigkeit gearbeitet hat, ist die absolute Geschwindigkeit von wenig 
Bedeutung. Die Maßstabverstellung dient dann auch nur dazu, um Linien von 
verschiedener Art und Länge auf ein ungefähr geeignetes Maß zu bringen. 
d. Anbringung des Lotapparates, „ 
Mit Hilfe von zwei scharnierenden Konsolen wird der Apparat an der Ver- 
schanzung des Fahrzeuges bei dem Hintersteven derart befestigt, daß die Peil- 
leine eben freihängt. Ein Baum mit Rolle wird an derselben Seite möglichst 
weit nach vorn und etwas außenbords ausgelegt und befestigt. Nachdem das Lot 
auf die angegebene Weise mit den beiden Leinen befestigt ist, wird erst der 
Index auf Null gestellt, wobei das Lot so gehängt wird, daß es gerade die 
Wasseroberfläche berührt, und dann die Scheibe € so weit als notwendig längs 
der Lotleine hin geschleift wird, nachdem das Gewicht des Lotes erst mit einem 
dünnen Tau aufgefangen worden ist. Alsdann ist der Apparat zur Aufnahme 
fertig. Mit mäßiger Geschwindigkeit (4 bis 5 km) in der Lotungslinie steuernd, 
wird der Boden mit dem Lot betastet, z. B. jede Sekunde einmal, wodurch die 
Lotungen 1 bis 1!/, m auseinander liegen, während mit der linken Hand der 
Handeriff der Rolle D festgehalten und die Schleppleine, soweit erforderlich.
	        
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