686 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1910.
Odenwald, über Ludwigsburg, Cannstatt, Ulm nach Babenhausen in Schwaben, wo
um 7%, Uhr morgens die Landung erfolgte.
Zur Höhenmessung diente ein Butenschönscher Libellenquadrant, zur
Zeitfixierung ein Sternzeit-Taschenchronometer, der von Herrn F. Schlesicky-
Frankfurt für die Fahrt freundlichst zur Verfügung gestellt wurde. Der Chrono-
meter zeigte vor Antritt und nach Beendigung der Fahrt einen für einen Taschen-
chronometer verhältnismäßig guten Gang. Außer dem Beobachtungsinstrumentarium
wurden das Instrument zur Auswertung der Beobachtungen in der zweiseitigen Aus-
führung und ein Rechenschieber mitgenommen. Zehn Höhenmessungen an den
Sternen Sirius und Regulus wurden ausgeführt:
Stern, Mitteleuropäische Zeit, Sternzeit der Beobachtung,
Sirius 12h 23min 5h 10.8min
Sirius
Sirius
12h 50min
12h 51min
5b 38.8min
5h 40.Omin
Sirius
Regulus
Regulus
;h 23min
1b 31min
Ih 233min
5b 10.1min
5a 19.5min
53h 292 3min
Sirius
Sirius
Regulus
Regulus
2h 4Smin
2h 419min
2h 52min
2h 54min
7h 36.1min
ch 37.2min
oh 40.6min
7h 492 min
Höhe.
20° 90
229 167
2925 14
239 34
30° 24
319 11
23° 16
235 12
42° 33
422 397
Mit diesen Beobachtungen ergaben sich zwei unvollständige und zwei voll-
ständige Ortsbestimmungen; die zugehörigen Standlinien sind in die Kartenskizze
eingezeichnet:
Stern:
Uhrzeit:
Chrkorrektion:
Sternzeit:
Beispiel:
Sirius,
7b 36.1min
7b 36.1min
Tafelwert: 129,7
Korrektion: +1°,5
Azimut: 14>,2
j Tafelwert: 22° 32’
Korrektion: — 14
l Höhe: 22° 18'
Gemessene Höhe: 23° 16
Indexfehler: —
Refraktion: —Z
Wahre Höhe: 235 14'
Regulus.
7h 40.6min
7 40.6min
3090,3
+0°2
309°.5
42° 18
+4
42° 22
42> 33
7
SD
Durch Drehen des Kartenringes an dem Auswertungsinstrument wird der
Index auf das Azimut 14°.2 eingestellt; durch Aufrollen des Streifens wird die
der Höhe 22° 18’ entsprechende Standlinie über die Kartenmitte gebracht. Auf der
Standlinie, die der gemesssenen Höhe 23° 14’ entspricht, muß sich der Beobachter
befinden, In gleicher Weise wird für Regulus durch Drehen des Kartenringes der
Index auf das Azimut 309°,5 eingestellt; durch Aufrollen des Streifens wird die
der Höhe 42° 22’ entsprechende Standlinie über die Kartenmitte gebracht. Auf
der Standlinie, die der gemessenen Höhe 42° 32’ entspricht, muß sich der Beob-
achter befinden. Der Schnittpunkt beider Standlinien, der von 23° 14’ und der
von 42° 32’, gibt dann auf der Landkarte als Ort des Ballons:
49° 5’ N-Br. N . x
9° 7 Ole} 10 km südwestlich von Heilbronn.